NRW stellt Schmuddelköche mit Hygieneampel an den Pranger
05.03.2013 | 18:47 Uhr 2013-03-05T18:47:00+0100
Duisburg/Düsseldorf. Die Verbraucherschutzminister der Länder träumen von der Hygiene-Ampel. Für Gastwirte könnte sie zum Alptraum werden. Denn das Internet vergisst keine schlechten Noten. In Duisburg und Bielefeld soll im Juni ein Modellversuch starten für ein Gaststätten-„Kontrollbarometer“.
NRW prescht bei der Hygienekontrolle von Restaurants, Cafés und Imbissbetrieben vor. Rund 2000 Gastwirte in Duisburg und Bielefeld sollen in Kürze in einem „Kontrollbarometer“ im Internet bewertet werden. Das Modellprojekt, bisher einmalig in Deutschland, startet voraussichtlich im Juni und soll zwei Jahre dauern. Schmuddelwirte müssen dann damit rechnen, mit schlechten Noten und der Ampelfarbe Rot im Internet am Pranger zu stehen.
„Etwa ein Drittel der Gastronomiebetriebe im Land wird beanstandet, seit Jahren gibt es da keine Besserung. Nun wird NRW im Alleingang in zwei Städten ein Kontrollbarometer einführen“, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums. Die Fäden laufen aber nicht im Ministerium zusammen, sondern bei der Verbraucherzentrale NRW (VZ). Sie wird die Behörden in Duisburg und Bielefeld auffordern, alle Daten aus den letzten Monaten über die Hygienemängel und andere Auffälligkeiten für dieses Portal zur Verfügung zu stellen. Verbraucher werden zum Beispiel auch erkennen, ob ein Gastwirt schon mal billigen Seelachs als teuren Edelfisch verkauft hat.
„Das ist ein Pranger, nichts anderes“
Es gibt zwar schon einen NRW-„Pranger“ für Hygienemängel in Restaurants, unter www.lebensmitteltransparenz-nrw.de. „Hier tauchen aber nur schwerste Mängel auf, bei denen ein Bußgeld von 350 Euro zu erwarten ist. Das neue Kontrollbarometer schafft Transparenz über die gesamte Branche und alle Verstöße“, erklärte Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale.
Von Zustimmung bis zu harscher Kritik reicht die Reaktion des Duisburger Gastgewerbes. Thomas Kolaric (Hotel- und Gaststättenverband Dehoga) sagt: „Das Gros unserer Betriebe arbeitet hygienisch sauber.“ Er meint Mängel im geplanten Bewertungssystem zu erkennen. So könnten zugeschmierte Dübellöcher oder der Ehering am Finger des Kochs zu Punktabzügen führen. Kein Gast werde davon krank. Wohl aber werde auf diese Weise mit Existenzen gespielt. „Das ist ein Pranger, nichts anderes. Warum kontrolliert man nicht auch Ärzte, Apotheker, Anwälte oder Journalisten?“
NRW legt vor, weil sich Bund und Länder nicht auf eine Hygieneampel einigen können. Die meisten Verbraucherschutzminister wollen diese Ampel, die CDU/FDP-geführten Wirtschaftsministerien nicht.
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14:23
Wieso überhaupt rote Ampel?
Laden dicht und fertig.
14:51
Ich kann euch noch etwas aus persönlicher Erfahrung hier mitteilen!
Eine Story aus dem Alltag!
Mein Chef hat vor kurzem 2 Oliven vom Teller genommen, die der Gast nicht aufgegessen hat und hat sie dann auf einer neuen Bestellung drauf getan.
Und das ist nur 1% von dem was ich euch alles aus der Gastronomie erzählen kann!
Da wird dann auch mal eine Schimmelwurst mit neuer vermischt und neu gebrüht! Alles Alltag!
14:46
Eeeeeennnndddddlllliiiiiiiiccccchhhhhh!!!!!!! Lang ersehnt, zwischendurch vergessen und jetzt endlich umgesetzt!
Das sollte für **ausnahmslos** alle GASTROS gelten!
14:45
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13:54
Wie soll denn das gehen?
Was nützt dem Gastwirt strikteste Sauberkeit, wenn ein Ganove ihm Gammelware liefert.
Der Ruf ist ruiniert und der eigentlich Schuldige kann fröhlich weiter machen.
Es wäre doch weit sinnvoller, wenn die Waren, das Fleisch, die Vertriebswege und die Etikettierungen endlich einmal lückenlos überwacht würden.
Dann muss man mal ein bisschen mehr beim Einkauf bezahlen.
12:57
Die verantwortlichen Damen und Herren aus der Politik sollten erstmal dafür sorgen, dass man kontrollierte Lebensmittel kaufen kann, bei denen kein Etikettenschwindel stattfindet.
Es soll ja auch einige Leute geben, die sich ihr Essen selbst zubereiten und die einwandfreie Qualität kaufen möchten.
11:49
Den Pranger von "Mund-zu-Mund" sollten die Betreiber von Imbiss- und Ausschankbetrieben, Restaurants, etc. auch nicht vergessen. Da braucht man für den z. T. berechtigten schlechten Ruf keine elektronischen Hilfsmittel, aber die Idee ist gut.
11:22
Auf welcher Grundlage wird von der Stadt eine solche Entscheidung getroffen? Glaskugel? Intuition? Wurde die Stadtverwaltung inzwischen zertifiziert? Bei solchen Entscheidungen wie diese Steuererhöhung erwarte ich als Bürger, dass mir eine sog. Entscheidungsmatrix zur Kenntnis gegeben wird, in der ein Abwägungsprozess zu erkennen ist. Das wäre Transparenz und nachvollziehbar.
Gesundheitsamt und dessen Anforderungen vielleicht?
11:08
#11
Das meinen sie aber jetzt nicht ernst oder?
Ich würde mir als Wirt auch verbeten das ständig Leute in meine Küche spazieren und die Abläufe stören und das trotz vorbildlich sauberer Küche,nur aus praktischen Erwägungen....
Aber vermutlich hätte ich dann "was zu verbergen".....
Es muss reichen das Kontrollen stattfinden und diese veröffentlicht werden,aber wer als Gast verlangt erst durch den Betrieb geführt zu werden würde zurecht auf Widerstand stossen.....
Die "Besichtigung der Küche" durch den Gast ist durchaus ironisch zu verstehen. Lesen Sie mal alles zusammen im Kontext des Psychphatischen.
10:57
...
Zumal es an einer Stelle dann heißt, der Bestand sei abverkauft. Eine Ratschlags-Wirkung für künftige Chargen ist daraus m. E. also nicht ableitbar.
In den Küchen handelt es sich vielfach um fehlende Infektionsschutzbelehrungen. Was sicher nicht richtig und nicht gut ist. Welcher Art die konkrete Beanstandung aber wirklich ist, bleibt m. E. offen.
Möglicherweise verläuft sie vielfach ausschließlich am Rande bestehender formaler Vorschriften, die aber - das räume ich natürlich ein - einzuhalten sind.
Ich lese jedenfalls nirgendwo einen solch klaren Satz wie etwa
„Koch kam gerade von der Toilette, hatte seine Hände nicht gewachsen und steckte sie dann in die Suppe“.