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NRW sperrt 138 Betriebe wegen Dioxin-Futters

04.01.2011 | 17:47 Uhr

Münster/Düsseldorf. Im Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter und verseuchte Eier ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Itzehoe gegen die Futtermittelfirma. Zuvor war bekannt geworden, dass die Firma technische Mischfettsäure für die Futterproduktion eingesetzt hatte.

Der Dioxin-Skandal weitet sich aus. NRW sperrte am Dienstagabend 138 weitere Höfe, allein im Kreis Borken sind 38 Betriebe betroffen. Das Futter soll auch an Milchviehbetriebe ausgeliefert worden sein.

Der Hersteller des verseuchten Futtermittels, die Firma Harles & Jentzsch aus Schleswig- ­Holstein will von der Gefährlichkeit ihrer Produkte nichts gewusst haben. „Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm -, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist“, beteuerte Geschäftsführer Siegfried Sievert.

Riskanter Leichtsinn

Experten halten dies für riskanten Leichtsinn. So erklärte das Bundesamt für Verbraucherschutz, die Kennzeichnung des Industriefetts sei völlig ­eindeutig gewesen. Es hätte nie für Tierfutter verwendet werden dürfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestehe der konkrete Anfangsverdacht, dass die Firma gegen das Futtermittelrecht verstoßen und eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen in Kauf genommen habe. Im Falle einer Verurteilung drohen den Verantwort­lichen „eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren“, so der Oberstaatsanwalt Ralph Döpper.

Verbraucher, die wissen möchten, ob sie giftige Eier gekauft haben, können dies auf der Internet-Seite des NRW-Umweltministeriums (www.umwelt.nrw.de) an­hand der vorgeschriebenen Kennzeichnung überprüfen.

Bei vielen Eiern herrscht noch immer Unklarheit

Wie viele verseuchte Eier in den Handel gelangt sind, ist nicht bekannt. Allein in ­Niedersachsen dürften es aber Millionen sein. Ein geschlossener Betrieb in Soest hatte etwa 120 000 Eier verkauft. Eier und Fleisch aus Bio-Produktion sind nach Angaben der NRW-Umweltbehörden nicht betroffen.

Beim Gros der belasteten Eier herrscht aber weitgehend Unklarheit. Noch sind zudem nach Behördenangaben nicht alle von dem Skandal betroffenen Höfe bekannt. Konsumenten können bisher nur anhand einiger Anhaltspunkte auf dem Ei auf Nummer sicher gehen. So ist auf Eiern aus Deutschland der Buchstabencode „DE“ gestempelt. Zudem hat jedes Bundesland eine bestimmte Kennziffer. Beim besonders betroffenen Bundesland Niedersachsen ist dies etwa die „03“ auf dem Ei. Die anschließende Ziffer bezeichnet den Betrieb.

Rinderwahn, Nitrofen, Dioxin

Fast alle großen Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre hatten ihre Ursache in Futtermitteln. Ob BSE („Rinderwahn“, ab 1997), Pflanzenschutzmittel in Futtergetreide (Nitrofen-Skandal, 2002) oder eben Dioxin. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert daher strengere Kontrollen der Hersteller.

Die Vizefraktionschefin der Grünen im Bundestag, Höhn, mahnte: Dort, wo gleichzeitig technische Fette und Futtermittel verarbeitet werden, müsse viel gründlicher hin­geschaut werden. Härtere Kon­trollen fordert auch NRW-Verbraucherschutzminister Remmel (Grüne). Er will zudem strengere Haftungs-­ Regeln für Futtermittel-Hersteller. Der beste Schutz sei eine regionale, ökologische Landwirtschaft, so Remmel.

Matthias Korfmann

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Kommentare
06.01.2011
18:33
NRW sperrt 138 Betriebe wegen Dioxin-Futters
von fj.klur | #44

Ob es wohl sinnvoll ist, eine Anzeige wegen Körperverletzung zu stellen.

Und das eben millionenfach!

Leute, die uns wissentlich Dioxin auf den Esstisch bringen, müssen doch irgendwie zur Verantwortung gezogen werden!

Denen steht zumindest ein finanzielles Ende zu, normalerweise gehören die lange, lange in den Knast!

Und was hört man von der Regierung?

Da ist eine Gesetzeslücke?

Man darf uns heute mit Ultragiften füttern?

Das kann doch wohl nicht wahr sein!

05.01.2011
11:30
Millionen Gifteier wurden verkauft
von weiderr | #43

Schon gesten hieß es, dass die verseuchten Futtermittel auch an Mastbetriebe ausgeliefert wurden.
Trotzdem wird momentan, aus welchen Gründen auch immer, fast ausschließlich nur von Eiern, wenn es hoch kommt auch mal von Hühnerfleisch gesprochen.

Interessant ist, dass der Futtermittelhersteller zugibt, über Jahre (!!!!), natürlich aus reinem Versehen, dioxinbelastetes Futtermittel in Umlauf gebracht zu haben.

Das heisst doch: Wir Verbraucher haben schon über mehrere Jahre dioxinbelastete Tierprodukte jedweder Art zu uns genommen !!!!!

Eine nicht zu glaubende Ungeheuerlichkeit, den kleinen Krebs wird es freuen.

05.01.2011
08:53
NRW sperrt 138 Betriebe wegen Dioxin-Futters
von ichglaubannichts | #42

Hilfeeeeeeee, müssen wir jetzt alle sterben!?
Diese Panikmache ist ja noch schlimmer als bei der Schweinegrippe.
Es gibt immer noch eine Steigerung!!

Glück auf!

05.01.2011
08:45
Millionen Gifteier wurden verkauft
von der-realist | #41

die beste strafe ob dioxin-ei, gammelfleisch, gammelkäse oder sonstwas: lasst die panscher ihren kram selber auffressen! Muss das eine Freude sein wenn man weiß was man reingetan hat

05.01.2011
07:00
Millionen Gifteier wurden verkauft
von EiEiEi | #40

@ 6 das stimmt so nicht.

Landwirtschaftsministerium NDS hat folgende Stempelnummer bekannt gegeben.

2-DE-0355461

Verbraucherzentrale HH gibt 4 Stempelnummern an.

2 - DE - 0513912 aus NRW
3 - DE - 0514411 aus NRW

2 - DE - 0350121 aus NDS
2 - DE - 0350372 aus NDS

somit sind es schon 5 Stempelnummern.

05.01.2011
06:18
Blockierter Kommentar.
von Untergang-schwarzgelb-beginnt-2011 | #39

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.01.2011
00:20
Millionen Gifteier wurden verkauft
von len | #38

ja manni-0412 hat Recht!!!

Bärli fragt:Warum werden Betriebe,die so verantwortungslos handeln, nicht enteignet und das gesamte Vermögen eingezogen?

Ganz Einfach, wir leben in Rechtsstaat in dem jeder als unschuldig gild bis sein Schuld beweisen ist. (warten also, das ist nicht immer leicht aber notwendig)

combo59 vielleicht Hilft dir das etwas weiter
http://de.wikipedia.org/wiki/Dioxine

Ps. Fingerhut und Fliegenpilze ist auch rein nätürlich

05.01.2011
00:19
Millionen Gifteier wurden verkauft
von geschwaetz | #37

ich kann das dumme geschwätz, dass die verbraucher selbst schuld sind, nicht mehr hören.

selbst wenn alle 40 Euro fürs kilo fleisch zahlen, gibt es eine drecksau, die versucht die kostn für die herstellung mit illegalen methoden zu drücken.

es geht nicht darum, dass der bürger das billige kauft, sondern dass es gierigen abschaum gibt, der nie mit dem gewinn zufrieden ist.

grüsse
geschwätz

05.01.2011
00:08
Millionen Gifteier wurden verkauft
von Silvertrucker | #36

Da kauft man seit 40 Jahren die Eier bei seinem lokalen Geflügel-Mann auf dem ... Wochenmarkt im Süden von Essen. Schon der Vater hat mir als Kind seine Eier verkauft.
Dann dass ups; findet man in seinem Kühlschrank noch 2 braune Eier von Ihm mit den gerade veröffentlichten Nummern 3-DE-0514411... und dem Hinweis von unserer Verbraucherschutzministerin es seien ja nur die braunen Eier gewesen die bedenklich sind.
Unsere Familie hat in der Zeit vor Weihnachten etwa 20-30 dieser Eier von unserem Eiermann verbraucht. Und jetzt... stehen wir da ... Ich habe mich bisher nicht um die Nummer auf den Eiern geschert, denn die Eier kamen ja von unserem Eiermann vom Markt ... jetzt werden einige sagen oh wie kann er nur, Eier 3, dass sind doch Käfigeier, die kaufe ich nicht. ... Aber mal Hand aufs Herz ich hatte bisher etwas anderes zu tun als die Nummer auf den Eiern zu analysieren, denn die kamen doch von meinen Eiermann vom Markt. Das ist ein bisschen zu simpel: wir Verbraucher sind selber schuld, Arbeitsteilung ist in einer Volkswirtschaft nicht erst seit dem 21. Jahrhundert bekannt.
Als Verbraucher habe ich keinen Einfluss, wenn aus niederen Gründen einfach mal das Fett aus dem falschen Tank gezapft wird. Die Politik beschwichtigt, damit alle schön ruhig bleiben.

Hallo.. in welcher Bananerepublik leben wir denn, von der Volksgesundheit ganz zu schweigen.

*** ICH KÖNNTE SCHREIEN VOR WUT ***

und wo bleiben die Verantwortlichen, vermutlich noch bei der Loveparade.

... ein Bürger der es satt hat, sich einlullen zu lassen.

04.01.2011
23:33
Millionen Gifteier wurden verkauft
von KFR | #35

laut VerbraucherZentrale HH zwei weitere Kennungen aus NDS :

2-DE-0350121
2-DE-0350372

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