NRW-Schulministerin begrüßt Hausaufgaben-Abschaffung
05.10.2012 | 19:38 Uhr 2012-10-05T19:38:00+0200
Essen. Das Düsseldorfer Schulministerium unterstützt die Initiative eines Oberhausener Gymnasiums, Hausaufgaben abzuschaffen. Doch es gibt auch Gegenstimmen, die sich um die Bildungsfortschritte der Kinder sorgen.
Der Ruf nach Abschaffung der Hausaufgaben wird lauter. Hintergrund ist die zunehmende Belastung vieler Schüler in NRW durch das Turboabitur. Es führt dazu, dass die Jungen und Mädchen immer öfter auch am Nachmittag in der Schule sitzen und anschließend noch bis in den Abend hinein über den Hausausgaben brüten. Ein Gymnasium in Oberhausen schafft nun die Hausaufgaben für die Mittelstufe ab.
Sylvia Löhrmann: "Vorstoß konsequent und richtig"
Aus dem Düsseldorfer Schulministerium kommt Unterstützung für den Vorstoß: „Konsequent und folgerichtig“ findet NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) das Konzept, das Lehrer, Eltern und Schüler an der Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium erarbeitet hatten. Nach den Sommerferien 2013 müssen die Kinder der Klassen fünf bis neun dort keine klassischen Hausaufgaben mehr abliefern. Im neuen Schuljahr werden sie im „gebundenen Ganztag“ lernen. Sprich: Für insgesamt rund 550 Kinder und Jugendliche endet der Schulalltag verpflichtend an mindestens drei Tagen erst zwischen 15 und 16 Uhr. Nach dem letzten Klingeln haben die Schüler in Oberhausen dann frei.
Oberhausen.Am Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen bekommen die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun demnächst keine Hausaufgaben mehr.
Was ganz im Sinne von Ministerin Löhrmann ist: „Einer der Punkte zur Optimierung der verkürzten Schulzeit ist, die Hausaufgaben möglichst in den normalen Unterricht zu integrieren“, erklärte sie. „Das gilt umso mehr für Ganztagsschulen, so dass die Schülerinnen und Schüler in der Regel zu Hause keine Hausaufgaben mehr erledigen müssen.“
Landeselternschaft: "Hausaufgaben mit Augenmaß erteilen"
Während viele Kinder – und deren Eltern – von einer solchen Regelung träumen, halten viele Lehrer Hausaufgaben nach wie vor für sinnvoll. „In Zukunft werden die Gymnasien dieses Thema aber anders behandeln müssen als bisher“, sagte Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW. Die Landeselternschaft der Gymnasien dringe darauf, „die Gesamtbelastung der Schüler durch das Abitur nach acht Jahren im Blick zu haben“. Hausaufgaben abzuschaffen, sei sicher nicht möglich. „Aber man muss sie mit Augenmaß erteilen. Man muss nicht nach jeder Schulstunde Arbeit mitgeben – pädagogisch ist das nicht nötig.“
Ein Gymnasium in Oberhausen hat Hausaufgaben abgeschafft. Die Debatte über eine Abschaffung ist nicht neu. Seit über 170 Jahren streiten Pädagogen über den Sinn und die Lerneffekte von Schularbeiten daheim. Studien belegen: Der Erfolg des einsamen Lernens ist gering. Experten fordern ein Umdenken.
Dorothea Schäfer, NRW-Chefin der Lehrergewerkschaft GEW, plädiert dafür, Hausaufgaben so weit wie möglich in die Schule zu verlagern: „Die Aufgaben werden doch am besten dort gelöst, wo Kinder und Jugendliche bei Bedarf sachkundige Hilfe bekommen.“ Zu viele Eltern könnten dies nicht leisten.

09:00
peerbeinstueck #27 ist einer von diesen Snobs, die ihr Wechselbalg unbedingt aufs Gymnasium drücken, aber die dafür erforderliche Leistung nicht akzeptieren wollen. Hautpsache, man tummelt sich in der richtigen Gesellschaft, gell?
Ich habe übrigens auch keine Hausaufgaben gemacht - nie. Aber ich habe den Stoff auch kapiert. Das kann man von Ballerspielern und Smarttelefonierern nicht gerade behaupten. Siehe PISA.
Danke, besser kann man es gar nicht ausdrücken:"Ich habe übrigens auch keine Hausaufgaben gemacht - nie. Aber ich habe den Stoff auch kapiert." Ich brauche es nicht, aber andere müssen! Tatsächlich verstehen die meisten den Stoff sofort. Wer nicht, lernt es freiwillig nach. Hier geht es darum, dass mit Pflichthausaufgaben Schüler selektiert werden. Für jede nicht gemachte Aufgabe gibt es eine sechs. Es gab sogar Lehrer, die werteten Hausaufgaben in der Endnote höher als Tests und Klausuren. Wem zuhause Freunde, Familie und bezahlte Nachhilfe zur Seite stehen, bekommt daher das bessere Zeugnis, selbst wenn er strohdumm ist. Der Klassenkampf geht eben bis ins Kinderzimmer.
13:13
besser als unter Beitrag 27peerbeinstueck kann man es nicht sagen.
Hier glänzen mal wieder viele mit "Fachwissen" und vergleichen Äpfel mit Birnen.
12:44
Hausaufgaben sind wichtig und auch richtig! Es festigt gelerntes!
Sorry, solche Diskussionen sind mir total unverständlich!
Schaffen wir doch auch noch das Arbeiten ab! Wenn schon denn schon!
Danke, wer sich Kohlensteiger nennt, macht damit deutlich, von vorgestern zu sein.
12:27
Mann, Mann!
Was ist das denn?
Wer die Entscheidung der Pädagogen verteidigt, muss logischerweise selbst Pauker sein?
80 % der Eltern/Schüler sind verweichlicht?
Und was hat jetzt Sauerland damit zu tun?
Und wenn Sie bis 16.00 Uhr in der Schule waren und da auch schon Ihre Hausaufgaben erledigt haben, haben Sie doch zuhause auch keine mehr gemacht, oder?
Hätte nicht gedacht, dass jemand das "Niveau" der bisherigen Beiträge noch so überbieten kann.
12:22
Wenn es unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen schon nicht zu verhindern ist, muss man Eltern aber wohl entscheiden lassen, ob ihre Kinder ohne oder mit Hausaufgaben glücklicher werden. Das entscheidet sich letzlich aber nicht schon in der Kindheit, sondern erst dann, wenn sie dem in unserer Gesellschaft vorherrschenden Leistungsprinzip richtig ausgesetzt sind. Wenn sie ernsthaft betrieben wird, bietet Schule da nur einen kleinen Vorgeschmack.
Zwar könnte man sagen, dass an der Spitze ohnehin nicht für alle Platz ist und mit derartigen Maßnahmen eine Art "Vorauslese" betrieben wird. Auf der anderen Seite ist aber ganz Deutschland zu überdurchschnittlichen Leistungen verdammt, wenn es seinen Lebensstandard gegenüber der Konkurrenz halten will.
Aus dem Ausland importierte Leistungsträger, die (fast) immer ihre Hausaufgaben gemacht haben, werden uns nicht reichen. Was man in Kindheit und Jugend versäumt, ist später nur schwer aufzuholen. Aber wem will man das erklären?
12:19
Wenn ich hier so die Kommentare so lese,wird mir spei übel!
Schreiben hier die Pauker heimlich mit? Ich bekomme den Eindruck als täten sie es.Weil wer sich so ins Zeug legt andere zu überzeugen,kann nur selbst betroffen sein!
Am Rande,ich war selbst bis 16 UHR in der Schule.Da hat man früher drüber gelacht!
Ganztagsunterricht mit Freistunden zwischendrin.Da konnte man Schulaufgaben machen oder sich vorbereiten auf einen Test der in der Schule drankam.
Nannte sich Gesamtschule.Heute eine bessere Hauptschule!
Leider!!!!
Ps: Die heutigen Eltern und deren Kinder sind doch zu 80% verweichlicht was die Erfüllung gewisser Grundvorraussetzungen angeht! Leider meine Erfahrung! Die WAZ sollte sich mal wieder schämen.Alles was gegen Sauerland,Söhren und der Meinung der Mehrheit geht ,wird hier gelöscht.Negativ Kritik unerwünscht.So kann man den Leser auch hinter das Licht führen!!! Pfuideiwel
Wenn Sie mitbekämen, wie viel Hausaufgaben manchmal schon Grundschüler zu bewältigen haben, nachdem sie 6 Stunden in der Schule waren, dann wüssten Sie, dass sehr viele Lehrer PRO Hausaufgaben sind, es eben nicht selten sogar übertreiben.
12:10
Anscheinend ist es um die Lesekompetenz wirllich nicht gut bestellt.
Deshalb nur ein paar Anmerkungen:
- Es ist keine Entscheidung der pöhsen rot-grünen Landesregierung, sondern der Pädagogen vor Ort, die Ganztagsschüler von Hausaufgaben zu befreien.
- Wie unschwer zu lesen ist, endet die Schule teilweise erst um 15 oder sogar 16.00 Uhr. Insofern sind die Äußerungen "Wir haben das doch früher auch geschafft" ziemlich sinnfrei. Wenn wir früher um 13.00 Uhr Schluss hatten und tatsächlich noch 1 bis 2 Stunden Hausaufgaben gemacht haben, hatten wir immer noch mehr Freizeit als heute die Ganztagsschüler.
Es ist schon amüsant zu sehen, wie Leute über die Bildung unserer Kinder herziehen, die anschiend nicht einmal in der Lage sind, einen einfachen Zeitungsartikel zu verstehen.
Sie können den Zeitungsartikel ja in Ihrem Sinne deuten. Sie glauben also wirklich, daß eine Frau Löhrmann den Oberhausenern die Sache nicht abgesegnet hat. Wenn Frau Löhrmann diese Sache nicht gepaßt hätte wäre es nichts mit keine Hausaufgaben.
@Broncezeit, richtig, Frau Löhrmann hätte den Oberhausenern die Sache verbieten können. Doch wozu hätte sie das tun sollen ? Das anerkannte Institut für Bildungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund hält Hausaufgaben grundsätzlich für überschätzt. Damit schließen sie sich früheren Studien an. Hausaufgaben haben die Bedeutung, dass man etwas greifbares auf Papier hat. Das lässt sich messen und vergleichen. Mit dem Bildungserfolg hat es jedoch nichts zu tun.
12:03
Entschuldigung,
wer hier wirklcih ernsthaft diskutieren möchte, der sollte erst einmal Begriffe klären, der sollte offenlegen, wo es im deutschen Bildungssystem hakt (im Vergleich zu den Nachbarländern)
Warum bestimmte Standesdüngler dieses schon seit JAhrzehnten gescheitere Bildungssystem verteidigen, während sie das in den Nachbarländern erfolgreiche Schulsystem als "Einheitsschule" verteufeln!
Hausaufgaben sind Mummpitz, das weiß jeder der auch nur ansatzweise sich mit Schule und Erzeihung beschäftigt hat, AUS und Punkt
Ps:: dass man (zb.:) zum Vokalbel lernen auch noch ein bisschen Eigenverantwortung mit bringt ist natürlich selbstverstänlich!
Aber da will ja eigentlich die gute Schule für die Kinder hin, eigenverantwortliches Lernen, Erziehung zur Selbstständigkeit.! Und wenn die KIds auch Zukunftsaussichten bekommen, dann klappts bestimmt besser.
In Ganztag, Inklussion, INtegration und ein gemeinsames Lernen.
Und hierfür, Frau Ministerin, sollten sie schnellstens Geld auftreiben!
11:50
Es wäre müßig zu erklären, warum Hausaufgaben für die meisten Fächer absolut notwendig sind. Wer von Lerntheorien keine Ahnung hat und für wen Leistungen zweit- bis drittrangig sind, der kann das nicht verstehen, weil er es schlicht nicht verstehen will.
Der eigentliche Skandal ist, dass derartige Aussagen von verantwortlichen Bildungsministern gemacht werden und zwar genau an dem Tag, an dem die Ergebnisse vergleichender Bildungsstudie veröffentlicht werden. In diesem Zusammenhang wurde noch einmal klargestellt, dass es um einheitliche Bildungsstandards gehen muss.
Das mehr als mittelmäßige NRW hat die Wahl, ob es Ländern wie Bayern oder Sachsen nacheifern will oder zu den Stadtstaaten absteigen will.
Wer Löhrmann wählt, kann doch wohl nur den Abstieg wählen. Deprimierend für alle, die mal GRÜN oder SPD gewählt haben.
Wer in der Schule den Stoff nicht verstanden hat, der wird dies auch bei den Hausaufgaben nicht schaffen, wenn er keine Unterstützung hat. Die fehlt aber oft in der Familie, so dass unsereiner dann in der Kinder- und Jugendbetreuung diesen Part übernehmen darf!
Danke, immerhin haben wir Hanno2 als Experten :-/
11:20
Das ist dasErgebnis der Landtagswahl wie kann man eine Regierung wählen die kein Geheimnis daraus macht das Ihr DUMME Schüler lieber sind als Schüler die etwas Lernen. NRW schafft sich jeden Tag mehr ab.
Die Hausaufgabenpflicht für Ganztagsschulen wurde bereits unter Schwarz/Gelb und Ministerin Barbara Sommer (CDU) abgeschafft. Sylvia Löhrmann hat jetzt diesen Beschluss nur bestätigt und zwar auf ausdrücklichen Rat der Experten.