NRW-Schulen reagieren ratlos auf das Kopftuch-Urteil

Kopftuch tragende Musliminnen gehören längst zum Alltagsbild in unseren Städten. An den Schulen kann das Tragen von Kopftüchern zu Problemen führen.
Kopftuch tragende Musliminnen gehören längst zum Alltagsbild in unseren Städten. An den Schulen kann das Tragen von Kopftüchern zu Problemen führen.
Foto: dpa (Archiv)
Was wir bereits wissen
Nach dem Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts wächst an den Schulen in NRW die Furcht vor religiösen Auseinandersetzungen und alltäglichen Rechtsunsicherheiten.

Düsseldorf.. Bei einer Expertenanhörung im NRW-Landtag haben Lehrer, Eltern und Kirchen klarere Regeln für muslimische Lehrerinnen gefordert, die ein Kopftuch tragen wollen. Die Landesregierung müsse darlegen, wie religiöse Symbole in den Schulalltag integriert werden können, forderte Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung.

„Wir dürfen diese Konflikte nicht in Schulen tragen, die es ohnehin schwer genug haben“, warnte Rainer Dahlhaus von der Schulleitungsvereinigung der Gesamtschulen. Auch Thomas Weckelmann vom Evangelischen Büro äußerte die Sorge, dass der „Ausgleich zwischen Neutralitätspflicht und Glaubensfreiheit“ auf die Schulen abgewälzt werde.

Gefahr für den Schulfrieden

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Januar entschieden, dass ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen nur noch dann rechtens ist, wenn eine konkrete Gefahr für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität bestehe.

Wann dies der Fall ist, sagte Karlsruhe nicht.

Der Philologenverband warnte die Landesregierung davor, den Schulen eine „Einzelfallprüfung“ zum Schulfrieden aufzubürden.