NRW-Regierung lockert die Lateinpflicht an Universitäten

Viele Studenten können sich bald die Lateinkurse an der Uni sparen.
Viele Studenten können sich bald die Lateinkurse an der Uni sparen.
Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool
Lateinunterricht bis zum Abitur bieten nur noch wenige weiterführende Schulen an. Die Folge: Viele Studienanfänger müssen sich das fehlende Schulwissen in einem intensiven Lernprogramm einbimsen. Das Pensum ist hart und erfordert viel Disziplin. Nicht allen gelingt der erfolgreiche Abschluss.

Düsseldorf.. Wer an einer NRW-Univer­sität künftig Englisch, Französisch oder Spanisch studiert, soll keine Lateinkenntnisse mehr nachweisen müssen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hält den Verzicht auf die Latinums-Pflicht vor allem für moderne Fremdsprachen für vertretbar.

Auch in anderen Fächern soll die Lateinpflicht für Lehramtsstudenten gelockert werden.

So müssen Englisch-Studenten auch künftig über Kenntnisse einer zweiten Fremdsprache verfügen, diese ist aber ­ohnehin Voraussetzung für das Abitur in NRW. In den Studienfächern Geschichte oder Philosophie soll die Qualifikation in Latein „auf dem Niveau des Kleinen Latinums“ ausreichen. Der Nachweis des Latinum oder Graecum für Altsprachen bleibt bestehen.

Hochschule Die geplante Neuregelung kann frühestens in einem Jahr in Kraft treten. Zunächst muss der Landtag darüber beraten. SPD, Grüne und Piraten haben sich bereits dafür ausgesprochen, die aktuell geltende Latinums-Pflicht abzuschaffen.

Für Studenten, die in der Schule kein Latein lernten und das Latinum zurzeit an der Uni nachträglich schaffen müssen, bedeutet dies einen sehr hohen Zusatzaufwand, „der die Gefahr von Studienabbrüchen beinhaltet“, so Löhrmann. 2015 wird zudem für alle künftigen Lehrer neben den bisherigen Praktika flächendeckend ein Praxissemester eingeführt.