NRW-Politiker verkündet Wahlergebnis vorab im Netz
24.05.2009 | 19:45 Uhr 2009-05-24T19:45:00+0200
Berlin/Bonn. Das Ergebnis der Wahl zum Bundespräsidenten machte bereits im Internet die Runde, als es offiziell noch gar nicht verkündet war. Der Bonner SPD-Politiker Ulrich Kelber hatte es beim Microbloggingdienst Twitter veröffentlicht. Kritik an diesem Vorgehen weist er im Interview zurück.
Norbert Lammert hatte Horst Köhlers Wiederwahl noch nicht verkündet, da war das Ergebnis schon bei Ihnen im Twitter-Account nachzulesen . Andere Twitterer stellten sofort die Frage: Darf der das?
Ulrich Kelber: Klar darf ich das. Es gibt kein Gesetz, das verhindert, dass ich das Ergebnis der Wahl zum Bundespräsidenten veröffentliche, wenn ich es erfahre. Wäre ich Schriftführer, dann wäre das ein Faux pas, vielleicht sogar einer, für den ich mit einer Rüge rechnen müsste. Aber als einfaches Mitglied ist das unproblematisch.
Allerdings müssen auch Sie die Info ja irgendwoher haben. Fällt das jetzt auf den Schriftführer zurück, der es ihnen gesagt hat?
Kelber: Es gibt 60 Schriftführerinnen und Schriftführer, zehn bis 15 davon waren an der Auszählung beteiligt. Ich schütze meine Quellen schon, keine Bange. Abgesehen davon: Es war einfach irgendwann der Punkt gekommen, an dem alle im Saal das Ergebnis kannten. Bei der CDU machte sich ein zufriedenes Grinsen breit, die Linkspartei erfuhr es gerade – ich saß schräg hinter Gysi und hab es mitbekommen. Auch bei der SPD ging die Info in dem Moment rum, und ich saß von den Politikern, die aus der Bundesversammlung getwittert haben, nun mal relativ weit vorne und habe es dadurch ein bisschen früher erfahren.
Warum haben Sie überhaupt von dort getwittert ?
Kelber: Ich glaube, dass die Leute daran Spaß haben, wenn sie von politischen Ereignissen solche Eindrücke bekommen. Ich habe mich bemüht, viel mit Fotos zu arbeiten: Wie füllt sich der Saal, wer wartet wo – wenn man die Ruhe dafür hat, dann geht das. Bei anderen Veranstaltungen, wo ich selbst auf dem Podium sitze, hätte ich keine Zeit, auch noch zu twittern. Aber hier hat es funktioniert Dass das auf Interesse stößt, merkt man schon allein daran, dass ich im Laufe des Tages fast 50 neue Follower bekommen habe.
Und wie geht der Tag nun weiter? Ein Bier mit dem wiedergewählten Bundespräsidenten?
Kelber: Ich bin schon auf dem Weg zum Flughafen, um kurz vor sieben lande ich heute Abend in Köln-Bonn. Von da fahre ich weiter nach Bonn, zum Fest der Demokratie.

22:28
DAS VOLK? Lieber nicht. Zehn Millionen lesen täglich die BLÖD-Zeitung, was ist von denen zu erwarten? Weitere Millionen wählen seit eh und je CDU oder SPD - da tut sich auch nichts. Also: Geh mich wech mit dat Volk.
20:56
Schon wieder dieser twitter-Blödsinn! Unglaublich, wie man ständig irgendeinem neumodischen und absolut idiotischem Trend (auch Marktlücke genannt) hinterherläuft, der in spätestens 6 Monaten wieder vollkommen in der Versenkung verschwunden sein wird.
18:43
Ein wirklicher Skandal ist m.E. dass bei dieser Wahl DAS VOLK mal wieder draussen bleiben musste. Medienprominenz war wichtiger als wirkliche Volksvertreter. Diese Prommi´s wurden von den Parteien ausgesucht. Wenn sich jetzt noch einer von diesen Politikern hinstellt und von Bürgernähe und Volkswillen spricht, dem sollte der Blitzschlag treffen. Eine verlogene, korrupte und verlodderte Spesendemokratie !!! Pfu Teufel - ich kotze !!!
12:55
Wenn das in Afrika passiert wäre, was für ein Skandal, typisch Entwicklungsländer, alles nur Fassade usw.
aber bei uns?
Zweierlei Maaß. Oder etwa nicht.
Im Grund ist es doch egal, nun haben wir ihn wieder, die Blasmusik ertönt, Hurra.
11:44
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11:43
Es ist kein Skandal, wenn ein Abgeordneter das, was er weiß, weitererzählt, zumal dann, wenn es bekanntermaßen nur wenige Minuten später öffentlich verkündet wird. - Peinlich ist, dass einer der Schriftführer nicht schweigen konnte, aber auch das ist irgendwie noch menschlich. - Oberpeinlich ist, dass Lammert draußen vor dem Reichstag auf Köhler wartet und sich dann damit herausredet, die Verzögerung sei durch Genauigkeit beim Auszählen entstanden. - Nicht mehr entschuldbar ist der Klamauk, der entstanden ist, weil Lammert es nicht geschafft hat, das Protokoll einzuhalten, so dass wegen der Musiker und der Blumensträuße eine ausgesprochen unangenehme Situation für Köhlers Gegenkandidaten, letztlich aber auch für ihn selbst, entstanden ist. Das ist absolut unwürdig gewesen. - Daneben ist das Twittern eines Abgeordneten eine kleine Spielerei, die eigentlich nicht der Erwähnung wert ist. Übrigens hat es mehrere Mitglieder der Bundesversammlung gegeben, die die Nachricht vor der offiziellen Verkündung nach außen gesendet haben.
11:27
Er wurde mit 613 Stimmen gewählt - was exakt der notwendigen Stimmenzahl entspricht - dabei verfügten Union, FDP und Freie Wähler eigentlich über 614 Stimmen. Seine Rivalin Gesine Schwan (SPD) erhielt 503 Stimmen, der Kandidat der Linkspartei, Peter Sodann, kam auf 91 Stimmen. Der von NPD und DVU aufgestellte Frank Rennicke kam auf vier Stimmen. Zwei Stimmen waren ungültig, zudem gab es zehn Enthaltungen.
Das Ergebnis für den Nazikandidaten wurde schon in den Nachrichten verschwiegen....so peinlich war das doch nicht....
Peinlich ist nur das der Winkaugust nicht vom Untertan gewählt werden darf
11:26
Typische Hinterbänkler, die sich einmal im Leben wichtig machen wollen. Schon ärmlich, wenn man nur dadurch wichtig zu wertden glaubt, indem man Informationen einen Tick früher als die offiziellen Quellen veröffentlicht.
06:35
Auf diese Art kommen irgendwelche Wichtigtuer auch mal in die Zeitung.
00:18
Der Twitter spinnt.