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Marode Brücken in NRW - im Kreuz Leverkusen drohen Staus

19.02.2013 | 00:21 Uhr
Marode Brücken in NRW - im Kreuz Leverkusen drohen Staus

Düsseldorf/Siegen.   Viele Autobahnbrücken in NRW sind stark sanierungsbedürftig. Allein auf der A 45 („Sauerlandlinie“) müssen in den nächsten Jahren 79 Autobahnbrücken saniert werden. Aktueller Fall: Die meistbefahrene Brücke im Autobahnkreuz Leverkusen (A1/A3) hält den Verkehrsbelastungen nicht mehr stand und muss saniert werden. Es drohen Staus.

Der Zustand der Autobahnbrücken in NRW wird immer bedrohlicher. Allein auf der A 45 („Sauerlandlinie“) müssen in den nächsten Jahren 79 Autobahnbrücken saniert werden. Um den Schwerlastverkehr der Industrie zu den Häfen zu gewährleisten, will NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) am 8.März „Korridore“ festlegen, die abseits gesperrter Brücken ständig befahrbar sind.

Der weltweit agierende Siegener Maschinenbauer SMS Siemag hatte beklagt, dass seine oft mehr als 100 Tonnen schweren Transporte erhebliche Umwege fahren müssen, weil Brücken für Schwertransporte gesperrt wurden. Groschek kann aber nicht ausschließen, dass bei den Nachberechnungen von Autobahnbrücken in den nächsten Monaten weitere Einschränkungen notwendig werden.

Wegen der Sperrungen drohen Staus

„Das Gros der 375 kritischen Brücken in NRW ist auf Dauer nicht mehr standfest“ , sagte Groschek. Neuester Fall: Die meistbefahrene Brücke im Autobahnkreuz Leverkusen (A1/A3) hält den Verkehrsbelastungen nicht mehr stand und muss saniert werden. Die Folge: Es drohen Staus. Noch in dieser Woche wird das Tempo von 100 auf 60 km/h reduziert. Zudem werden die Fahrstreifen verengt und ein Verbot für Lkw über 44 Tonnen verhängt. In drei bis sechs Monaten soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Groschek betonte, dass die Belastungsgrenzen der Autobahnbrücke in Leverkusen weit überschritten sei und die Stahlkonstruktion dringend verstärkt werden müsse. Täglich fahren auf der A3 rund 160.000 Autos – davon 17.000 Lastwagen. Ein 40-Tonner verschleißt beispielsweise die Brücke so stark wie 60.000 Autos.

NRW braucht in den nächsten Jahren 3,5 Milliarden Euro

Der NRW-Verkehrsminister forderte kurzfristig ein Sofortprogramm des Bundes („Wir reparieren Deutschland“) für die Sanierung der Autobahnbrücken. Allein in NRW müssten in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 3,5 Milliarden Euro investiert werden. Zur Finanzierung drängte Groschek auf eine verursacherbezogene Erhöhung der Lkw-Maut – auch für die Nutzung von Kommunalstraßen. „Sonst geht die Infrastruktur in die Knie“, sagte Groschek.

Der Experte im NRW-Bauministerium, Eckhard Maatz, kritisierte, dass beim Bau von Autobahnbrücken vor Jahrzehnten Material eingespart wurde. Derzeit werden jährlich 80 der insgesamt 800 Brücken in NRW nachberechnet. Groschek hält jede Großbrücke der A45 für kritisch. „Wie manche Menschen an Osteoporose leiden, so gilt das auch für viele Brücken“, sagte Groschek.

Deshalb müsse kurzfristig die Verstärkung oder auch der Ersatzbau von Autobahnbrücken „an vielen Stellen angepackt werden“. Sonst werde die europäische Verkehrsdrehscheibe NRW bald ausgebremst.

Winfried Goebels

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2013-02-19 00:21
Verkehr, Michael Groschek, Verkehrsmiinister, Brücken, NRW, Sanierung, Baustelle, Stau
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