Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Inklusion

NRW-Ministerin Löhrmann macht Ernst mit Inklusion

22.09.2012 | 01:00 Uhr
Der Anblick von Rollstühlen soll für alle Schüler in NRW bald zum Alltag gehören.Foto: Martin Oeser, dapd

Düsseldorf.   Das NRW-Kabinett hat mit seinem Referentenentwurf den Weg für ein „inklusives Schulsystem“ geebnet. Doch Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) rechnet noch mit viel Widerstand. Den gibt es bereits – und zwar von allen Seiten. Deshalb spricht Löhrmann von einer "Generationenaufgabe".

Das Ziel ist der „Normalfall“: Möglichst viele Kinder mit und ohne Behinderung sollen in NRW gemeinsam lernen. Das Kabinett hat mit seinem Referentenentwurf den Weg für ein „inklusives Schulsystem“ geebnet. Doch Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) rechnet mit viel Widerstand, ehe das Gesetz im Sommer 2013 in Kraft tritt. „Ich stelle mich auf kritische Resonanz von allen Seiten ein“, sagt sie.

Löhrmann spricht von einer „Generationenaufgabe“, die sich nicht „mit der Brechstange“ verwirklichen lasse. Deshalb sollen dem ersten Gesetz weitere folgen. Schon jetzt gibt es viele Vorbehalte. Eltern behinderter Schüler sorgen sich, ob die volle Integration ihrer Kinder schnell genug gelingt. Wer ein nicht behindertes Kind hat, fragt sich oft, ob es an einer Inklusionsschule benachteiligt wird. Lehrer fühlen sich mit der Aufgabe überfordert.

Inklusion als Kampf

Grundsätzlich sollen Kinder mit Behinderung das Recht auf einen Platz in einer allgemeinbildenden Schule erhalten, aber nicht in jeder. Die Aufsichtsbehörde muss den Eltern für ihr Kind mindestens eine Schule in zumutbarer Entfernung vorschlagen. Der Unterricht beginnt jeweils in Klasse 1 und Klasse 5 an einer weiterführenden Schule. Doch Eltern können sich auch weiter für den Besuch einer Förderschule entscheiden. Diese werden von Landesseite nicht abgeschafft. Es ist aber zu erwarten, dass – ähnlich wie die Hauptschulen – immer mehr Förderschulen auslaufen.

116.000 Kinder mit Förderbedarf

Förderbedarf haben in NRW insgesamt 116.000 Kinder. Derzeit besuchen 20 Prozent von ihnen eine Regelschule – mit dieser Quote rangiert NRW bundesweit im unteren Mittelfeld. Dafür stehen seit 2005 zusätzliche 1215 Lehrerstellen zur Verfügung. Innerhalb von zehn Jahren, so die Prognose, soll der Anteil von Schülern mit Handicap im gemeinsamen Unterricht auf 65 Prozent steigen.

Theo Schumacher



Kommentare
23.09.2012
11:27
NRW-Ministerin Löhrmann macht Ernst mit Inklusion
von runningvalentino | #4

Inklusion an deutschen Schulen ist ein gelungener Beitrag zum Thema
"Das deutsche Bildungssystem schafft sich ab!"

Wer mir nicht glaubt, der sollte die Lehrer fragen, die völlig unvorbereitet (!) mit diesem Phänomen konfrontiert wurden ...

22.09.2012
12:14
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.09.2012
11:50
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.09.2012
07:08
NRW-Ministerin Löhrmann macht Ernst mit Inklusion
von blubberdiblubb | #1

Die Umsetzung der Inklusion

http://www.lehrerforen.de/index.php?page=Thread&threadID=34042

Es ist zum Gruseln

Aus dem Ressort
Gasstreit zwischen Russland und Ukraine schwelt weiter
Energie
Im Streit um russische Gaslieferungen haben Russland und die Ukraine am Dienstag in stundenlangen Gesprächen um eine Lösung gerungen. Vertreter beider Länder trafen sich unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Oettinger in Brüssel. Zu einer Einigung kam es nicht, aber zu "wichtigen Fortschritten".
Giftschlange, Hyäne und Bär sollen in NRW verboten werden
Tiere
Würgeschlangen, Vogelspinnen, sogar Raubkatzen und Krokodile leben in deutschen Privathaushalten. Die Landesregierung zieht jetzt Konsequenzen aus der steigenden Zahl von Vorfällen: Die private Haltung hochgefährlicher und vor allem giftiger Tiere soll grundsätzlich verboten werden.
Regierung muss nicht vorab über Rüstungsexporte informieren
Rüstungsexporte
Welche Rüstungsgüter Deutschland ins Ausland verkauft hat, erfährt die Öffentlichkeit erst nachträglich. Drei Grünen-Abgeordnete haben dagegen geklagt. Doch vor dem Bundeverfassungsgericht in Karlsruhe scheiterten sie großteils. In einigen Punkten bekamen die Kläger aber auch recht.
Jüngere Arbeitnehmer fordern so viele Urlaubstage wie Ältere
Urlaub
Sollen ältere Arbeitnehmer mehr Urlaubstage bekommen als jüngere? Sieben Mitarbeiter eines Schuhherstellers aus Rheinland-Pfalz finden: Nein. Sie fordern 36 statt 34 Urlaubstage. Damit hätten sie genauso viele wie ihre über 58-jährigen Kollegen. Jetzt muss das Bundesarbeitsgericht entscheiden.
Ukraine soll in Donezk Streubomben eingesetzt haben
Kämpfe
Das ukrainische Militär soll bei den Kämpfen um Donezk Streubomben eingesetzt haben. In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" heißt es, im Kampf gegen prorussische Separatisten seien rund ein Dutzend der international geächteten Bomben gefallen.
Umfrage
Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

 
Fotos und Videos