NRW landet beim Bildungsmonitor auf drittletztem Platz
15.08.2012 | 16:26 Uhr 2012-08-15T16:26:41+0200
Berlin. Im bundesweiten Ranking der Bildungssysteme ist Nordrhein-Westfalen auf dem 13. Platz gelandet. Die Studie "Bildungsmonitor" hat ergeben, dass NRW in Sachen Zeiteffizienz und Forschungsorientierung vorn liegt. Bei den Betreuungsrelationen und der beruflichen Bildung gibt es Nachbesserungsbedarf.
Alle Bundesländer haben in den letzten Jahren ihr Bildungssystem sinnvoll weiterentwickelt . Das ist das Ergebnis des "Bildungsmonitors 2012", der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt.
Nordrhein-Westfalen belegt demzufolge im bundesweiten Vergleich der Bildungssysteme nur den 13. Platz. Die Studie bescheinigt dem Land dritte Plätze bei der Zeiteffizienz, etwa weil kaum Schüler verspätet eingeschult werden, und bei der Forschungsorientierung. Eine überdurchschnittliche Bewertung erreichte NRW zudem mit dem sechsten Platz bei der Akademisierung.
NRW belegt letzte Plätze bei Betreuungsrelationen und beruflicher Bildung
"Erheblicher Ausbaubedarf" bestehe dagegen bei der Infrastruktur für Kinder unter drei Jahren, hieß es. Letzte Plätze belegte NRW zudem bei den Betreuungsrelationen und der beruflichen Bildung. Auf eine Lehrkraft kamen in NRW im Jahr 2010 rechnerisch 25 Studenten, der Bundesdurchschnitt liegt bei 16 Studierenden. Betriebliche Ausbildungsstellen standen im Jahr 2010 nur 60,8 Prozent der Bevölkerung im Ausbildungsalter zur Verfügung.
"Es geht voran, aber es reicht nicht aus" , resümierte Studienleiter Axel Plünecke vom IW die Ergebnisse. Er forderte unter anderem ein bundesweites Angebot von Ganztagsbetreuung für Kinder von einem Jahr bis zum Schulabschluss. Insgesamt erfasste die Studie 110 Indikatoren. Sachsen schnitt am besten, Schleswig-Holstein am schlechtesten ab.
Sachsen und Thüringen, die beiden Top-Länder der Studie, haben bundesweit das leistungsfähigste Bildungssystem. Beide Länder hätten die beste Kleinkind- und Ganztagsbetreuung, böten individuelle Förderung und bekämpften erfolgreich die Entstehung von Bildungsarmut, heißt es im Bildungsmonitor.
Krippenausbau verbessert - aber noch zu langsam
Fortschritte gab es laut Studie zwar beim Ausbau der Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder: Binnen fünf Jahren verdoppelte sich das Angebot fast von 13,6 auf 25,2 Prozent. "Das ist aber noch zu langsam", monierte IW-Bildungsfachmann Axel Plünnecke. Denn die Bundesregierung will bis August 2013 eine Betreuungsquote von 35 Prozent erreichen.
Kritisch sehen die Experten die im Koalitionsvertrag beschlossene und umstrittene "Herdprämie", die Eltern für die häusliche Betreuung von Kleinkindern erhalten sollen. "Das Betreuungsgeld ist völlig kontraproduktiv", sagte Pellengahr zu Reuters. Wichtiger sei etwa eine flächendeckende Ganztagsbetreuung in Schule und Kita, von der besonders Alleinerziehende profitieren würden. Rund 23 Prozent der Grundschüler besuchten laut Studie 2010 eine Ganztagsschule, zehn Jahre zuvor waren es nur rund vier Prozent.
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21:28
jo, hier wohnen einfach zu viele unter-Tage-Prolls. Die drücken den Schnitt.
Dann ziehen sie doch wo anders hin!
Ich hoffe, das verstehen sie? ;-)
19:11
Das ganze "arbeitgebernah" zu nennen, grenzt ja schon fast an eine Frechheit.
In Wirklichkeit handelt es sich einmal um ein von Arbeitgeberverbänden geleitetes "Forschungsinstitut" und zum Anderen, bei der INSM, um das Propagandaorgan des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall/ Elektro.
Das bei der Studie raus kommt, dass zu wenig U3- Betreuung stattfindet, ist also kein Wunder, denn mehr U3- Plätze bedeuten mehr Frauen, die für die AG zu kleinen Löhnen arbeiten gehen.
Nix mit "Forschung"!
18:14
Bildungsforscher Klemm hat schon beim letzten "Bildungs-Monitor" darauf hingewiesen, wie die guten Ergebnisse im Osten zustande kommen: Da die Geburtenrate in den neuen Bundesländern wesentlcih niedriger ist als im Westen, gibt es immer weniger Schüler, wodurch sich ohne weitere Maßnahmen das Schüler-/Lehrer-Verhältnis verbessert.
Zudem gibt es in diesen Ländern kaum Migranten. (weil sich da nach den Vorfällen in den 90ern kaum noch einer hintraut)
Sol das jetzt das Vorbild für NRW sein?
18:06
Das ist unverdient zu hoch. Schlimmer wäre es nur unter schwarz/gelb...
Was will man erwarten, solange Rentner noch verkünden "die Erde ist eine Scheibe" und sich nicht an den Rand trauen, weil man dann runterfällt.
17:48
Wie lange lassen wir es uns eigentlich noch gefallen, dass Bildung von Wirtschaftsleuten begutachtet wird?
Was sagt denn jetzt die Betreuungsquote für Kleinkinder oder das Angebot an Ganztagsschulen über das Niveau der Bildung aus?
Das INSM, das die Studie in Auftrag gegeben hat, ist ja alles andere als neutral. Das ist auch sein gutes Recht. Aber warum werden die Ergebnisse von den Medien nicht kritisch hinterfragt?
So ist es doch wieder nur eine Vorlage für alle Stamnmtische.
Es ist wirklich schade, dass die Journalisten bei Statistikinterpretationen und Auswertungen gar nichts mehr hinterfragen.
Dafür sind oft nur wenige Minuten erforderlich und schon sähe manche Überschrift ganz anders aus.
Das vorgefertigte Interview des Niedersachsen MPs ist natürlich für Jorunalismus zum Aufwärmen genau richtig.
war dein Name nicht Programm?
17:22
Was will man von rot-grün auch erwarten? Seitdem es Vergleiche mit anderen Bundesländern gibt, ist NRW Schlusslicht. Eine Bildungsreform jagt die nächste - ohne Erfolg. Die SPD laboriert seit 40 Jahren am Bildungssystem herum und jetzt machen es die grünen noch schlimmer.
17:18
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bildungsmonitor-sachsen-fuehrt-schlusslicht-schleswig-holstein-11856665.html
17:16
Naja, Kinder in staatliche Hände und schon läuft es mit der Bildung?
Die Kriterien sind ja nicht besonders aussagekräftig.