NRW ist Brennpunkt für anti-islamische Straftaten

Dügida in Düsseldorf: Aufmärsche und Kundgebungen wie diese werden in NRW seltener.
Dügida in Düsseldorf: Aufmärsche und Kundgebungen wie diese werden in NRW seltener.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Bundesregierung berichtet über zahlreiche Straftaten gegen Moscheen und Gebetsstätten. Schwerpunkte sind wohl das Rheinland und das Ruhrgebiet.

Essen.. Nordrhein-Westfalen ist in den letzten Monaten bundesweit ein Brennpunkt anti-islamischer Straftaten gegen Moscheen und Gebetsstätten. Von den insgesamt 24 polizeilich registrierten Vorgängen zwischen Oktober und Dezember 2015 in Deutschland sind elf von den Polizeibehörden an Rhein und Ruhr gemeldet worden.

Fremdenhass Das geht aus der Regierungsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Die Bundesregierung nennt in den meisten Fällen den Hass rechtsgerichteter Täter als Motiv für die oft verbalen, zum Teil aber auch in Bedrohung, Sachbeschädigung oder Brandstiftung mündenden Straftaten.

Ermittlungen in Dortmund und Schwelm

Einen regionalen Schwerpunkt bildet in NRW neben dem Rheinland das östliche Ruhrgebiet, wo vier der elf Vorgänge ermittelt wurden: In Bergkamen wegen Sachbeschädigung, in Dortmund, Schwelm und Marl wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen oder Beleidigung.

Der bedeutendste Anschlag, den die Ermittler als schwere Brandstiftung werten, geht offenbar auf das Konto einer kurdischen Jugendorganisation. Dabei flogen Mitte November mehrere Brandsätze auf den Eingangsbereich der Mevlana-Moschee in Köln-Porz. Verletzt wurde niemand.

Zahl der Kundgebungen geht deutlich zurück

Deutlich zurück geht in NRW die Zahl der Kundgebungen, die sich gegen eine vermeintliche Islamisierung Deutschlands richten. Hier liegt der Schwerpunkt der knapp 80 Aufmärsche in Ostdeutschland. Sechs meldet die Bundesregierung aus Düsseldorf. Im Oktober kam es zu einem Aufmarsch der Partei „Pro NRW“ gegen eine Moschee in Schwelm.