NRW-Hochschulen überfüllt - Studenten müssen draußen bleiben
11.10.2012 | 06:19 Uhr 2012-10-11T06:19:00+0200
Essen. Zum Start des Wintersemesters sind die Hochschulen in NRW hoffnungslos überfüllt. Einige Hochschulen wirken nicht wirklich vorbereitet auf die Situation. Betroffene berichten über langes Anstehen vor den Seminar-Räumen – oftmals vergeblich. So wird ein Studium in Regelstudienzeit erschwert.
Die Zeiten, in denen sich Studierende um 12 Uhr einen „Guten Morgen“ wünschten, sind vorbei. Wenn angehende Akademiker in diesen Tagen zu lange im Bett bleiben, bekommen sie keinen Platz mehr in den Seminaren. Wer sich nicht früh genug in die Anmeldelisten einträgt, muss draußen bleiben und kann sein Studium eventuell nicht in der Regelstudienzeit beenden.
Wie schon im letzten Jahr sind die Universitäten zu Beginn des Wintersemesters in NRW hoffnungslos überlastet.
Zwar zeigen die Bemühungen um Entzerrung mancherorts erste zarte Wirkung, doch wirklich vorbereitet wirken einige Hochschulen nicht. Auch wenn noch keine Zahlen des Wissenschaftsministeriums über Erstsemester vorliegen, sieht es besonders für Studierende der Geisteswissenschaften schlecht aus, die gewünschten Kurse zu bekommen.
TU Dortmund
Lehramtsstudent Benjamin F. steht in dieser Woche täglich ab 8 Uhr vor überfüllten Seminarräumen. In einigen Kursen ist die Kapazität von ursprünglich 40 auf 60 Teilnehmer erhöht worden. „Trotzdem müssen 30 Studierende draußen bleiben und es im nächsten Semester noch einmal probieren. Zudem leidet die Qualität der Lehre bei 60 Menschen im Raum“, schimpft der Fünftsemester.
Die NRW-Unis stehen vor einem neuem Ansturm der Studenten. Manche Gebäude werden nicht rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters fertig. Es gibt Not-Hörsäle und Notunterkünfte. Die Lage wird sich noch verschärfen, wenn im nächsten Jahr der doppelte Abiturjahrgang zu den Hochschulen drängt.
Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Asta 21 Studierende der Uni mit Klage vor dem Verwaltungsgericht gedroht, um ihren Anspruch auf Zulassung zum Seminar durchzusetzen. „Auch in diesem Jahr haben wir wieder massive Kapazitätsprobleme, insbesondere bei den Lehrämtlern“, sagt Johannes Blömeke, Referent für Hochschulpolitik beim Asta. Auf der heutigen Senatssitzung will die Studentenvertretung dies thematisieren.
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11:17
die studierfaulen Lehramtskandidaten haben wohl eher ein Problem mit der überfüllten Cafeteria.
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09:10
Ich bin wirklich verblüfft! Sind die Unis tatsächlich so plötzlich überrascht worden durch die doppelten Abiturjahrgänge?
Die überfüllten Seminarräume und katastrophalen Anmeldebedingungen gab es schon vor einigen Jahren an der RUB. Schon damals hat es offenbar niemanden von der Verwaltung interessiert. Die Bochumer Uni ist eine echte Katastrophe und es ist eine Frechheit, sich noch um den "Elitestautus" zu bewerben.
Dazu wird ein Komitee über den Campus geführt, das einen zuvor festgelegten Weg abläuft. An diesem entlang wird vorher eifrig restauriert - der Rest verfällt weiter zusehends.
18:49
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
Bei Elektrotechnik, Informatik, etc. gibt es in der Regel sowieso freie Kapazitäten, da sind Aufnahmeprüfungen nicht wirklich von Nutzen.
Aber generell würde ich da zustimmen.
Nu bin ich aber verwirrt, warum wurde der Kommentar auf den ich hier geantwortet habe denn blockiert? Da stand doch absolut gar nichts drin wo man eine Blockierung in Erwägung ziehen müsste?
@bluppdidupp - Es wurde kein Kommentar von Ihnen blockiert. Es sei denn, Sie haben den Kommentar unter einem anderen Nickname geschrieben - einem Nickname, der mittlerweile gesperrt wurde, weil wir ein gewisses Mindestniveau halten möchten.
Andere Kommentare wurden hier nämlich nicht blockiert.
Kleine Hilfe:
bluppdidupp wundert sich in 32-2, dass ein Kommentar geblockt wurde, auf den er GEANTWÓRTET hat, nicht einer, den er GESCHRIEBEN hat.
ja, das geht schnell hier.
15:50
Das Problem bei "einfachen" Lösungen ist meist, dass sie ziemlich kompliziert sind.
Zum einen würde Ihre Lösung einen dramatischen Akademikermangel provozieren, da die Leute, die da studieren, im Normalfall später gebraucht werden.
Dann denke ich , dass Unis, die überfordert damit sind, allen Studenten passende Räume zur Verfügung zu stellen, nicht in der Lage sein dürften, die tausenden Studienbewerber auch noch zu Bewerbungsgesprächen einzuladen.
Schon jetzt kommt man selbst in Studien wie "soziale Arbeit" nur noch mit einem NC. Wenn wir die Studienplätze weiter verringern, können sich alle Abiturienten mit einem Schnitt schlchter als 1,0 mit ihrem Zeugnis höchstens noch den Hintern abwischen.
Bei manchen reicht es auch trotz1,0 Abi nicht für mehr.
15:10
Einfache Lösung:
Man lässt pro Semester nur noch so viele neue Studenten zu wie Plätze in den entsprechenden Hörsäle vorhanden sind. Bewerben müssen sich die Studenten dann wie in den USA mit Ihren Zeugnissen. Danach werden Bewerbungsgespräche und ähnliches durchgeführt.
Es kann doch nicht sein, dass heutzutage die Qualität des Studiums leiden muss, weil die Gesellschaft nichts anderes mehr als Abitur und vielleicht bald Studienabschluss akzeptiert. In Klassen mit 30-40 Schülern und Hörsälen mit 50 Plätzen aber 100 Studenten kann die Qualität nur leiden. Wieso dann nicht gleich auf die Onlinemedien setzen und nur noch per Skype fernstudieren?
Die EU will Krankenpfleger nur noch mit Abitur?! Wieso sollte sich jemand mit Abitur dann nicht gleich entschließen Medizin zu studieren?
15:02
Wundert sich eigentlich noch jemand darüber? Was die deutschen Politiker so alles ändern ist doch zum schreien. Von einer vernünftigen Bildungspolitik kann in Deutschland doch keine Rede sein. Die Regierung verschleudert lieber unsere Gelder nch Griechenland und gib es den Banken anstatt sich um eine gute Bildungsqualität zu kümmern. Aber so ist das eben wenn irgend welche Sesselfurzer eine Idee haben und die bescheuerten Politiker das noch tollen finden.
Ich bin froh, dass meine Tochter in den Niederlanden studiert. So etwas durchorganisiertes gibt es in Deutschland nicht. Aber um so einSystem in Deutschland umsetzn dafür sind die Verantwortlichen zu dämlich.
14:56
- Die Einnahmeausfälle durch Abschaffung der Studiengebühren werden vom Land übernommen. Dafür ist Frau Kraft doch jetzt schon zur Genüge beschimpft worden.
- Ich habe selber Kinder, die in NRW in den letzten Jahren Abitur gemacht haben und kann Ihnen bestätigen, dass man dafür noch genauso arbeiten muss wie zu unserer Zeit.
- Der EIndruck, dass in NRW die Studis alle zuhause wohnen, ist absurd. Heute gehen viel mehr Studenten an einen auswärtige Uni als früher.
- Ihre Verachtung für "Geisteswissenschaften" ist im "Land der Dichter und Denker" eher peinlich.
Und jetzt weiter viel Freude am Stammtisch.
Eigentlich ist das Abi sogar eher anspruchsvoller geworden, ich habe es noch relativ einfach bekommen, konnte sogar Mathe abwählen, das geht heute nicht mehr.
Und was die Geisteswissenschaften angeht, so manchem "handfest" Studiertem fehlt es vor lauter Fachidiotentum leider genau an den Kompetenzen, die man in den Geisteswissenschaften (hoffentlich) mitbekommt. Schlimm genug, dass unser Land hauptsächlich von Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern und sogar einer Physikerin regiert wird....
14:42
Erstmal schön die Studiengebühren abschaffen, und dann die Unis mit dem Ansturm alleine lassen, bei gleichzeitig weniger Geld. Bravo, Hannelore, gut gemacht.
Dazu kommt das Bundesland mit dem schwächsten Abitur Deutschlands, wenn man die Tage über den Campus geht, oder den Studenten im ÖPNV zuhört, dann schüttelt man nur noch den Kopf. Scheinbar bekommt jeder das Abitur der sich gemeldet hat.
Von mir aus: Aber dann bitte nicht beschweren, dass die Unis platzen. Hinzu kommt, dass in NRW die Studis scheinbar alle daheim wohnen. Null Flexibiliät wie früher eher normaler. Scheinbar leben die lieber bequem daheim, anstatt sich eine Uni zu suchen, an der es passt.
Und übrigens: Vielleicht mal weg von den Geisteswissenschaften und etwas Handfestes studieren. Aber das ist mit dem LALA-Abitur für die meisten Studis in NRW eine unüberwindbare Hürde.
14:24
Als erstes schafft man die Wehrpflicht ab, dann schafft man das G8/G9 Abitur. Und wenn dann , oh Wunder, mehr Leute studieren wollen, hat man nicht genug Studienplätze.
Ja wie soll die deutsche Wirtschaft denn sonst sagen können es gibt zu wenig Fachkräfte. Dann kann man ja nicht mehr billige Fachkräfte aus Indien, Rußland usw. einstellen. Das geht doch nicht.
14:22
Das Paradoxe ist ja, dass sich die Situation in dne nächsten Jahren grundlegend umkehren wird.
Normalerweise würden die Studentenzahlen schon jetzt zurückgehen. Das hat man dadurch vermieden, dass man die Zahl der Studienanfänger durch Veränderungen und jetzt Abschaffung der Wehrpflicht und jetzt durch G 8 künstlich erhöht hat.
Zu meiner Zeit war es so, dass man mit 19 Abi machte, dann fast 2 Jahre durch Wehr- oder Zivildienst verloren hat und schließlich mit 21 mit dem Studium angefangen hat.
Jetzt schickt man die Jungs schon mit 18 zum Studium.
Aber diese Maßnahmen sind ausgereizt, nach dem Boom 2013 werden die Zahlen kontinuierlich zurückgehen.
Deshalb ist auch kein Politiker bereit, jetzt Geld in mehr Räume und Professoren zu stecken. In ein paar Jahren wird sich das Problem von selber lösen.
Dafür werden wir neue bekommen, wenn wir nicht mehr genügend Studenten für bestimmte Fachrichtungen haben.
Heute noch nicht vorstellbar, aber man kann es schon berechnen.