NRW geht bei der Windkraft die Puste aus

Hagen/Arnsberg..  NRW droht beim Ausbau der Windkraft dramatisch ins Hintertreffen zu geraten. Das zeigen Berechnungen des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Trotz der ehrgeizigen Klimapolitik der rot-grünen Landesregierung und obwohl die Zahl neu installierter Windräder seit 2003 auf einem Höchststand liegt, bewegt sich NRW nur im Windschatten der bundesweiten Entwicklung. Grund: stockende Flächenausweisungen.

124 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 307 Megawatt (MW) wurden 2014 in NRW errichtet. Doch im direkten Vergleich mit den Spitzenreitern Schleswig-Holstein (plus 1303 MW), Niedersachsen (plus 630) und Brandenburg (plus 500) weht im Energieland Nummer eins bei der Windkraft nur ein laues Lüftchen. Wie im Vorjahr liegt NRW lediglich im Mittelfeld der Ausbaudynamik.

Für den Landesverband Windenergie sind die Konsequenzen klar: „Wir benötigen pro Jahr mehr als doppelt so viel neue Windanlagen, um die Landesvorgaben bis 2020 zu erreichen“, so BWE-Landesvorsitzender Klaus Schulze Langenhorst. Laut Umweltministerium steuern die Windräder in NRW nur vier Prozent zum Strombedarf des Landes bei. Bis 2020 sollen daraus mindestens 15 Prozent werden.

Als Hauptgrund für die Flaute nennt der Windenergie-Verband die schleppende Ausweisungen von Flächen für die Anlagen. Hintergrund ist die Sorge vieler Gemeinden und Bürger vor einer „Verspargelung“ der Landschaft.

Scharfer Gegenwind weht insbesondere in Südwestfalen. Dort, wo das Land die ergiebigsten Ausbaureserven sieht, schwillt der Protest zur Orkanstärke an. Der Bezirksregierung Arnsberg flatterten im laufenden Planverfahren bislang über 15 000 Widersprüche von besorgten Bürgern auf den Tisch. Die CDU-Fraktion im Arnsberger Regionalrat forderte am Wochenende die Landesregierung auf, die Vorgabe, 18 000 Hektar in Südwestfalen als Vorranggebiet für Windenergie auszuweisen, zu kippen. Rot-Grün müsse die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort ernst nehmen, sagte Ludwig Schulte, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Die Städte und Gemeinden müssten selbst entscheiden können, wo auf ihren Flächen Vorrangzonen ausgewiesen würden.