NRW bessert bei U3-Betreuung nach

Düsseldorf..  NRW macht beim Ausbau der Betreuungsplätze in den Kitas deutliche Fortschritte. Der seit 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Ein- und Zweijährige wird nach Angaben des Familienministeriums inzwischen erfüllt. In den 9500 Einrichtungen werden im Kindergartenjahr 2015/16 mehr als 9200 zusätzliche Plätze eingerichtet. Dann verfügt NRW über 161 000 Plätze für Unter-Dreijährige sowie 458 000 Betreuungsplätze für über dreijährige Kinder.

Inzwischen wird in NRW jedes zweite Kind ab einem Jahr wöchentlich 45 Stunden in der Kita betreut. Familienministerin Ute Schäfer (SPD) kündigte gestern einen weiteren Ausbau an. Während in ländlichen Regionen der Bedarf mit 32 Prozent eines Jahrgangs gedeckt ist, reicht in Großstädten wie Köln mit vielen Alleinerziehenden selbst eine Quote von 42 Prozent nicht aus. Bezogen auf die Ein- und Zweijährigen beträgt die landesweite Versorgungsquote inzwischen 55 Prozent. 97 Prozent der Kinder werden im Jahr vor dem Schuleintritt in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreut.

Nach Angaben Schäfers hat der von kirchlichen Trägern angedrohte Ausstieg als Kita-Träger bisher nicht stattgefunden. Schäfer sicherte den Trägern aber zu, deren Kritik an den aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Pauschalen zu prüfen. Manche Eltern klagen, dass sie in eine teure längere Betreuung ihrer Kinder gedrängt wurden, weil der Träger dies zur Finanzierung brauche. Eltern können in NRW 25, 35 oder 45 Wochenstunden buchen. Elternbeiträge bewegen sich zwischen null Euro (Düsseldorf) bis hin zu mehreren Hundert Euro pro Monat. Meist sind Geringverdiener beitragsfrei gestellt. Auch Flüchtlingskinder haben Anspruch auf einen Kita-Platz.

In den 186 örtlichen Jugendämtern stellt sich die U3-Betreuungsquote unterschiedlich dar. In Dortmund etwa beträgt die Quote 39 Prozent, in Hagen 29 %, im Märkischen Kreis 26 % und in Witten 40 %.

Mit Blick auf den andauernden Tarifkonflikt, in dem die Erzieher für höhere Gehälter streiken (siehe Box), äußerte Schäfer Zuversicht, dass der Fachkräftebedarf für den weiteren Ausbau in den nächsten Jahren gedeckt werden kann. Seit 2008 stieg die Zahl der Erzieher um 21 000 auf fast 100 000 Kräfte. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Auszubildenden um 53 Prozent auf 23 300. Bisher sind allerdings nur drei Prozent der Erzieher in NRW männlich.