NRW belebt Trimm-Dich-Bewegung

Düsseldorf..  Die künftige Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Ute Schäfer (SPD), will die Trimm- Dich-Bewegung neu beleben. Bewegungsmuffel sollen an Haltestellen beim Warten auf den Bus, in Parks oder auf Bolzplätzen an einfachen Geräten ohne großen Aufwand kleine Übungen machen können. „Wir wollen den Sport zu den Menschen bringen“, sagte Schäfer der WESTFALENPOST. Die Ministerin wird ihre Initiative „Sport to go“ Anfang 2015 den Sportministern der Länder vorstellen, damit sie die Empfehlung bundesweit unterstützen.

Mit einfachen Reckstangen für Klimmzüge oder Steppern zum Gehen sollen Kinder und Senioren schnell und unkompliziert niederschwellige Bewegungsangebote erhalten. Bewegungsmangel gilt als Ursache vieler heutiger Zivilisationskrankheiten. Gerade Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten seien häufig Folge von Bewegungsmangel. „Der Anteil der Übergewichtigen hat einen Besorgnis erregenden Umfang erreicht“, sagte Schäfer. Bewegung und Sport müssten deshalb stärker in den Alltag integriert werden und vor Ort in öffentlichen Räumen ohne großen Aufwand möglich sein.

Schäfer warb dafür, dass sich Sponsoren wie Krankenkassen, Firmen, Vereine und Kommunen an der Finanzierung der einfachen Geräte beteiligen. „Sport to go“ könne ein Türöffner für den Einstieg in regelmäßiges Sporttreiben sein. „Deshalb ist es wichtig, dass Sportvereine vor Ort mitmachen und mit eigenen Angeboten sichtbar werden“, sagte Schäfer. So könnten Vereine auf Spielgeräten für die Bewegung in der Gemeinschaft werben. In Ländern wie Brasilien und Spanien sei die Installation einfacher Sportgeräte auf Plätzen und an Haltestellen längst üblich. Schäfer sieht Möglichkeiten nicht nur auf Tausenden von Bolzplätzen in Deutschland, sondern auch auf Schulhöfen oder im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude.