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Rechtsterrorismus

NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt

02.02.2012 | 17:42 Uhr
NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Der NRW-Verfassungsschutz kannte den mutmaßlichen Terrorhelfer Carsten S. vor seiner Festnahme nicht. Das erklärte Behördenchefin Mathilde Koller. Carsten S. steht unter Verdacht, der NSU eine Waffe besorgt zu haben.

Der als mutmaßlicher Helfer der Zwickauer Terrorzelle NSU in Düsseldorf verhaftete Carsten S. war dem NRW-Verfassungsschutz bis zur Aufdeckung des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ nicht bekannt. „Der Verfassungsschutz hätte die Person gekannt, wenn sie in NRW in der rechtsextremen Szene aufgetaucht wäre“, erklärte die Chefin des NRW-Verfassungsschutzes, Mathilde Koller, im Innenausschuss des Landtags. Zudem lag nach Angaben der Polizeibehörden auch keine polizeiliche Strafakte gegen S. in NRW vor.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht in der Verhaftung von S. einen Beweis, dass die Bundesanwaltschaft intensiv in der rechten Szene ermittelt. „Das wird Zug um Zug zu weiteren Verhaftungen führen. Die Ermittlungen stehen erst am Anfang“, sagte Jäger. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt S., entweder 2001 oder 2002 in Jena eine Schusswaffe und die dazugehörige Munition beschafft  zu haben. Die Waffe soll später in die Hände der NSU-Terroristen geraten sein. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft habe S. damit „billigend in Kauf genommen, dass die Waffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden konnte“. S. sei dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs von zehn Morden der NSU geleistet zu haben.

Rechtsextremer Terror

Im Führungskader der NPD


S. war 2003 von Jena nach NRW umgezogen. In Jena gehörte S. zu den Führungskadern der NPD, deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) sowie des Kameradschaftsbundes Thüringer Heimatschutz an. S. behauptete allerdings, bereits im Jahr 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen zu sein.

Im Innenausschuss des Landtag stellte der SPD-Abgeordnete Hans-Willi Körfges die Frage, warum den NRW-Verfassungsschutzbehörden nicht bekannt gewesen sei, dass ein führender NPD-Funktionär aus Jena nach Düsseldorf umgezogen sei. „Es wundert mich, dass S. nicht in den Fokus des Verfassungsschutzes geraten ist“. Körfges verwies darauf, dass S. „keine unbekannte Größe und kein unbeschriebenes Blatt“  gewesen sei.

Wilfried Goebels

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Kommentare
03.02.2012
02:33
Blockierter Kommentar.
von VerenaBRD | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

02.02.2012
21:46
NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt
von komiker67 | #4

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-01/rechtsradikalismus-tuerken

02.02.2012
21:01
NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt
von b.scheuert | #3

Dafür kennt man die Mitglieder der LINKEN umso besser. Auf dem rechten Auge blind? Ziemlich! Wohl eher "weggeschaut" als "nicht bekannt".

02.02.2012
19:48
NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt
von dumper | #2

Kann man die vorwürfe auch beweisen? Oder will man uns durch blinden Aktionismus vorgaukeln:seht her ,wir tun was .Nachdem der Verfassungsschutz sowieso blind und taub seit mindestens 10 Jahren durchs Land tappert,will man jetzt mit aller Gewalt irgendwelche Leute ,die irgendwann mal bei irgendjemand ,davon der Schwager und davon der Bruder in irgendeiner Weise beschuldigen ohne hieb und stichfeste Beweise, verhaften.
Gilt in diesem Lande nicht die unschuldsvermutung,bis das Gegenteil bewiesen werden kann?
Für mich sind die Ermittlungsbehörden genauso verlogen wie der Verfassungsschutz.
Ich möchte wetten,nächste Woche wird der angebliche Tathelfer wegen nicht bewiesener Schuld wieder laufengelassen mit einer kleinen Notiz in der Zeiotung das man sich geirrt hat.

1 Antwort
NRW-Behörden war mutmaßlicher Neonazi-Helfer Carsten S. nicht bekannt
von Ruhrbuerger | #2-1

...aber dann ist sein Versuch, aus der Szene auszusteigen endgülig zu Ende. Ein Hoch auf unsere Ermittlungsbehörden, die ganze Arbeit geleistet haben.

02.02.2012
19:44
Wen wunderts?
von Stefan2 | #1

Erwarten Sie bitte nicht, dass sich hier noch irgend jemand darüber wundert, dass der NRW-Geheimdienst von nichts wusste. Ich schreibe sehr bewusst "Geheimdienst", denn die Bezeichnung "Verfassungsschutz" verdient diese Behörde m. E. inzwischen nicht mehr. Sie ist ja überhaupt nicht in der Lage oder nicht gewillt, die Verfassung vor ihren Feinden, die Menschen in diesem Land vor Mördern und Terroristen zu schützen.

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