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Korea-Konflikt

Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe

05.04.2013 | 18:14 Uhr
Nordkorea sei "im Falle eines Konflikts nach dem 10. April" nicht in der Lage, Botschaften und internationale Organisationen zu schützen, lässt das Regime mitteilen.Foto: dapd

Seoul.  Nordkorea provoziert weiter die Welt. Das Militär macht zwei Mittelstreckenraketen abschussbereit - und legt anderen Staaten nahe, ihre Botschaften zu räumen. Betroffen ist neben Russland und Großbritannien auch Deutschland. Außenminister Westerwelle ließ Nordkoreas Botschafter einbestellen.

Neue Eskalationsstufe im Korea-Konflikt: Der kommunistische Norden, der zuletzt mit einem Angriff auf den Süden und die USA sowie einem Atomschlag drohte, legte am Freitag mehreren Ländern die Evakuierung ihrer Botschaften in Pjöngjang nahe. Betroffen ist neben Russland und Großbritannien auch Deutschland, wie die Nachrichtenagentur dpa in Berlin erfuhr.

Nordkoreas Militär verlegte eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen.

"Im Falle eines Konflikts nach dem 10. April"

Als Reaktion entsandte die südkoreanische Marine zwei mit speziellem Radar ausgestattete Zerstörer, um einen möglichen Raketenstart aufzuzeichnen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte das Regime in Pjöngjang zur Mäßigung und einem Kurswechsel auf.

Diplomatie
Deutschland soll seine Botschaft in Nordkorea räumen

Das Regime in Nordkorea setzt jetzt offenbar auch Deutschland unter Druck. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde der Bundesregierung geraten, die Botschaft in der Hauptstadt Pjöngjang zu räumen. Das Auswärtige Amt wollte die Meldung am Freitag weder bestätigen noch dementieren.

Großbritannien und Russland erklärten, Nordkorea habe vor Gefahren für das Botschaftspersonal beider Länder in Pjöngjang gewarnt. Man habe eine Mitteilung erhalten, in der stehe, dass Nordkorea «im Falle eines Konflikts nach dem 10. April» nicht in der Lage sei, Botschaften und internationale Organisationen zu schützen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London. Eine Aufforderung zur Evakuierung der Vertretung habe es aber nicht gegeben. Es gebe auch keine entsprechenden Pläne. Die Warnung bezeichnete der Sprecher als «Teil der derzeitigen Rhetorik Nordkoreas».

Südkorea rechnet mit Raketen als "Überraschung"

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte eine solche Warnung zunächst nicht. Offiziell hieß es am Freitag: «Die Sicherheit und Arbeitsmöglichkeit unserer Botschaft in Pjöngjang wird angesichts der Eskalation laufend überprüft.» Nach Angaben des Presseattachés der russischen Botschaft in Pjöngjang, Denis Samssonow, empfahl das nordkoreanischen Außenministerium den Russen den Abzug ihrer Diplomaten und Mitarbeiter. Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich besorgt. «Wir klären gerade die Einzelheiten, dann treffen wir eine Entscheidung.»

Nordkorea
Guido Westerwelle bestellt nordkoreanischen Botschafter ein

Angesichts der Eskalation in Nordkorea ist auf Weisung von Außenminister Guido Westerwelle der nordkoreanische Botschafter in Berlin in das Auswärtige Amt einbestellt worden. Ihm sei in "deutlichen Worten" die Sorge der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht worden, sagte ein Ministeriumssprecher.

Südkorea rechnet nach Angaben eines ranghohen Armeevertreters damit, dass der Norden Raketen als «Überraschung» abfeuert. Dafür spreche, dass sie auf mobile Abschussrampen installiert und dann versteckt worden seien. Unklar sei, ob die Raketen für eine Übung oder einen Test verlegt worden seien, zitiert Yonhap den Militär. Beobachter schließen nicht aus, dass die Raketen anlässlich der Feierlichkeiten zum 101. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung am 15. April abgeschossen werden, dem Großvater des heutigen Machthabers Kim Jong Un.

UN-Generalsekretär fordert Pjöngjang zu Kurswechsel auf

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte Nordkorea zuvor zu einem Kurswechsel aufgerufen. «Atomwaffen sind kein Spielzeug», betonte der Südkoreaner am Donnerstag. Es bestehe die Gefahr, dass der Konflikt außer Kontrolle gerate. «Ich bin besorgt, denn jeder Kalkulationsfehler und jede Fehleinschätzung können in der jetzigen Lage auf der koreanischen Halbinsel eine Krise auslösen, die äußerst schwerwiegende Folgen hätte.»

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ am Freitag Nordkoreas Botschafter in Berlin einbestellen. Dort sei dem Diplomaten «in deutlichen Worten die sehr große Sorge der Bundesregierung angesichts der von Nordkorea zu verantwortenden Eskalation» vermittelt worden, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke. Das jüngste Vorgehen der Führung in Pjöngjang sei «im Ton und in der Sache in keiner Weise akzeptabel».

Keine Entspannung in Industriepark Kaesong

Eine Entspannung ist auch in dem von Nord- und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark Kaesong nicht in Sicht. Die Führung in Pjöngjang verweigert seit Mittwoch sowohl südkoreanischen Pendlern als auch Lieferanten die Einreise. Wegen eines Feiertages in Nordkorea erschienen die 53.000 nordkoreanischen Mitarbeiter am Freitag ohnehin nicht zur Arbeit in den 123 Unternehmen.

Drei Textilunternehmen mussten nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums bereits die Arbeit einstellen, weil der Nachschub stockt. 608 südkoreanische sowie sechs chinesische Mitarbeiter hielten sich noch in der Industriezone auf. Für sie bestehe derzeit kein Sicherheitsrisiko. Allerdings reichten die Nahrungsmittel maximal noch eine Woche. Auch ein südkoreanischer Minister schätzte die Lage als nicht so ernst ein, dass die Arbeiter umgehend abgezogen werden müssten.

Anonymous-Hacker greifen Nordkoreas Netzwerke an

Trotz aller Drohungen aus Nordkorea gibt es für Reisende nach Südkorea derzeit noch keine Einschränkungen. «Uns sind bisher keine Einschränkungen für Touristen bekannt», erklärte eine Sprecherin des Fremdenverkehrsamtes. Das gelte auch für die bei Touristen beliebten Touren an die innerkoreanische Grenze.

Säbelrasseln in Korea

Unterdessen bekannten sich Aktivisten der Hacker-Bewegung Anonymous zu Angriffen auf nordkoreanische Internet-Angebote. Als eigene «Demonstration der Macht» schrieben sie an Diktator Kim Jong Un gerichtet: «Wir sind in euren Intranets. Wir sind in euren Mail-Servern. Wir sind in euren Web-Servern.»

Lage extrem gespannt

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als extrem gespannt. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch- amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt. Am Samstag rief Pjöngjang den «Kriegszustand» im Verhältnis zu Südkorea aus. Seit den 1950er Jahren befinden sich die Nachbarn formell weiter im Krieg.

Als weitere Eskalationsstufe drohte das kommunistische Regime den USA offiziell mit einem Atomschlag. Allerdings bezweifeln Experten, dass das Land auf Jahre hinaus in der Lage sein wird, US-Festland mit einer Atomrakete zu treffen. (dpa)



Kommentare
07.04.2013
02:14
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von Doom13 | #6

Da muss man sich fragen, wieviele Hornissen die gestochen haben. Nach anfänglich sogar eher versöhnlichen Tönen nach Machtwechsel wie auf Knopfdruck Dauer-Power. Agressionen mit dem Wissen, dass sie nicht wirklich was anrichten können. Möcht mal wissen wer und was dahinter steckt.

06.04.2013
11:13
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von zool | #5

Also, wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich sein Verhalten aufs schärfste verurteilen und ihn zur Besonnenheit ermahnen. Dann würde er bestimmt sofort damit aufhören.

1 Antwort
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von Doom13 | #5-1

dann würde ich dich latürnich sofort als Kanzler wählen XD

06.04.2013
01:33
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von Karlot | #4

Wann fängt denn endlich die Party an?

05.04.2013
21:18
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von Ondramon | #3

Meiner Meinung nach liegt das eigentliche Problem in der seit Jahren vernachlässigten Schulung schwedischer Mädels, die schon vorher bei ähnlicher Konfliktlage mit ihrer wohltuenden und besänftigenden Handlungsweise so manches Mißverständnis zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausräumen konnten. Unser Außenminister sollte also nicht nur dem nord-koreanischen Botschafter in "deutlichen Worten" die Sorge der Bundesregierung zum Ausdruck bringen, sondern auch dem schwedischen Botschafter deutlich machen, daß es im Interesse des Weltfriedens liegt, die schwedischen Mädels für die Belange der nord-koreanischen Machthaber wieder fit zu machen. ;-)

05.04.2013
20:52
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe...
von mspoetnik | #2

...ich lege Nordkorea die Evakuirung nahe.

05.04.2013
20:37
Personal abziehen
von Kommma | #1

nicht mehr über diesen Irren berichten -
wenns knallt werdens wir schon hören -

und die Energie für Lösung innerdeutscher Probleme verwenden - es ist doch peinlich hoch drei - eines der reichsten Länder der Welt und ....
Kinder-und Altersarmut - kaputte Strassen - marode Brücken - Jugendarbeitslosigkeit....

WIR haben Nord Korea direkt vor der Haustür !

1 Antwort
Nordkorea legt Staaten Evakuierung der Botschaften nahe
von MisterB | #1-1

Wichtiger ist doch wohl dass wir europäische Großbanken, die sich verzockt haben, retten als die Probleme hier in Deutschland zu lösen, oder?

Jedenfalls bestätigen das über 70% der Deutschen mit ihrer Wahlentscheidung....


...oder meinen Sie vielleicht, die Deutschen wüßten nicht, dass CDUSPDFDPGrüne dem ESM zugestimmt haben?

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