Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Militär

Nordkorea feiert 60 Jahre Waffenstillstand mit großer Parade

27.07.2013 | 15:53 Uhr
Nordkorea feiert 60 Jahre Waffenstillstand mit großer Parade
Bei der Parade marschierten auch Veteranen des Koreakrieges mit.Foto: Reuters

Seoul/Pjöngjang  Ein Waffenstillstand kennt eigentlich keine Sieger. Dennoch feiert Nordkorea den 60. Jahrestag des Kriegsendes als Triumph. Soldaten, Panzer und Kampfjets werden aufgeboten, Veteranen marschieren bei den Feierlichkeiten mit. Aber der Ton ist anders als noch vor Monaten.

Nordkorea hat erstmals seit zwei Jahrzehnten am Jahrestag des Waffenstillstands im Korea-Krieg wieder eine große Militärparade abgehalten. Nach den mehrfachen Kriegsdrohungen in den vergangenen Monaten blieben verbale Provokationen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes am Samstag aber aus. Bei einer Gedenkzeremonie in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul rief Präsidentin Park Geun Hye den kommunistischen Norden auf, die Atomwaffen zu vernichten und seine Politik grundlegend zu ändern.

In Pjöngjang ließ die nordkoreanische Staatsführung bei einer pompösen Militärparade Tausende von Soldaten marschieren und Panzer sowie Fahrzeuge mit Raketen auffahren. Die vom Staatsfernsehen übertragene Heerschau wurde vom jungen Machthaber Kim Jong Un abgenommen, der von Militärs und Chinas Vizepräsidenten Li Yuanchao umgeben war. Der in einem schwarzen Mao-Anzug gekleidete Kim hielt keine Rede.

Forderung nach permanenter Kriegsbereitschaft Nordkoreas

Die Parade fand auf dem Kim-Il-Sung-Platz statt, der mit Zehntausenden von Menschen, darunter Soldaten und Kriegsveteranen sowie Zivilisten gefüllt war. Über ihren Köpfen flogen Militärhubschrauber und Kampfjets.

In einer Ansprache forderte der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Choe Ryong Hae, Nordkorea müsse jederzeit zum Krieg bereit sein. Zugleich betonte er, ein friedliches Umfeld sei wichtig für den wirtschaftlichen Aufbau.

Paraden dieser Art sind für Nordkorea nicht ungewöhnlich. Es war jedoch nach Berichten südkoreanischer Medien das erste Mal seit 1993, dass Pjöngjang eine Militärparade zum Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens abhielt, mit dem der Korea-Krieg (1950-53) beendet wurde. In Nordkorea wird der Jahrestag als "Tag des Sieges" gefeiert, obwohl völkerrechtlich nach wie vor Kriegszustand auf der koreanischen Halbinsel herrscht. Ein Friedensvertrag wurde bis zum heutigen Tag nicht geschlossen.

Offenbar weniger Waffen als im vergangenen Jahr

Neben Kurz- und Mittelstreckenraketen war bei der Militärparade auch ein Flugkörper zu sehen, bei der es sich nach Meinung von Beobachtern um eine Langstreckenrakete des Typs KN-08 gehandelt habe. Nachdem eine Rakete dieses Typs bei einer Parade im April 2012 erstmals gezeigt worden war, kamen Experten damals zu dem Schluss, es sei eine Attrappe gewesen.

Diesmal seien offenbar keine gänzlich neuen Waffen gezeigt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul. Es seien weniger Waffen mobilisiert worden als bei der Heerschau im April 2012.

Südkoreas Präsidentin kündigte an, ihr Land werde zusammen mit der internationalen Gemeinschaft alles unternehmen, um Nordkorea von Provokationen abzuhalten. An der Zeremonie vor der Kriegsgedenkstätte in Seoul nahmen etwa 4000 Menschen teil, darunter auch Kriegsveteranen aus den 21 Ländern, die während des Korea-Kriegs Kampf- und Sanitärverbände zur Unterstützung des überfallenen Südens entsendet hatten. An der Seite Südkoreas kämpften UN-Truppen unter Führung der USA. Nordkorea wurde vor allem von chinesischen Verbänden unterstützt. (dpa)


Kommentare
27.07.2013
16:20
Nordkorea feiert 60 Jahre Waffenstillstand mit großer Parade
von buntspecht2 | #1

Das Problem hätte damals gleich ganz gelöst werden müssen.

Aus dem Ressort
Antisemitismus - Viele Juden in NRW fühlen sich bedroht
Juden
Nach einer anti-israelischen Demonstration in Essen wurde in Herne das Shoa-Mahnmal beschädigt. Auch an der Duisburger Synagoge hat die Polizei ihre Präsenz verstärkt. Am Donnerstagabend hatten jüdische Organisationen in Düsseldorf zu einer Solidaritätskundgebung mit Israel aufgerufen.
Weitere MH17-Wrackteile und Leichen in der Ukraine gefunden
Ermittlungen
Die Ermittler an der Absturzstelle des möglichweise abgeschossenen Flugzeugs "MH17" in der Ukraine machen immer wieder grausige Entdeckungen. Australische Medien berichten, dass weitere Leichen gefunden worden seien. Auch ein großes - und wohl erstaunlich intaktes - Wrackteil sei aufgetaucht.
Israels Sicherheitskabinett berät über Waffenruhe
Nahostkonflikt
Israel hält bislang am Gaza-Einsatz fest. Es gibt immer mehr zivile Opfer. Inzwischen starben 788 Menschen seit Kriegsbeginn. In mehreren deutschen Städten sind am Freitag Demonstrationen geplant. Im Westjordanland gab es in der Nacht erneut Gefechte mit Toten. Bringt ein US-Friedensplan die Wende?
Kampagne gegen Uni? - Wie Annette Schavan sich wehrte
Plagiat
In ihrem Kampf um den Doktortitel und das Ministeramt erhielt Annette Schavan (CDU) offenbar einflussreiche Schützenhilfe. In seinem 24-seitigen Abschlussbericht listet der Dekan der Philosophischen Fakultät sämtliche Versuche der Einflussnahme auf und spricht von einer Kampagne gegen die Uni.
Ukrainische Regierung tritt zurück - Weg für Neuwahlen frei
Ukraine
Die ukrainische Regierung ist nach fast fünf Monaten am Ende - halb aus Not, halb aus Kalkül. Eine Parlamentswahl soll den politischen Wandel beschleunigen. Mit dem Rücktritt wollen die Kräfte um den prowestlichen Präsidenten Petro Poroschenko den Weg zu Neuwahlen freimachen.
Umfrage
Die Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten jährt sich zum vierten Mal. Wie hat das Unglück Ihr Leben verändert?

Die Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten jährt sich zum vierten Mal. Wie hat das Unglück Ihr Leben verändert?