Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Verhandlungen

Nord- und Südkorea planen Gespräche über Familienzusammenführungen

10.07.2013 | 17:17 Uhr
Nord- und Südkorea planen Gespräche über Familienzusammenführungen
Nordkorea sendet weiter Entspannungssignale Richtung Südkorea. Nächste Woche sollen auch Verhandlungen über die gemeinsame Wirtschaftszone Kaesong (Bild) wiederaugenommen werden.Foto: dpa

Seoul.   Nord- und Südkorea planen, über die Zusammenführung von im Krieg getrennten Familien zu verhandeln. Eine Wiederaufnahme von Gesprächen über Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge lehnt die Regierung in Seoul jedoch vorerst ab. Die Wiedereröffnung der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong soll nächste Woche Thema werden.

Nach den Kriegsdrohungen in den vergangenen Monaten geht Nordkorea weiter auf Südkorea zu. Die südkoreanische Regierung akzeptierte am Mittwoch einen neuen Vorschlag des kommunistischen Nachbarlandes, Gespräche über die Wiederaufnahme direkter Kontakte zwischen Angehörigen koreanischer Familien zu führen, die durch Landesteilung und den Bruderkrieg von 1950-53 auseiandergerissen wurden.

Die Gespräche sollten nach dem Vorschlag am 19. Juli stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Einen zweiten Vorschlag Pjöngjangs, auch Gespräche über die Wiederaufnahme eines touristischen Reiseprogramms für das Kumgang-Gebirge an der Ostküste Nordkoreas zu führen, lehnte Seoul jedoch "vorerst" ab.

Zuvor hatten beide Länder eine neue Verhandlungsrunde zur Zukunft ihres seit April geschlossenen Industrieparks in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong ohne greifbares Ergebnis beendet. Allerdings sollen die Arbeitsgespräche schon am nächsten Montag fortgesetzt werden.

Beide Länder wollen Produktion in Kaesong wiederaufnehmen

Beide Seiten hatten bereits im Juni vorgehabt, auf hochrangiger Regierungsebene über die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen wie Familientreffen zu sprechen. Der Termin war jedoch geplatzt .

Diplomatie
Nordkorea ruft USA zu Gesprächen ohne Vorbedingungen auf

Nordkorea gibt sich gesprächsbereit: Außenminister Pak Ui Chun fordert die USA auf, den Vorschlag für Gespräche mit dem kommunistischen Regime anzunehmen. Dazu sollen die Amerikaner jedoch auf jegliche Vorbedingungen verzichten. Seine Atomwaffen werde Nordkorea laut Pak vorerst nicht aufgeben.

Die südkoreanische Seite habe ein "klares Versprechen" vom Norden gefordert, den Kaesong-Komplex nicht mehr ohne Abstimmung zu schließen, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums nach den Gesprächen mit Nordkorea. "Dabei gab es Differenzen." Die jüngste Verhandlungsrunde fand in Kaesong statt. Beide Länder hatten sich am vergangenen Wochenende prinzipiell darauf geeinigt, die Produktion im Industriepark wiederaufzunehmen. Das Projekt gilt als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden.

Pjöngjang hatte die Sonderzone vor drei Monaten "vorübergehend" geschlossen. Die Spannungen in der Region hatten sich infolge des dritten nordkoreanischen Atomtests im Februar deutlich verschärft. Angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen hatte Pjöngjang mehrfach Kriegsdrohungen gegen die USA und Südkorea ausgestoßen. Zuletzt hatte Nordkorea wieder Entspannungssignale ausgesendet. (dpa)



Kommentare
10.07.2013
17:41
Nord- und Südkorea planen Gespräche über Familienzusammenführungen
von bearny | #1

Es ist dem Land und den Menschen zu wünschen, daß wieder Ruhe einkehrt.
Leider aber wohl nur bis nächstes Jahr zum nächsten Manöver. Dann geht dre ganze Zirkus bestimmt wieder von vorne los...

Aus dem Ressort
Ministerin Schwesig fordert das Wahlrecht für Kinder
Familien
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat ein Wahlrecht für Kinder vorgeschlagen. Die Idee ist nicht neu, hat Charme und in allen Lagern ihre Anhänger. Auch der Zeitpunkt passt, die UN-Kinderrechtskonvention feiert 25. Jubiläum. Die Realisierungschancen tendieren allerdings gegen Null.
Königin Rania sieht Zukunft des Islam durch IS bedroht
Terrormiliz
Die Bedrohung durch den IS lässt alte Rivalen zusammenrücken. Die Golfstaaten und Ägypten nähern sich Katar an, selbst die USA und der Iran verhandeln wieder. Nun wünscht sich auch Assad eine Zusammenarbeit. Derweil gibt Jordaniens Königin Rania moderaten Arabern eine Mitschuld am Erfolg der IS.
Hamas nennt Israels Außenminister legitimes Anschlagsziel
Nahost-Konflikt
Militante Palästinenser sollen geplant haben, Israels Außenminister Avigdor Lieberman zu ermorden. Unter den mutmaßlichen Tätern sollen auch Hamas-Mitglieder sein. Die Hamas in Gaza findet den Mordplan gerechtfertigt. Lieberman gehört der ultrarechten Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) an.
Großdemonstration für verschleppte Studenten in Mexiko
Mexiko
Die Proteste in Mexiko reißen nach dem Mord an 43 Studenten nicht ab. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die weit verbreitete Gewalt und Straflosigkeit in Mexiko. Viele Bürger haben kein Vertrauen mehr in den Staat, nun wächst die Kritik am Präsidenten.
Keine Haftplätze - Chaos behindert Abschiebungen aus NRW
Abschiebungen
Nordrhein-Westfalen muss überwiegend kriminelle Abschiebehäftlinge bis nach Berlin und Brandenburg chauffieren, weil es im eigenen Bundesland keine Unterbringungsmöglichkeit mehr gibt. Das NRW-Innenministerium bestätigte entsprechende Informationen der Westfalenpost. Der Aufwand ist immens.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos