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Norbert Röttgen scheut die Abrechnung mit Angela Merkel

21.05.2012 | 18:52 Uhr
Norbert Röttgen will nun doch nicht mit Angela Merkel abrechnen.

Berlin.   Angela Merkel kann wieder aufatmen. Norbert Röttgen verkündete einen Tag, bevor er seine Entlassungsurkunde als Umweltminister bekommt, dass er nicht zurückkeilen werde. Sein Abstieg hatte sich ohnehin schon seit längerem angekündigt.

Norbert Röttgen war gewarnt. Der geschasste Umweltminister solle nicht nachkarten: „Zuerst kommt das Land und die Menschen, dann erst die Partei und ganz zum Schluss komme ich“. Er soll sich kleinmachen, sich selbst nicht so wichtig nehmen – so muss man den Rat von Unions-Fraktionschef Volker Kauder verstehen. Gestern kam dann auch die Entwarnung: Über eine Sprecherin ließ Röttgen mitteilen, er werde nicht zurückkeilen – weder intern, noch in der Öffentlichkeit.

Die Enttäuschung in Teilen der CDU über Röttgens Rauswurf wird heute trotzdem wieder hochkommen. Am Morgen erhält Röttgen die Entlassungsurkunde vom Bundespräsidenten, später tagt die Unions-Fraktion. Dann könnte Kanzlerin Angela Merkel sich vor ihren Abgeordneten erklären.

Merkel will zur Tagesordnung zurückkehren

Vorerst setzt sie auf Routine. In rascher Folge will Merkel morgen mit allen Ministerpräsidenten über die Energiewende und einen Tag später mit der Opposition über das Euro-Krisenmanagement reden. Im Juni soll das Kabinett das Betreuungsgeld auf den Weg bringen.

Die Karawane zieht weiter

Merkels Kalkül liegt auf der Hand: In sechs, sieben Wochen soll keiner mehr über Röttgen reden. Die Karawane zieht einfach weiter. Die „FAZ“ fühlt sich an den Bruch Helmut Kohls mit CDU-Generalsekretär Heiner Geißler erinnert. Die Brutalität ist ähnlich. Kohl hatte Geißler (zu Recht) im Verdacht, dass er ihn stürzen wollte. Das kann man Röttgen aber nicht unterstellen.

Die Fakten: Außerhalb von seinem NRW-Landesverband erfährt Röttgen wenig Solidarität. Mit Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble schlugen sich zwei Leistungsträger im Kabinett auf Merkels Seite. CSU-Chef Horst Seehofer hat Verständnis für die Entlassung. Die FDP richtet den Blick aufreizend nach vorn und redet über Peter Altmaier, Röttgens Nachfolger.

Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall

 

Röttgen dachte wohl in Optionen

Jede Motivforschung beginnt am 18. März, es ist der Tag der Gauck-Wahl. Am Rande nehmen die Kanzlerin und Seehofer den Minister ins Gebet. Zur Spitzenkandidatur hatten sie ihn nicht gedrängt. Nun machen sie ihm aber klar, dass es eine Schicksalswahl und sein Platz in NRW sei. Es ist eine Warnung – er hört den Schuss nicht.

Offenkundig denkt er in Kategorien von Optionen. Wenn es in NRW nicht klappt, bliebe ihm die Option Bund. Ist es schon damals ein Trugschluss? In der Folgezeit wird seine Position nicht besser, sein Scheitern kündigt sich an:

27. April: Im WAZ-Interview macht Merkel klar, dass sie „eine besondere Verantwortung für das Ganze“ habe und deshalb zur Energiewende die Ministerpräsidenten einladen werde. Sie nimmt es in die Hand. Ein Signal.

2. Mai, Kanzleramt: Merkel redet mit den Energiebossen. „Da hat sich gezeigt, wie schwer sich Norbert Röttgen tut, als Gesprächspartner der Wirtschaft akzeptiert zu werden“, so EU-Kommissar Günther Oettinger.

8. Mai, Düsseldorf: Röttgen erweckt den Eindruck, dass in NRW auch über Merkels Finanzkurs entschieden wird: „Angela Merkel kann nicht glaubwürdig und stark nach Außen auftreten, wenn im größten Bundesland auch Verschuldung offensiv betrieben wird.“ Das hatte noch keiner gewagt. Merkel ist sauer.

11. Mai, Bundesrat: Erst die Wirtschaft, nun die Länder: Sie lassen ihn fallen. Das Gesetz zur Solarförderung kippt, auch CDU-Ministerpräsidenten zeigen ihm die kalte Schulter.

13. März, NRW-Wahl: Die Quittung für den unglücklichen Wahlkampf fällt herber aus als erwartet. 26 Prozent sind keine Empfehlung für Röttgen.

15. Mai, Kanzleramt: Merkel ist klar, dass ihr Minister eine „lahme Ente“ ist, ein Neuanfang nottut; auch, um von sich abzulenken und um den tobenden Seehofer zu besänftigen. „Jetzt geht es um mich“, wird sie Röttgen sagen. So will es der „Spiegel“ erfahren haben. Sie erwartet Röttgens Rücktritt. Er spielt nicht mit. Einen Tag später kommt es darauf nicht mehr an.

Gewinner und Verlierer

 

Miguel Sanches



Kommentare
22.05.2012
15:27
Norbert Röttgen scheut die Abrechnung mit Angela Merkel
von Pamphlet | #21

Röttgen könnte m.E. nur punkten, wenn Interna publiziert werden und BürgerInnen wachgerüttelt werden, was sich in dieser CHRISTLICHEN Partei abspielt.

Merkel ist nicht mehr haltbar...

22.05.2012
14:02
Norbert Röttgen ist doch nicht blöd
von wolfgang123 | #20

Wahrscheinlich hat das Gerücht über eine Abrechnurng nur jemand gestreut, der Unruhe in der CDU sehen wollte. Herrn Röttgen hilft es für die Zukunft nicht weiter, heute nachzutreten. Angie hat ihn rausgeschmissen und jetzt sitzt er in der zweiten Reihe und wartet auf bessere Zeiten. Ob Frau Merkel vorher anderes versprochen hat, scheint ihr jetzt egal zu sein.

Hätte er das vorher gewusst, wäre der Wahlkampf in NRW vielleicht erfolgreicher verlaufen und wir müssten uns jetzt nicht 5 Jahre Hanni und Nanni ansehen, die das Land runter wirtschaften.

22.05.2012
13:43
Mit Norbert Röttgen ist es der NRW-CDU so ähnlich ergangen wie
von CSU-Geschaedigter | #19

der CSU mit den Dilettanten Beckstein und Huber, die als Tandem auftraten und eine Blamage nach der anderen einfuhren. Man könnte auch sagen, Beckstein und Huber konnten nicht ausreichend über Heuchelei, Lüge und Täuschung hinwegtäuschen. Nach einem Jahr folgten die Landtagswahlen und die CSU stürzte um über 14 % ab.

Auch die NRW hat mit Röttgen einen dilettantischen Wahlkämpfer herangelassen, wurde transparent und damit unglaubwürdig. Am Schluß waren um die 11 % in wenigen Wochen weg.

22.05.2012
13:32
Norbert Röttgen scheut die Abrechnung mit Angela Merkel
von okapi | #18

Es ist schon in Ordnung, dass Herr Röttgen nicht nachkartet. Warum sollte er sich in ein schlechtes Licht setzen indem er über Frau Merkel herzieht? Er hatte den Anstand, die Verantwortung für die Wahlniederlage zu übernehmen, jetzt sollte er sich darauf besinnen, dass es ein Leben nach dem Ministeramt gibt und nicht diesem Haifischbecken nachtrauern.

22.05.2012
13:09
Schön brav genickt hat Merkels Bubi
von CSU-Geschaedigter | #17

als ihm die Entlassungsurkunde in die Hände gedrückt wurde. Und er hat auch Mutti brav die Hand gegeben, der selbsternannte Abrechner, natürlich ohne ein "Piep" herauszubringen.

22.05.2012
12:46
Norbert Röttgen scheut die Abrechnung mit Angela Merkel
von wohlzufrieden | #16

Aus der groß angekündigten "Abrechnung" wurde eine Milchmädchenrechnung...

22.05.2012
10:11
#5,6,8,9,10,11,12,13
von 2drift | #15

... ernsthaft ?
8 Wortschwallerei-Beiträge, die inhaltlich nichts hergeben als Spekulation und Nachrede ?
Das deutsche Hobby und seine Vasallen ...

Man hört förmlich Ihr hysterisches Gekreische, das Ihr hyperaktives Einhacken auf Ihre Tastatur begleitet...
Und bitte : der Begriff Ichling ist in Ihren Pamphleten völlig deplatziert !

1 Antwort
@2drift: Was halten Sie von der Feigheit Röttgens?
von CSU-Geschaedigter | #15-1

Zuerst hat er groß eine Abrechnung mit Merkel angekündigt und dann bringt er nicht einmal ein "Piep" heraus.

Ich kenne solch hilflose Kommentare wir die Ihrigen von CDU/CSUlern. Nichts gegen meine Kommentare vorbringen können und deshalb mich als Kommentator unglaubwürdig machen wollen.

Da Sie ganz offensichtlich alle Kommentare von mir gelesen haben, müssten Sie doch in der Lage sein, vollständig, genau und im Einzelnen Ihre gegen mich gerichteten Anwürfe zu erklären. Ich fürchte allerdings, Sie werden wie Röttgen kneifen.

22.05.2012
09:56
Norbert Röttgen scheut die Abrechnung mit Angela Merkel
von B.Schmitz | #14

Wie kann ein Mensch nur so feige sein und sich von Handlagern, die Merkel beauftragt hat, einschüchtern lassen. Das beweist wieder einmal das die Politiker kein Rückgrat haben und lieber kuschen. Merkel lacht sich eins ins Fäustchen.Wieder einen mehr abserviert der den Mund hält.
Herr Röttgen, Sie sollten sich schämen so feige zu sein.
Wir Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren wie Merkel & Co. sich verhalten.
Merkel kann doch nur aussitzen, lügen und betrügen und ihre Vetternwirtschaft betreifen was sie ja in ihrer Heimat sehr gut gelernt hat. Weg mit einer Kanzlerin mit einer DDR-Vergangenheit.

22.05.2012
08:39
Packen Sie endlich aus, Herr Röttgen !!!
von CSU-Geschaedigter | #13

und beenden Sie das Dilettieren und die damit verbundene Wählertäuschung von Merkel, Seehofer & Co., wenigsten zum Thema Atomausstieg und Energiewende. Sie können die Wahrheit auf den Tisch legen und Einblick in die Regierung Merkel geben. Die Bürger haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.

Packen Sie endlich aus, statt sich nun feige vom Acker zu stehlen.

1 Antwort
RE: Packen Sie endlich aus, Herr Röttgen !!!
von Plem | #13-1

Das wird er garantiert nicht machen. Wenn er es trotzdem tut, wird er auch in der freien Wirtschaft keinen hochdotierten Job mehr finden. Und zwar wegen erwiesener Illoyalität.

22.05.2012
08:29
Wenn der feige Röttgen DE einen letzten Dienst erweisen will
von CSU-Geschaedigter | #12

dann soll er auspacken über Merkel und Seehofer. Es reicht schon allein die Endlos-Blamage mit dem Atomausstieg. Hier legte die Wählertäuscherin Angela Merkel ein Energiegutachten vor, aus den Händer der Atomlobby, das dann Grundlage zur AKW-Laufzeitverlängerung wurde. Der feige und schwache Röttgen konnte es nicht abwehren:

bild.de/politik/2010/politik/umweltminister-norbert-roettgen-kritisiert-bundeskanzlerin-angela-merkel-13851670.bild.html

Bayerns Umweltminister, der Stoiber-Günstling und inzwischen als energiepolitischer Totalversager aufgeflogene Markus Söder setzte sich intensivst für eine AKW-Laufzeitverlängerung ein und wollte ähnlich wie Seehofer bei seinem kürzlichen Interview den Siebengescheiten geben und übte sich wie Seehofer bei der Selbstüberhöhung durch die Herabsetzung Röttgens.

Später versuchten sich Söder und Merkel zur Verschleierung ihres Totalversagens mit der Wählertäuschung "Fukushima hat alles verändert" oder " DE ist Vorreiter beim Atomausstieg".

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