Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Inklusion

Noch im September kommt das Gesetz  zum gemeinsamen  Lernen

22.08.2013 | 15:06 Uhr

Düsseldorf.   Gemeinsam statt getrennt: Ab dem Schuljahr 2014/2015 sollen Eltern behinderter Kinder entscheiden können, ob ihre Kinder an einer Regel- oder einer Förderschule unterrichtet werden. Noch im September diesen Jahres soll das Inklusionsgesetz durch den Landtag gebracht werden, betont die SPD-Fraktion.

Trotz des anhaltenden Streits zwischen Land und Kommunen über die Kostenübernahme für die Integration von behinderten Kindern in den Regelschulbetrieb will Rot-Grün das Inklusionsgesetz noch im September durch den Landtag bringen. Das haben die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Britta Altenkamp und Eva-Maria Voigt-Küppers am Donnerstag bekräftigt.

Danach haben Eltern von behinderten Kindern ab dem Schuljahr 2014/15 bei der Einschulung sowie beim Wechsel in die fünfte Klasse erstmals in jeder NRW-Stadt das Wahlrecht zwischen einer Förder- und einer Regelschule. Die örtlichen Schulämter müssen sicher stellen, dass kein Kind gegen den Elternwillen auf einer Förderschule landet.

"Kosten gerecht aufteilen"

Voigt-Küppers appellierte an Land und Kommunen, die Kosten für mögliche Umbaumaßnahmen in Schulen über einen Testzeitraum zu bilanzieren und gerecht aufzuteilen. Zugleich trat sie Befürchtungen entgegen, zum kommenden Schuljahr werde mit der Inklusion die Kommunallandschaft in NRW aus den Angeln gehoben. Schätzungen zufolge werde die Zahl der zu integrierenden Schüler landesweit zunächst allenfalls im vierstelligen Bereich liegen.

Rot-Grün will mit dem Inklusionsgesetz mittelfristig 50 Prozent aller behinderten Schüler in den Regelschulalltag integrieren. „Wir fangen aber nicht bei Null an“, versicherte Altenkamp. In Dortmund gehen schon heute 35 Prozent der behinderten Kinder zu Regelschulen, im Kreis Unna fast 38 Prozent, in Mülheim 30 Prozent, in Essen über 20 Prozent.

Tobias Blasius



Kommentare
Aus dem Ressort
Neues Gesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
Jagdgesetz
Das NRW-Kabinett hat den ersten Entwurf eines neuen Jagdgesetzes beschlossen. Wesentliche Änderungen: Jäger dürfen künftig keine streunenden Katzen mehr schießen, die Jagd mit Tötungsfallen wird verboten und die Dachsjagd mit Hunden ebenso. Naturschützer loben den Entwurf.
Experten fordern internationales Klon-Verbot für Menschen
Gentechnik
Die rechtlichen Regelungen halten mit den Fortschritten in der Stammzellforschung nicht Schritt. Nach Ansicht des Deutschen Ethikrats sollte sich die Bundesregierung für ein internationales Klon-Verbots für Menschen einsetzen. Technisch rücke die Möglichkeit zum Klonen von Menschen immer näher.
Zahl illegaler Einreisen nach NRW drastisch gestiegen
Grenzkontrollen
Die Zahl der illegaler Einreisen nach NRW ist 2014 dramatisch gestiegen. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Kleve hat sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien oder Eritrea. Deutschland ist für sie aber oft nur eine Durchgangstation.
EU und Ukraine verabschieden Partnerschaftsabkommen
Ukraine
Die Europäische Union und die Ukraine haben am Dienstag ein umstrittenes Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Vor allem der Handel zwischen den beiden Regionen soll ab 2016 deutlich erleichtert werden. Russland hatte Teile des Abkommens scharf kritisiert - und Änderungswünsche angemeldet.
Kommt in Thüringen die erste Afghanistan-Koalition?
Landtagswahl
In Thüringen ist die erste „Afghanistan-Koalition“ im Gespräch: Ein Bündnis von CDU, SPD und Grünen, was farblich der afghanischen Flagge entspricht. Andere Bündnisse sind genauso möglich, zum Beispiel Rot-Rot-Grün. Linken-Spitzenkandidat Ramelow will regieren. Die SPD steckt tief in der Depression.
Umfrage
Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?