Nobelpreis für Obama sorgt für Streit in den USA
10.10.2009 | 17:41 Uhr 2009-10-10T17:41:00+0200
Washington. Die Friedensnobelpreis für US-Präsident Barack Obama hat in den USA einen innenpolitischen Streit losgetreten. Die Republikaner kritisierten, Obama hätte den Preis alleine seinen "Star-Qualitäten" zu verdanken. Obama erkärte unterdessen er wolle den Preis persönlich entgegennehmen.
An der Auszeichnung von US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis ist in den USA ein innenpolitischer Streit entbrannt. Obama habe den Preis vor allem seiner Popularität zu verdanken, kritisierte der Chef der oppositionellen Republikaner, Michael Steele, am Freitag. Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte hingegen, der Preis würdige Obamas Führungsrolle in der Welt.
"Geschwafel zu Afghanistan"
Es sei «bedauerlich», dass die «Star-Qualitäten» des Präsidenten diejenigen überstrahlt hätten, von denen «wahre Leistungen» für Frieden und Menschenrechte vollbracht worden seien, erklärte Steele. Obama könne jedoch keine Leistung vorweisen, die den Nobelpreis verdient habe. «Eines ist klar: Von den Amerikanern würde Präsident Obama keine Auszeichnung für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für das Verantwortungsbewusstsein für den Haushalt oder das Einhalten von Versprechen erhalten», ergänzte Steele.
"Ich bin nicht sicher, was die internationale Gemeinschaft an ihm am meisten liebt: Sein Geschwafel zu Afghanistan, den Verzicht auf eine Raketenabwehr in Osteuropa, dass er den Freiheitskämpfern in Honduras den Rücken zuwendet, Castro verhätschelt, dass er für die Palästinenser gegenüber Israel Partei ergreift oder dass er beinahe hartnäckig gegenüber dem Iran ist», kritisierte der republikanische Abgeordnete Gresham Barrett. Er hoffe, dass der «überraschende Preis» Obama dazu bewege, seinen politischen Kurs zu überdenken.
Es gab jedoch auch Republikaner, die dem US-Präsidenten gratulierten. Obamas einstiger Rivale im Rennen um den Einzug ins Weiße Haus, John McCain, erklärte, dass auch er zu den US-Bürgern gehöre, die stolz auf ihren Präsidenten seien. Der republikanische Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, würdigte Obamas Bereitschaft, anderen Ländern die Hand zu reichen.
Obama will Preis in Oslo persönlich entgegennehmen
In den eigenen Reihen erntete die Entscheidung des Nobel-Komitees durchweg Applaus. Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Pelosi, erklärte, Obama habe es geschafft, die Welt bei Themen wie Abrüstung und Klimawandel näher zusammenzubringen. Mit dem Nobelpreis würden neben seiner Führungsrolle auch «seine Vision» und die Werte der USA gewürdigt. Der Vorsitzende des Außenausschusses im Senat, der frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry, lobte, dass Obama das Ansehen der USA in der Welt wieder verbessert habe.
Dem US-Präsident war am Freitag für seine Bemühungen um die atomare Abrüstung und die internationale Zusammenarbeit der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Weltweit stieß die überraschende Entscheidung überwiegend auf Zustimmung, Obama selbst reagierte «überrascht» und betont bescheiden. Nach Angaben eines Regierungsvertreters will der 48-Jährige das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von umgerechnet knapp einer Million Euro für wohltätige Zwecke spenden. Welcher Organisation das Geld zugute kommen soll, sei jedoch noch nicht entschieden. Nach Angaben des Sprechers des Weißen Hauses, Robert Gibbs, will Obama den Preis am 10. Dezember persönlich in der norwegischen Hauptstadt Oslo entgegennehmen. (afp)

11:52
Eine schöne Aufgabe für professionelle Journalisten: Mich würde interessieren, was das für Leute sind, die da in Oslo in diesem Friedenskomitee sitzen, wie denken die?
11:48
#6
Lieber Erkannt. Sie werfen so einiges durcheinander. Es geht doch gar nicht darum ob Obama ein Dummschwätzer ist. Ist er auch nicht. Es geht darum, ob man nur nach frommen Absichtserklärungen schon einen Nobelpreis verdient hat. Nicht mehr und nicht weniger, alles andere interessiert doch in der Sache nicht. Das sind Unterstellungen.
00:01
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23:57
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22:05
super - glückwunsch - Mr. Präsident - und vor allem noch einmal 40.000 truppen nach afganistan bringen - zur menschenjagd und kinderschießen, daraus könnten ja später große böse talibans werden... (obwohl - es waren ja mal liebe freunde amerikas, die damals die ganz ganz bösen kommunisten bekämpften)
15:45
Wo ist denn der so hochgelobte Patriotismus der amerikanischen Konservativen? Da bekommt ihr Präsident den Friedensnobelpreis und die eigenen Landsleute fallen ihm in den Rücken.
Peinlich!
15:40
Ich habe auch Visionen. Bekomme ich jetzt auch den Nobelpreis? Aber die Reaktion der Republikaner ist einfach nur primitiv!
13:37
Auch wenn ich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama für falsch halte: Die Reaktion der Masse der Republikaner ist einfach nur würdelos und erbärmlich!
13:23
Wenn man an das Ergebnis der Bush-Regierung denkt und auch daran, was nach dessen Amtszeit noch alles hätte folgen können, dann kann die Welt nur heilfroh sein, dass es genau diesen Präsidenten gibt.
Er hat den Nobelpreis voll für sich verdient, er muss ihn nicht teilen.
Herzlichen Glückwunsch dazu Herr Präsident Obama.
Ein Freund Bushs hatte nach Amtszeit Ende gesagt, Bush wäre nicht schlecht, er wäre nur verführt worden.
Hoffentlich lässt sich Präsident Obama nicht auch verführen und hält seinen Friedenskurs durch. Viel Erfolg für ihn!
12:39
es ist normal, dass die Republikaner dies als gefundenes Fressen aufnehmen, schließlich sind sie in der Opposition, würde in jedem anderen Land genau so funktionieren.
Obama selbst stellt ja auch die Entscheidung des Kommitees in Frage.
Der Titel kam 1 Jahr zu früh, verdient hat er sich ihn aber trotzdem, wer sein Buch gelesen hat, weiß warum !
Das verwunderliche an der ganzen Diskussion ist aber: als George W. Bush an der Macht war wurde auf ihn eingeprügelt (verständlich!), jetzt ist der Wechsel da, Amerika kann keinen besseren Präsidenten bekommen und jetzt wird auf Obama eingeprügelt.
Muss man das verstehen !!!???
Ihr könnt nicht immer aus Sichtweise der Opposition argumentieren, sondern mal an die Verantwortung denken, die dieser Mann zusammen mit seiner Partei dort jetzt hat und die ganzen republikanischen Probleme, die er jetzt ausbaden darf!
Und wer glaubt, dass bei der Politik von heute auf morgen ein Hebel umgelegt werden kann ist ziemlich naiv.