„Nie dagewesene Fluchtwelle“

Rom..  Das politische Chaos und die Gewalt in Libyen lassen auch den Flüchtlingsstrom übers Mittelmeer Richtung Europa anschwellen. Nachdem am Sonntag mehr als 2100 Migranten in einer mehrstündigen Aktion von Einsatzkräften aus Malta und Italien in Sicherheit gebracht worden waren, gerieten am Montag erneut rund 1000 Migranten auf dem Mittelmeer in Seenot und mussten gerettet werden.

„Wir riskieren eine nie dagewesene Flucht“, warnte Italiens Innenminister Angelino Alfano. „Das Problem ist jetzt Libyen. Wenn die Milizen des IS schneller vorrücken als die Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft fallen, wie können wir dann den Brand in Libyen löschen und die Migrantenströme eindämmen?“ Italien erklärte sich bereit, eine UN-Friedensmission in Libyen anzuführen, um die Lage in dem Land zu stabilisieren.

Sorgen machen Italien auch Berichte über Gewalt. Am Wochenende waren Einsatzkräfte der Küstenwache von Schleusern mit Waffen bedroht worden, damit sie die leeren Boote zurückgeben – für die Banden eine wertvolle Ware.