Nichts geht mehr: A44-Straßenbau-Firma ist pleite

Täglich grüßt der Stau auf der A 44 zwischen Werl und Soest.
Täglich grüßt der Stau auf der A 44 zwischen Werl und Soest.
Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Die Straßenbaufirma Betam, die auf der A44 zwischen Werl und Soest die Fahrbahn sanieren sollte, hat Insolvenz angemeldet. Die Bauarbeiten sind eingestellt. Auch andere Baustellen in NRW sind betroffen.

Werl/Bochum.. Die unendliche Baustellen-Geschichte auf der Autobahn 44 geht in die nächste Runde: Die Straßenbaufirma Betam hat am Freitag Insolvenz angemeldet. Das hat Oliver Hoffmann, Direktor des Amtsgerichtes Bochum, dieser Zeitung bestätigt: „Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Rolf Weidmann aus Bochum bestellt worden.“

Auf allen sechs Baustellen des Unternehmens in Nordrhein-Westfalen derzeit wird nicht gearbeitet. Dazu gehört auch der 5,3 Kilometer lange Abschnitt der A44 zwischen dem Autobahnkreuz Werl und der Anschlussstelle Soest. Hier soll für 7,1 Millionen Euro die Fahrbahn in beiden Richtungen saniert werden.

Wie diese Zeitung berichtete, hatte das Unternehmen versucht, die Arbeitsaufnahme mit neuen Anforderungen an den Landesbetrieb NRW zu verzögern. Jüngstes Beispiel war der kurzfristige Wunsch nach einer Kampfmittelfreigabe für dieses Teilstück. Dieter Reppenhorst, Leiter der Abteilung Bau bei der Niederlassung Hamm: „Das gehörte zur Hinhalte-Taktik. Bereits beim Bau vor 40 Jahren ist die Strecke auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geprüft worden.“

Was aus den eingerichteten Baustellen wird, bleibt vorerst offen. Besonders betroffen von der Insolvenz ist auch die Autobahn 43 zwischen den Anschlussstellen Marl-Sinsen und Haltern. Für acht Millionen Euro soll dort die Fahrbahn erneuert werden. „Hier ist die Lage besonders kritisch“, sagte Bernhard Meier, stellvertretender Pressesprecher des Verkehrsministeriums in Düsseldorf, „weil im Vorlauf zum Ausbau der A 43 auf sechs Fahrstreifen diese Maßnahme fertig werden muss.“

Insolvenzverwalter Weidmann bemüht sich darum, das Insolvenzgeld vorzufinanzieren, „damit die Mitarbeiter die ihnen zustehenden Löhne und Gehälter bis zunächst Ende August erhalten“.

Das Unternehmen sei willens, bestehende Aufträge reibungslos zu erfüllen, teilte er gestern mit. „Dies kann gelingen, wenn öffentliche Auftraggeber Aufträge bei Betam belassen und unverzüglich und künftig ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisten.“