Neues Siegel für Lebensmittel ohne Gentechnik
11.08.2009 | 14:15 Uhr 2009-08-11T14:15:00+0200
Berlin. Um Verbrauchern den Einkauf zu erleichtern, wird es ab Herbst eine Plakette geben, die Produkte ohne Inhaltsstoffe mit verändertem Erbgut kenntlich macht. Greenpeace applaudiert, Foodwatch fordert dagegen die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnischen Inhalten.
«Ohne Gentechnik»: Dieses neue Logo des Bundeslandwirtschaftsministeriums soll Verbrauchern die Suche nach entsprechenden Lebensmitteln erleichtern. Es solle die bereits existierenden verschiedenen Kennzeichnungen der Wirtschaft vereinheitlichen, sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Montag in München. Das Siegel gebe den Konsumenten die Sicherheit, dass in den Nahrungsmitteln keine gentechnisch veränderten Bestandteile seien, auch nicht in Spuren.
Verein regelt die Vergabe
Das Logo, das aus einem grünen, auf die Ecke gestellten Quadrat mit den Worten «Ohne Gentechnik» und einer stilisierten Pflanze besteht, hat sich das Ministerium schützen lassen. Um die Vergabe soll sich allerdings ein Verein aus Vertretern der Lebensmittelwirtschaft kümmern. Dieser werde in Kürze gegründet, sagte Referatsleiter Wolfgang Koehler. Er erwartet, dass die ersten so gekennzeichneten Lebensmittel im Herbst in die Geschäfte kommen.
Was als frei von Gentechnik gilt, regelt ein bereits seit 2008 existierendes Gesetz. Dessen Bestimmungen seien teilweise noch strenger als die Richtlinien des Ökolandbaus, sagte Koehler. Die Kontrolle, ob Hersteller sie einhielten, sei Sache der Länder. Sie sei Teil der normalen Lebensmittelkontrolle. Auch Sanktionen seien Ländersache. Die Strafen bei Zuwiderhandlungen seien nicht einheitlich.
Vor allem für tierische Produkte wichtig
Das Siegel sei vor allem für tierische Lebensmittel relevant, sagte Aigner. Gentechnisch veränderte pflanzliche Lebensmittel seien ohnehin kaum zugelassen. Bei tierischen Lebensmitteln gehe es dagegen um die Fütterung, beispielsweise mit gentechnisch verändertem Soja. Diese sei für Produkte mit dem Logo in der für die Lebensmittelproduktion relevanten Zeitspanne verboten. Bei Milch sei das beispielsweise ein Vorlauf von sechs Wochen.
Eine verpflichtende Kennzeichnung «Mit Gentechnik» sei europarechtlich nicht machbar, sagte Aigner. Deswegen habe man das freiwillig verwendbare Siegel «Ohne Gentechnik» eingeführt. Es gebe in der Wirtschaft auch Skepsis und Widerstand gegen das neue Logo, sagte die Ministerin. Sie geht aber davon aus, dass die Nachfrage nach gentechnikfreien Lebensmitteln die Unternehmen überzeugt.
Geteilte Resonanz auf neues Siegel
Die Reaktionen auf den Vorstoß des Ministeriums sind gespalten. Der Verband Bioland begrüßte das neue Logo. Mit ihm könnten Hersteller und Handel tierische Lebensmittel klar kennzeichnen und sich entsprechend am Markt profilieren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace lobten das einheitliche Siegel steigere die Wiedererkennbarkeit bei den Verbrauchern und erhöhe den Druck auf Hersteller und Händler. Diese müssten dem Wunsch der Verbraucher nach gentechnikfreien Lebensmitteln nachkommen.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode erklärte dagegen: «Das Ohne-Gentechnik-Siegel ist ein großer Schritt für Frau Aigner, aber ein kleiner Schritt für den Verbraucher.» Er forderte die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung «Mit Gentechnik». Die Grünen würdigten das neue Logo zwar als Schritt in die richtige Richtung, kritisierten aber ebenfalls, dass Nahrungsmittel von mit Gentechnik gefütterten Tieren nicht kennzeichnungspflichtig seien.

12:27
Typisch deutsch: Die Masse soll jetzt freiwillig mit genfrei werben und die Wenigen mit Gentechnik brauchen nichts zu tun. Das noch als Erfolg zu feiern, ist ein Skandal dieser CSU-Tante. So erschwert man den Verbrauchern das Leben. Genmanipulierte Lebensmittel müssen gekennzeichnet werden. Das ist eindeutig. Dann bleiben sie nämlich im Laden liegen. Und das will die Lobby nicht. Ein typisch krankes deutsches Beispiel. Vertuschung.
10:08
und täglich Grüßt das Murmeltier.....die Lebensmittel - Industrie wird schon wissen wie sie den Verbraucher mit Verschleierten Buchstaben und Zahlen ala E-405 usw. Verarschen kann...und die ,die den Mumpitz mit dem Siegel Erfunden hat.
09:44
sorry; es soll heißen fehlt und nicht fällt
09:42
Es sollten die Ausnahmen rot gekennzeichnet werden. Aber dafür fällt ja den Politikern der Verstand. Frau Aiger genehmigt Genkartoffeln und wirbt dann für genfreie Lebensmittel. Irgendwie hat die auch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
09:20
bei der anzahl von siegeln, praedikaten,bezeichnungen usw. ist bald kein platz mehr fuer den aufdruch des inhalts der steht dann klein auf der seite
08:17
Ein Siegel, das aussieht wie eine gerupfte Cannabispflanze - spricht eigentlich eher dafür, dass derart gekennzeichnete Lebensmittel gut zu rauchen sind...
Wenns denn schon um Genveränderung/-manipulation geht, wäre nicht sowas wie eine durchkreuzte Doppelhelix besser, weil aussagekräftiger gewesen? Oder, wie der Vorschlag hier schon geschrieben steht, rotes Label mit einer Doppelhelix verpflichtend für alle, die mit veränderten Mitteln arbeiten?!
Falls es denn überhaupt jemanden interessiert...
07:32
Dieses Siegel kostet uns in der Herstellung wieder einge Millionen €.
Allein der Entwurf dürfte sich die entsprechende Firma fürstlich bezahlen lassen. Ich schätze mal so um die 10-15 Millionen €.
Der reine Wert beläuft sich max. auf 10 Eurocent.
Aber,wir habens ja.
07:18
Aigner ist wie Seehofer = Unglaubwürdig, naja cSU halt... Schwesterpartei von cDU und Mafia-FDP...
01:43
Ach, übrigens, die Pflanze, die die vollbusige Frau auf dem 50- Pfennigstück von 1949 einpflanzt ist keine Eiche sondern auch eine Tabakpflanze. Wozu hätte auch wohl eine Eiche in 200 Jahren getaugt, wenn paffen fürs erste Fest nach dem Krieg angesagt war.
01:16
iss ja richtig schön, dass dass es jetzt wieder ein neues zeichen für irgendwelchen ökoquatsch gibt.
doch halt, das zeichen erinnert verdammt gut an die stilisierte tabakpflanze, die jahrzehntelang viele cigarettenpackungen als oberstes golden schmückte.
doch vielleicht haben die schöpfer dieses werkes sogar noch ein wenig weiter gedacht.
an der tabakpflanze wurden bereits vor langen jahren als erstes gentechnische veränderungen geprobt.
grund dafür war die erstaunlich leichte manipulierbarkeit dieser pflanze.
der tabak der daraus in die cigaretten gedreht wurde war sogar sehr viel angenehmer.