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Neues Lehramt für Grundschulen

11.09.2007 | 14:55 Uhr

Düsseldorf. Damit Lehrer in NRW künftig praxisnäher auf den Alltag in den Klassenräumen vorbereitet werden, hat die Landesregierung eine Reform der Lehrerausbildung beschlossen.

Eckpunkte dieser Reform:

Im Bachelor-Studium wird ein dreiwöchiges Praktikum in der Kinder- und Jugendarbeit geleistet.

Das Master-Studium ersetzt das bisherige erste Staatsexamen und enthält ein Praxissemester an der Schule.

Die 35 Studienseminare zur didaktischen Lehrerausbildung bleiben erhalten, der Vorbereitungsdienst wird aber bis 2015 auf ein Jahr gestrafft.

Laut Eckpunkten wird ein neues eigenständiges Lehramt für Grundschulen eingeführt, das wie alle anderen Lehrämter eine sechsjährige - statt bisher fünfeinhalbjährige - Ausbildung aufweist. Daneben gibt es ein Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen, ein Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen, ein Lehramt für Förderpädagogik und ein Lehramt für Berufskollegs mit Durchlässigkeit zu Ingenieur- und Wirtschaftsberufen.

Durch die Verlängerung der Ausbildungszeit werde das Lehramt für Grundschullehrer und damit das "frühe Lernen" aufgewertet, sagte Schulministerin Sommer (CDU). Alle Lehramtsstudenten werden in den ersten vier Semestern stark fachspezifisch ausgebildet, so dass sie sich anschließend auch für andere Berufe entscheiden können. Erst im 5. Semester folgt eine Spezialisierung auf den Lehrerberuf. Die Hochschulen erhalten ab dem Wintersemester 2009/10 die Möglichkeit, die neue Struktur einzuführen. "Bis zum Wintersemester 2010/11 muss die Umstellung abgeschlossen sein", betonte Wissenschaftsminister Pinkwart (FDP).

Die Lehrergewerkschaften GEW und VBE sehen im gleichlangen Studium für alle Lehramtsstudenten eine Aufwertung des Lehrerberufs. Dagegen kritisierte der Philologenverband die Pläne, die Lehrerausbildung an den Universitäten zu Lasten des bisher zweijährigen Vorbereitungsdienstes zu verlängern. Der 2. Ausbildungsphase werde der "Todesstoß" versetzt, klagte NRW-Philologenchef Silbernagel.

Die Eckpunkte zur Reform der Lehrerausbildung beruhen auf Vorschlägen der Expertenkommission des "Pisa-Papstes" Professor Jürgen Baumert. Die Landesregierung stellt für die Lehrerausbildung in beiden Phasen bis 2015 rund 100 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

Von Wilfried Goebels


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