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Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen

01.01.2013 | 17:19 Uhr
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Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
Die Masche: Während des Telefonats wird die Kontoverbindung abgefragt, oft unter Hinweis auf angeblich in Aussicht stehende Gewinnausschüttungen. Foto: Thinkstock

Berlin.   Ein neues Gesetz soll die Bürger besser vor dubiosen Gewinnspielen am Telefon schützen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird derzeit vorbereitet. Verbraucherschützer fordern schon länger, dass die bestehenden Regelungen verschärft werden.

Die Bundesregierung will der zunehmenden Abzocker mit Gewinnspielverträgen per Telefon ei­nen Riegel vorschieben. Solche Verträge sollen zum Schutz der Verbraucher künftig nur noch schriftlich und nicht mehr telefonisch abgeschlossen werden können. Ein entsprechender Gesetzentwurf des Justizministeriums wird derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt und soll danach so bald wie möglich ins Bundeskabinett. Das kündigte die Bundesregierung in einem Schreiben an den Bundestag an, das der WAZ vorliegt.

Die Telefonwerbung für Gewinnspiele bereitet laut Regierung weiter Probleme, hier gibt es die meisten Beschwerden: „Verbraucher sind sich bei Vertragsabschluss oft gar nicht bewusst, welche Verpflichtungen sie damit eingehen“.

Es geht um Angebote am Telefon, sich in Listen zur Teilnahme an Gewinnspielen eintragen zu lassen – während des Telefonats wird die Kontoverbindung abgefragt, oft unter Hinweis auf angeblich in Aussicht stehende Gewinnausschüttungen. Später werden Mitgliedsbeiträge abgebucht, die monatlich häufig um die 50 Euro und mehr betragen.

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Die geplanten Gesetzesregelungen haben nun das Ziel, „belästigenden Anrufen in diesem Bereich den Boden zu entziehen“, wie es in der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion heißt. Verbraucherschützer klagen immer wieder über aggressives Vorgehen der Anbieter. Sie raten deshalb, am Telefon keinesfalls Kontodaten preiszugeben und im Zweifelsfall Abbuchungen rückgängig zu machen.

Das schon länger geplante „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ soll Abzockerei nicht nur am Telefon, sondern auch im Internet oder beim Inkasso eingrenzen. So sollen die Kosten, die Anwälte bei Abmahnungen wegen unerlaubter Downloads aus dem Internet in Rechnung stellen, streng begrenzt werden.

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Im Kampf gegen unerlaubte Werbeanrufe ist auch geplant, die Bußgeldobergrenze für solche Anrufe von 50.000 auf 300.000 Euro zu erhöhen; dabei soll künftig auch der Einsatz von automatischen Anrufmaschinen geahndet werden können, was bisher nicht möglich war.

Nachdem das Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung in Kraft getreten ist, wurden 2011 Bußgelder über 8,4 Millionen Euro verhängt, 2009 waren es erst 93.000 Euro. Verbraucherschützer drängen die Regierung seit längerem zu strengeren Regeln.

Christian Kerl

Kommentare
03.01.2013
14:14
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von Ruhrdream1963 | #10

Warum will die Bundesregierung nur hier regulieren ? Der Verbraucher wird von den Banken, Versicherungsgesellschaften, Mineralölkonzernen, Pharmavertretern/ Krankenkassen, Abmahnanwälten usw abgezockt...

02.01.2013
20:53
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von TVtotal | #9

Das ist ja ne gute Idee..aber ich frage mich wan die Abzocke bei den Internettarifen und den Telefonanschlusskosten per Gesetz verboten wird!

02.01.2013
18:42
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von Okling | #8

Es bekommen an sich nur die Leute solche Anrufe, die ihre Telefonnummer inlationär in der Welt verteilen. Die Leute, die bei jedem Gewinnmist aus Frauenzeitschriften usw. mitmachen, und dabei fleißig die Telefonnummer angeben.

Wenn man sich nicht überall als potenzieller Gewinnspiel-Liebhaber outet, wird man eher weniger bis gar nicht belästigt. Leider ist die Klientel, die gerne bei sowas mitmacht, auch oft recht naiv in Bezug auf Abzockversuche und Telefonbetrüger.

Ist natürlich nicht allgemeingültig, aber meine eigene Erfahrung.

02.01.2013
14:14
Poirot | #6
von schRuessler | #7

Es gibt sehr viele Leute, die die Erkennung ihrer Rufnummer unterdrückt haben.
Und von denen gibt es wiederum viele, die nicht auf den AB quatschen, sondern immer wieder versuchen, einen zu erreichen.

Wenn man es sich dann noch beruflich nicht leisten kann, evtl einen wichtigen Anruf zu verpassen, muss man schon abheben.

Das andere ist, dass der Anteil älterer menschen immer größer wird, die solche Situationen schwer abschätzen können. Wer auf debn Enkeltrick reinfällt, der ist auch mit so einem Gewinnspiel zu ködern.

02.01.2013
13:56
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von Poirot | #6

Warum gibt es im Zeitalter der Rufnummerübermittlung noch Idioten, die bei unbekannten Nummern oder gar anonymen Anrufen noch drangehen? Das ist für mich die größte Unfassbarkeit. Solche Sachen lasse ich grundsätzlich einen Umweg über den AB gehen, und der ist schnell gelöscht.

02.01.2013
13:05
@ melr | #2
von gambler1 | #5

Genau so:
Zitat ""Um die "Beweislage" zu erschweren, könnte man die unfreiwilligen
Kunden vorher unverfänglich anrufen, und zu irgendeinem neutralen Thema
eine Minute lang in ein Gespräch verwickeln, und schon erschiene in der
Telefonliste ein "Verkaufsgespräch".""""

Versuchen sie dann mal. aus dem angeblich
"so geschlossenen Vertrag (wofür auch immer)"
herauszukommen!

Viel Spaß dabei

Beispiele dafür:
http://www.123recht.net/telefonwerbung-und-vertrag-__f127425.html
http://powerforen.de/forum/showthread.php?t=198536

02.01.2013
12:46
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von schRuessler | #4

Es ist völlig richtig, diesem Treiben per Gesetz ein Ende zu bereiten.

Man wird nicht jede Abzocke verhindern können, aber wenn solche Dinge wenigstens schon mal illegal werden, ist man schon einen Schritt weiter.

02.01.2013
11:24
Tipp
von gambler1 | #3

Sollte jemand einen nicht gewünschten Werbeanruf erreichen, kann man auf der Internettseite der Bundesnetzagentur solche Anrufe online melden!
Meldungen sind auch per Fax /Telefon möglich!

Dieses gilt auch, wenn man Opfer von "Ping"-Anrufen wird, d.h.:
Das Telefon klingelt 1x , wenn man dran geht, egal wie schnell, ist auf der anderen Seite schon wieder " aufgelegt" !
Damit soll man verleitet werden, den Anrufer zurückzurufen!

Hier die Internettadresse der Bundesnetzagenturseite für die Meldung:

http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/DE/Verbraucher/RufnummernmissbrauchSpamDialer/RufnummernmissbrauchSpamDialer_node.html

Habe das auch schon ein paar mal gemacht und seitdem meine Ruhe!

3 Antworten
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von klaig | #3-1

Kann diese Seite zu "Ping" Anrufen auch nur empfehlen. Wurde jahrelang durch diese Nummer +494069085758 geradezu "gequält" Jetzt ist endlich Ruhe.

Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von gambler1 | #3-2

Rausgefunden wer dahintersteckt?

Bei uns war das scheinbar eine Festnetz-Nummer aus Gütersloh, beim Rückruf (da wir dort jemanden kennen) war dann plötzlich SKY dran!

War das i- Tüpfelchen für die Meldung bei der Bundesnetzagentur "g"

Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von Poirot | #3-3

Von der Bundesnetzagentur kann ich nur abraten, dort sind Sachen wie Datenschutz ein Fremdwort. Ich habe dort mehrere Nummern gemeldet, daraufhin bekam ich von allen Nummern die Namen und Adressen der Anschlussinhaber (!!!!!) mit dem Hinweis, das müssten aber nicht die Leute sein, die mich anrufen (?). Weitere Mails wurden mit dem Hinweis beantwortet, ich müsse mich per Anwalt selbst drum kümmern, danach wurde gesagt, man leide unter Arbeitsüberlastung und ich müsse ca. 6 Monate warten, bis die betreffenden Nummern geprüft werden könnten. Danach kamen auf Mails nur noch Abwesenheitsmeldungen. Meine Lösung: Trillerpfeife, hat schnell gewirkt. Und alle unbekannten Rufnummern dürfen seitdem mit dem AB sprechen, der nimmt sich 25 Minuten Zeit für jeden.

02.01.2013
11:17
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von melr | #2

Die ganze sache ist schon komisch. Auf der einen Seite bräuchte doch nur niemand am Telefon seine Kontoverbindung anzugeben, und die Sache wäre in dieser Form erledigt.

Auf der anderen Seite könnten solche Firmen doch vollkommen unproblematisch einfach ein paar tausend Datensätze von einem der Datenverkäufer kaufen, und sich den ganzen Mist mit dem Telefon sparen.

Um die "Beweislage" zu erschweren, könnte man die unfreiwilligen Kunden vorher unverfänglich anrufen, und zu irgendeinem neutralen Thema eine Minute lang in ein Gespräch verwickeln, und schon erschiene in der Telefonliste ein "Verkaufsgespräch".

Warum machen sich die Firmen also die Mühe, die Leute mit Gewinnspielchen zu belabern? Viele Leute merken kleinere abgebuchte Beträge auf dem Konto ja oft nicht.

Das soll natütlich keine Aufforderung sein, klar. Aber wundern tut die Telefonabzocke schon, wenn man bedenkt, wie billig es komplette Datensätze der sehr auskunftsfreudigen Deutschen gibt ...

02.01.2013
10:25
Neues Gesetz soll Abzockerei am Telefon stoppen
von larix | #1

Kann man den Gesetzentwurf irgendwo nachlesen? Mich würde interessieren, was sich die Politiker wieder ausgedacht haben.

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