Neues EU-Gesetz schützt Labortiere
11.04.2010 | 11:22 Uhr 2010-04-11T11:22:00+0200
Brüssel.Die Europäische Union hat sich auf ein neues Tierversuchsgesetz geeinigt. Der Nutzen von Tierversuchen muss künftig genauer nachgewiesen werden und alternativlos sein. Auch sollen Labore strenger kontrolliert werden. Doch weder Pharmaindustrie noch Tierschützer sind begeistert.
Die Europäische Union verschärft die Regeln für Tierversuche zu Forschungszwecken. Parlament und Ministerrat haben sich jetzt im Prinzip auf ein neues Tierversuchsgesetz verständigt. Der Kompromiss befriedigt allerdings weder Pharmaindustrie noch Tierschützer: Vor allem die Regeln zum Einsatz von Affen sind umstritten.
Insgesamt legt die neue Richtlinie die Latte für den Einsatz von Labortieren höher. So muss der wissenschaftliche Nutzen von Tierversuchen in Medizin- und Grundlagenforschung detaillierter als bisher nachgewiesen werden. Falls es anerkannte Alternativen gibt, darf nicht am lebenden Tier experimentiert werden. Zudem sieht der Entwurf strengere Kontrollen der Labore vor.
Der Deutsche Tierschutzbund lobt die Neuregelung als Fortschritt. Der zuständigen Referentin Irmela Ruhdel geht sie allerdings nicht weit genug. So gebe es „keine klare Obergrenze für schwer belastende Versuche“, also für die Frage, wie viel Pein einem Tier maximal zugemutet werden darf. Außerdem hat Ruhdel Sorge, das künftige EU-Recht könne strengere Standards in Deutschland oder anderen Mitgliedsstaaten verhindern.
Tierschützer wollen Affen-Versuche unterbinden
Nach Ansicht der Tierschützer müssten Affen-Versuche komplett verboten sein. Nach dem geplanten EU-Gesetz sind sie indes in der Grundlagenforschung weiter erlaubt, sowie immer dann, wenn die getestete Medizin oder Medizintechnik Leben retten oder vor einer schweren Behinderung schützen kann. Dabei hätten sich die EU-Parlamentarier durch die „ganz massive Lobbyarbeit der Pharmaindustrie und der Forschungsgesellschaften“ beeinflussen lassen, klagt Ruhdel.
Doch auch die Medikamentenhersteller sind nur teilweise zufrieden. „Vieles ist sinnvoll gelöst“, so Rolf Hömke vom Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa). Allerdings würde die Richtlinie „wichtige Medikamentenprojekte in Europa unmöglich machen“. Außerdem werde der striktere Schutz des Einzeltieres dazu führen, dass insgesamt mehr Labortiere gebraucht würden. Auch sieht Hömke wachsende Schwierigkeiten für die Zulassung von Gentechnik-Präparaten. Die müssen vor dem Einsatz beim Menschen an Affen erprobt werden - was nur noch statthaft sein soll, wenn es um ganz schwere Krankheiten geht. Neue Gentech-Medikamente gegen Asthma oder Unfruchtbarkeit hätten keine Chance mehr nicht mehr, meint Hömke. Nachbesserungen seien „dringend nötig“.
Die Richtlinie muss noch formell vom EU-Ministerrat und dem gesamten Parlament verabschiedet werden. Damit ist nach Ansicht der federführenden Berichterstatterin, der CDU-Abgeordneten Elisabeth Jeggle, im Sommer zu rechnen. In Kraft tritt das neue Gesetz erst, wenn es in nationales Recht umgesetzt ist.

09:50
bei einem eu-parlament das zum großteil aus neoliberalen und konservativen abgeordneten besteht, wundert es doch wenig, dass tiere nur als ware und kostenfaktor betrachtet werden.
aber der deutsche michel ist ja selber schuld daran..wer nicht zur eu-wahl geht, kann auch nicht erwarten, dass sich etwas zum besseren wendet. :-(
die leidtragenden der allgemeinen volksverdummung sind die tiere, die nichts dazu können.
23:13
Tierversuche sind ungeeignet, Heilungs- und Behandlungsmethoden für menschliche Krankheiten zu entwickeln. Für solche Experimente werden Tiere künstlich krank gemacht. Weder die Ursachen noch die Symptome entsprechen denen der Krankheit im menschlichen Organismus. Bis heute hat daher auch die tierexperimentelle Forschung in der Medizin trotz jahrzehntelanger Bemühungen keinen wesentlichen Beitrag zur Heilung von Krebs, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geleistet.
17:56
Vor über 70 Jahren hat die Welt auf eine sehr schmerzvolle Wiese lernen müssen das kein Leben aufgrund seiner Andersartigkeit verfolgt oder gar ausgelöscht werden darf. Ganz gleich wie diese Andersartigkeit aussieht.
Die Menschheit hat auch lernen müssen das alles Leben gleich kostbar ist.
Insofern sagen Tierversuche doch nichts anderes aus als das diejenigen die sie durchführen genauso wie diejenigen die sie genehmigen das menschliche Leben für kostbarer und wertvoller halten als das tierische Leben und das tierisches Leben in den Augen dieser Verantwortlichen weit weniger wert ist als menschliches Leben.
Wir schreien jedes mal auf wenn gegen geltendes Menschenrecht verstoßen wird. Doch sobald es um tierisches Leben geht sind die Verantwortlichen und im übrigen auch viele Menschen weit weniger empfindlich.
Und das gibt mir sehr zu denken - ganz besonders im Hinblick auf das Leben und auf das Verpflichtungs- und Verantwortungsgefühl das aus dem Leben selbst resultiert.
14:41
Es wurde nie nachgewiesen, ob Tierversuche überhaupt mehr Nutzen aals Schaden anrichten. Schaden richten sie durch irreführende Ergebnisse an, weil sei auf den Menschen kaum übertragbar sind. So vertragen Schafe Arsen, Kaninchen unter bestimmten Bedingungen Knollenblätterpilze, Katzen kein Vitamin C in für uns gesunden Mengen und vieles mehr. Contergan wrude intensiv im Tierversuch getestet und ist ein besonders sichtbares Beispiel, weil die Menschen lebenslang daran leiden und sichtbar sind - Tote sieht man nicht. Die meisten Nebenwirkungen werden erst in der Testung am Menschen sichtbar. Alternativmethoden bringen oft bessere Ergebnisse und sind billiger. Doch das jetzige Gesetz bremst jene aus, weil es nationale Alleingänge blockiert. So darf die Anwendugn einer neuen Alternativmethode nicht im Ursprungsland bindend vorgeschrieben werden. Dies wäre aber nötig, um diesen besseren und tierleidfreien Methoden eine Chance zu geben. Zudem sollten die Validierungsprozesse verkürzt, Alternativmethoden besser gefördert und der unzureichende Tierversuch nicht länger als (falsche) Messlatte herangezogen werden!