Neuer Untersuchungs-Ausschuss in Berlin?

Berlin..  Im Bundestag wird überlegt, den NSU-Untersuchungsausschuss wieder einzusetzen. „An dem Punkt sind wir noch nicht“, so der CDU-Abgeordnete Clemens Binninger. Er will keinen Ausschuss, „um die 27ste Behördenpanne zu entdecken“. Es müssten sich neue Anhaltspunkte zur NSU-Mordserie ergeben. Binninger nennt dafür auch einige Beispiele:

Wenn der NSU doch aus mehr als drei Leuten (Beate Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt) bestand.

Wenn die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn kein Zufallsopfer des NSU war.

Wenn der Verfassungsschützer in Kassel doch einen Mord oder die Täter beobachtet hatte.

Wenn V-Männer von der Existenz des NSU oder dem Unterschlupf des Trios gewusst haben.

Vom Tisch sei das ganze Thema nicht, sagt die Vize-Präsidentin des Bundestages, Petra Pau (Linke). Bei keinem NSU-Anschlag könne sie sagen, „Ja, so wie es dargestellt wird, könnte es gewesen sein.“ Alle paar Wochen stellt sie Fragen an die Regierung, zuletzt 60 zu Tatorten und zu neuen Materialien.

Drei Verbrechen erscheinen Pau besonders rätselhaft, angefangen mit dem Selbstmord der zwei Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt über den Mord an Halit Yozgat in Kassel bis hin zum Fall Kiesewetter in Heilbronn.