Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Ruhrgebiet

Neue Werbekampagne soll Revier-Image aufpolieren

27.07.2015 | 18:26 Uhr
Neue Werbekampagne soll Revier-Image aufpolieren
Politiker aus der Region meinen, das Ruhrgebiet hat eine neue Werbekampagne nötig, die die Region – und nicht nur das Weltkulturerbe Zeche Zollverein – ins rechte Licht rückt.Foto: Dirk Bauer

Essen.   Slogan „Ein starkes Stück Deutschland“ setzte Maßstäbe und half in den 1980er- und 90er-Jahren dabei den angeknacksten Ruf auszubessern.

Politiker fordern dringend eine neue Werbe-Kampagne für das Ruhrgebiet. Gerade im Ausland werde das Revier nicht als Landschaft mit Perspektive angesehen. „Die Region hat ein Image-Problem“, sagt Roland Mitschke, Chef der CDU-Fraktion im Ruhrparlament. Er er- innert an eine erfolgreiche Kampagne aus der Revier-Vergangenheit: Sie hieß „Das Ruhrgebiet. Ein starkes Stück Deutschland“ und half in den 1980er- und 90er-Jahren dabei, den angeknacksten Ruf auszubessern.

Lesen Sie auch:
Warum Image-Kampagnen im Ruhrgebiet so oft floppen

Strukturwandel, Multikulti, bröckelnde Identitäten: Vor allem das Ruhrgebiet hat Imagekampagnen nötig. Aber warum verlaufen sie meistens im Sande?

Hinter der Initiative stehen CDU, SPD und Grüne im Ruhrparlament. Konkrete Ideen oder gar einen Slogan gibt es noch nicht. Aber der Regionalverband Ruhr (RVR), Wirtschaftsförderer, die Ruhr Tourismus GmbH und Kommunikationswissenschaftler der TU Dortmund arbeiten daran.

Ruhrgebiet im Abseits

Diese „Standortwerbekampagne“ sei überfällig, weil das Revier von außen oftmals gar nicht wahrgenommen werde. Deshalb will man besonders Wirtschaftsunternehmen und Investoren im Ausland damit ansprechen. Zum Beweis dafür, dass das Ruhrgebiet im Abseits stehe, werden Zahlen der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW Invest zu den Auslandsinvestitionen an Rhein und Ruhr herangezogen. Demnach konnten im vergangenen Jahr von 330 Aufträgen Düsseldorf 135 und Köln/Bonn 55 akquirieren. Das Ruhrgebiet, das mit 53 Städten fast ein Drittel von NRW ausmacht, sicherte sich nur 47 Projekte, also 14 Prozent.

„Das Revier braucht eine Kampagne, die ähnlich gut rüberkommt wie Berlins „Arm – aber sexy“, sagte der Dortmunder Marketing-Professor Hartmut Holzmüller dieser Redaktion.

Kein Aufguss der alten Kampagnen

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel rät zur Vorsicht: „Die neue Kampagne für das Ruhrgebiet muss konkrete Inhalte vermitteln, um überzeugen zu können. Sie darf kein neuer Aufguss der alten, reinen Imagekampagnen sein.“

Ein ganz anderer Vorstoß für ein besseres Revier kommt vom Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) und von den Verantwortlichen der Ruhrtriennale. Sie wollen Mitte September einen so genannten „Zukunftsrat Ruhr“ gründen. „Ich glaube, dass wir zusätzlich zum Ruhrparlament und zu den Stadträten einen Bürger-Rat brauchen, der neue Ideen für die Region liefert“, sagte KWI-Leiter Prof. Claus Leggewie der WAZ. Diese Runde könne der Politikverdrossenheit entgegenwirken.

Matthias Korfmann

Kommentare
28.07.2015
09:56
Neue Werbekampagne soll Revier-Image aufpolieren
von Nobby.Brinks | #1

Arm, aber sexy, Schöne Grüße aus RußLand, Der Pott kocht. Essen ist fertig. Nein danke!

Wir sind am Niederrhein sind nicht der Pott!

Essen liegt...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
So lernen Kinder im Norden Vietnams
Bildgalerie
Entwicklungshilfe
Schimon Peres – Sein Leben in Bildern
Bildgalerie
Ex-Präsident
article
10925904
Neue Werbekampagne soll Revier-Image aufpolieren
Neue Werbekampagne soll Revier-Image aufpolieren
$description$
http://www.derwesten.de/politik/neue-werbekampagne-soll-revier-image-aufpolieren-id10925904.html
2015-07-27 18:26
Politik