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Radioaktive Spuren

Neue Spekulationen - Wurde Jassir Arafat vergiftet?

05.07.2012 | 07:03 Uhr
Neue Spekulationen - Wurde Jassir Arafat vergiftet?
Jassir Arafat. Foto: Lefteris Pitarakis/ap

Jerusalem.   Fast acht Jahre nach dem Tod von Jassir Arafat gibt es neue Spekulationen um die Todesursache. Nach neuen Untersuchungen eines Schweizer Labors könnte der Palästinenserführer vergiftet worden sein. Nun soll sein Leichnam exhumiert werden.

Die Entdeckung radioaktiver Spuren an der Kleidung des verstorbenen Jassir Arafat hat erneut Spekulationen über das Ableben des Palästinenserführers Auftrieb gegeben. Seine Witwe Suha forderte angesichts der Ergebnisse eine Autopsie des Leichnams ihres Mannes. „Ich war zuerst schockiert, weil es ein sehr gefährliches Gift ist, das sie entdeckt haben“, sagte sie am Mittwoch der Fernsehnachrichtenagentur APTN in Doha, Katar. Zugleich sei sie erleichtert, dass man nun der Wahrheit ein Stückchen näher gekommen sei.

Nach dem Bekanntwerden der Testergebnisse hatte es bereits Berichte über eine mutmaßliche Vergiftung Arafats gegeben. Die palästinensische Führung sei bereit, weitere Tests durchzuführen, um Klarheit über die Umstände von Arafats Tod zu erhalten, teilte das Büro von Präsident Mahmud Abbas am Mittwoch mit. Zuvor hatte ein Schweizer Labor erhöhte Werte des radioaktiven Isotops Polonium 210 an Gegenständen aus dem Besitz Arafats gefunden.

Frau wartete acht Jahre nit Untersuchung

Seine Witwe hatte - fast acht Jahre nach Arafats Tod - die Untersuchung der Gegenstände, darunter eine Zahnbürste und eine Pelzmütze, in Auftrag gegeben. In einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira, der als erster über die mögliche Vergiftung des Palästinenserführers berichtete, sagte sie nicht, warum sie mit der Untersuchung so lange gewartet hatte. Zum Zeitpunkt von Arafats Tod hatte sie eine Autopsie abgelehnt.

Dass unter anderem in der Unterwäsche und den Krankenhaushemden Arafats erhöhte Poloniumwerte festgestellt wurden, bedeute nicht automatisch, dass er vergiftet worden sei, sagte François Bochud vom Institut für Strahlenphysik in Lausanne, das die Untersuchung durchgeführt hatte. „Was man sagen kann, ist, dass wir ein unerklärtes Polonium-Niveau haben. Das deutet auf die Hypothese einer Vergiftung hin, aber unsere Ergebnisse sind sicher kein Beweis für eine Vergiftung.“

Gleicher Gift-Fund bei Ex-KGB-Agent

Arafat starb im November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris nach einer massiven Hirnblutung. Wochen zuvor war er in seinem Anwesen im Westjordanland schwer krank geworden. Neben der Regierung und Arafats Frau stimmte auch der hochrangigste Geistliche in den Palästinensergebieten, Mufti Mohammed Hussein, einer Exhumierung zu. Zunächst war aber unklar, ob und wann die Leiche tatsächlich ausgegraben werden würde.

Polonium, ein Isotop, das auch in der Umwelt vorkommt, wurde zuletzt dadurch einer breiten Öffentlichkeit bekannt, dass auch der frühere KGB-Agent Alexander Litwinenko möglicherweise damit vergiftet wurde. (dapd)

Kommentare
06.07.2012
07:36
Neue Spekulationen - Wurde Jassir Arafat vergiftet?
von Ani-Metaber | #5

Eine interessante Dokumentation über die Todesumstände, die damaligen politischen Versuche durch Tel-Aviv (Scharon) und Washington (G.W.Bush) Arafat...
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2012-07-05 07:03
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