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Nazi-Verbrechen

Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson

09.09.2013 | 11:49 Uhr
Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
Bischof Richard Williamson leugnet den Holocaust. Das Verfahren gegen ihn geht nun schon in die fünfte Runde.Foto: dpa

Regensburg.  Der britische Bischof Richard Williamson hat den Holocaust geleugnet, die deutsche Justiz will ihn wegen Volksverhetzung zur Rechenschaft ziehen. Doch der 73-Jährige wehrt sich dagegen. Das Verfahren geht nun schon in die fünfte Runde.

Vor dem Regensburger Landgericht hat am Montag der Berufungsprozess gegen den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wegen Volksverhetzung begonnen. Der 73-Jährige kam wie erwartet nicht persönlich nach Regensburg.

Er war im Januar vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt worden, weil er in einem TV-Interview die Existenz von Gaskammern und den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten hatte. Gegen das Urteil des Regensburger Amtsgerichtes hatte Williamson Berufung eingelegt.

Im Prozess geht's um ein TV-Interview

Das Gespräch mit einem schwedischen Fernsehteam war im Herbst 2008 im Priesterseminar der erzkonservativen Piusbruderschaft nahe Regensburg geführt worden. Dem 73-jährigen Bischof werde vorgeworfen, von der Verbreitung des Interviews über Schweden hinaus gewusst und diese auch gewollt zu haben, sagten die Verteidiger Williamsons zum Prozessbeginn.

Volksverhetzung
Holocaust-Leugner Williamson erneut zu Geldstrafe verurteilt

Das Amtsgericht Regensburg hat den Holocaust-Leugner Richard Williamson am Mittwoch erneut wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Der frühere Bischof der Piusbruderschaft hatte in einem Interview den millionenfachen Mord an den Juden im Dritten Reich geleugnet.

Der ehemalige Bischof bestreite dies jedoch. Die Äußerungen seien weder in Schweden noch in Großbritannien verboten, betonte Rechtsanwalt Andreas Geipel. Die anschließende Verbreitung unter anderem über die Internetplattform Youtube könne dem Briten nicht angelastet werden.

Williamson glaubt, "es gab keine Gaskammern"

Es ist bereits das fünfte Mal, dass sich ein deutsches Gericht mit dem Fall beschäftigt. Im Juli 2011 hatte das Landgericht Regensburg in zweiter Instanz eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung in Höhe von 6500 Euro bestätigt. Das Oberlandesgericht Nürnberg kassierte das Urteil im vergangenen Februar jedoch aufgrund von Verfahrensmängeln. Daher landete der Fall erneut beim Amtsgericht und in der abermaligen Berufung nun wieder beim Landgericht Regensburg.

Das Gericht hat einen zweiten Verhandlungstag am 23. September angesetzt. Dann ist unter anderem der Leiter des Priesterseminars in Zaitzkofen als Zeuge geladen.

Wörtlich hatte Williamson im Herbst 2008 in dem Fernsehinterview gesagt: "Ich glaube, dass die historischen Beweise gewaltig dagegen sprechen, dass sechs Millionen Juden vorsätzlich in Gaskammern vergast wurden als vorsätzliche Strategie Adolf Hitlers. (...) Ich glaube, es gab keine Gaskammern." (dpa)



Kommentare
09.09.2013
12:48
Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
von Elfentraum | #4

er sagt, er GLAUBT nicht an die Existenz der Gaskammern ... nun ja, ein Mann der Kirche definiert sich doch über seinen Glauben ...

09.09.2013
12:20
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

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3 Antworten
Das ist doch bekannt,
von bigkahuna | #3-1

die Frage nach den "Wahrheiten" stellt sich höchstens extrem unaufmerksamen Beobachtern .

Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
von aiaiaiaioooh | #3-2

Gatschke ist halt kein besonders aufmerksamer Beobachter. Denn dann wüsste man, dass Zaitzkofen bei Regensburg nicht in Schweden liegt.
Aber was soll`s

In Zaitzkofen bei Regensburg aufgenommen ..
von Gatschke | #3-3

,,, und 3 Monate später in Schweden (!) gesendet.

09.09.2013
12:14
Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
von pachelbelz | #2

Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.
Galileo Galilei

09.09.2013
12:11
Warum wird hier der Papst nicht tätig?
von DerRheinberger | #1

Der neue "Aufräumer" im Vatikan könnte dieser "faschistischen" Unterabteilung der katholischen Kirche, der Pius-Brüderschaft, ein schnelles Ende bereiten. Davor hat sich sein Vorgänger Ratzinger aus welchen Gründen auch immer gesträubt.

Es ist auch immer noch untragbar, dass in zivilisierten EU-Ländern England und Schweden diese Nazihetze noch erlaubt ist. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein schlimmes Verbrechen!

1 Antwort
Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
von Futabakai_0 | #1-1

Da stellt sich einem doch die berechtigte Frage warum - insbesondere England - die doch aktiv an der Befreiung 1945 beteiligt waren derartige Äußerungen, ebenso wie Schweden und auch andere Länder auf der Welt, bis dato nicht unter Strafe gestellt haben???

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