Neue Absage vor Gauck-Treffen mit Angehörigen der NSU-Opfer
18.02.2013 | 08:57 Uhr 2013-02-18T08:57:07+0100
Berlin. Jahrelang mussten die Angehörigen von ermordeten Kleinunternehmern türkischer oder griechischer Herkunft sich Verdächtigungen gefallen lassen. Bundespräsident Gauck empfängt am Montag die Familien der Opfer. Doch nicht alle Eingeladenen wollen auch kommen.
Vor dem Zusammentreffen von Bundespräsident Joachim Gauck mit Hinterbliebenen der Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU hat es offenbar weitere Absagen gegeben. Die Mandantinnen des NSU-Opferanwalts Yavuz Narin werden nach dessen Angaben nicht ins Schloss Bellevue nach Berlin kommen, wie der Radiosender MDR Info am Montagmorgen berichtete. In Anwesenheit von etwa 70 weiteren Hinterbliebenen hätten sie keine Möglichkeit, sich mit dem Bundespräsidenten detailliert auszutauschen, hieß es zur Begründung.
Narin vertrete die Angehörigen des ermordeten Griechen Theodorus Boulgarides. Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass die Schwester eines Ermordeten nicht an dem Treffen teilnehmen werde, weil sie ihre Anwältin nicht mitbringen dürfe.
Ombudsfrau zeigt Verständnis für die Kritik der Betroffenen
Gauck trifft am Montagmittag in Berlin mit den Familien der Opfer der Neonazi-Mordserie zusammen. In den vertraulichen Gesprächen im Schloss Bellevue will Gauck die Angehörigen unterstützen und ihnen seine Solidarität zeigen.
Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer, Barbara John, zeigt Verständnis für die harte Kritik der Angehörigen an den Ermittlungsbehörden. "Die Hinterbliebenen haben jedes Recht, die von Fehlern strotzende Arbeit der Ermittler zu kritisieren und die politische Elite um Antworten zu bitten", sagte John den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". John nimmt ebenfalls an dem Treffen teil.
Sicherheitsbehörden "lenken von ihrem eigenen Versagen ab"
Die Bundesbeauftragte erinnerte daran, dass die Familien der Mordopfer zum Teil mehr als ein Jahrzehnt lang nicht als die unschuldig Geschädigten angesehen worden seien. "Man hat sie verdächtigt, selbst in diese Morde verwickelt zu sein. Vorhandene Spuren ins rechtsradikale Milieu wurden nicht ernsthaft verfolgt, stattdessen mussten sich die Angehörigen der Opfer rechtfertigen", sagte sie.
John erinnerte daran, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der offiziellen Gedenkfeier vor knapp einem Jahr noch rückhaltlose Aufklärung zugesagt habe. "Jetzt müssen die Angehörigen der Opfer erleben, wie die Sicherheitsbehörden mauern und versuchen, von ihrem eigenen Versagen abzulenken", beklagt die Beauftragte der Bundesregierung. Merkel will im April oder Mai mit den Familienangehörigen zusammentreffen.
Dem Neonazi-Trio werden zehn Morde zwischen den Jahren 2000 und 2007 zugerechnet - an neun türkisch- oder griechischstämmigen Kleinunternehmern sowie an einer Polizistin. Jahrelang war der rechtsterroristische Hintergrund der Morde nicht erkannt worden. Stattdessen war im Umfeld der Opfer nach den Tätern gesucht worden. (dpa/dapd)

10:03
Das ist die Unverschämtheit überhaupt. Da lädt das Staatsoberhaupt von Deutschland, und nicht irgendwer, demütig ein und dann schlagen die Herrschaften diese Einladung aus. Ich stelle dann solche zukünftigen Einladungen in Frage.
18:53
Wer ist "die"?
Die Opfer von Gewaltverbrechen oder wer?
18:04
Nur fordern,fordern...die gehen mir langsam aber sicher auf den Senkel
16:07
hat er wirklich keine Sympathie verdient. Zum "Widerstand gegen die Staatsgewalt" reichte schon das Anspannen einiger Armmuskeln und schlagende Polizisten genießen in der Regel Immunität. Meiner ausländischen Frau drohte der Staat grundsätzlich mit irgendwelchen albernen Verfügungen, weil sie immer Schwierigkeiten mit der überbordenden Bürokratie hatte. Niemand sollte einen Staat mit seinem Leben verteidigen, er ist es nicht wert.
15:44
Und natürlich wird im Umfeld der Opfer ermittelt. Dies ist bei grundsätzlich allen Tötungsdelikten so und warum sollte es bei Morden im Migrantenmilieu anders sein?
15:41
Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass hier einige Mitmenschen die 10 Morde für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren.
Dabei unterscheide ich nicht nach Herkunft oder Gesinnung.
Auf der einen Seite gibt es Politiker, die sich jetzt mächtig ins Zeug legen, um ihre nun entdeckte Betroffenheit zu dokumentieren und auf der anderen Seite gibt es Hinterbliebene, die ihre Leidensgeschichte dazu nutzen, um sich selbst zu einem Opfer der deutschen Behörden zu machen. Und dann gibt es noch die türkische Regierung, die sich erdreistet in maßloser Art und Weise Ermittlungsergebnisse einzufordern.
Mir wird mittlerweile übel, wenn ich etwas über dieses Thema lese, weil ich weder die Heuchelei noch das Gejammere über die Ermittlungsarbeit der Behörden hören kann.
Auch die Forderungen einiger "Opfervertreter" sind nicht adäquat, sondern unverschämt.
Siehe kitty73
14:50
- aber andere Gründe.
Die Einen wünschen sich einen detaillierten Austausch - die Anderen brauchen einen Rechtsbeistand .... die Dritten...
Gauck hat als Bundespräsident - höchster Vertreter des deutschen Staates eingeladen. Er tritt nicht als Richter, Staatsanwalt, Ermittler an - sondern will so den Opfern seinen Respekt zollen - uns zwar allen gleichermaßen. Er wollte mit den Angehörigen/Betroffenen sprechen - nicht mit Juristen eine juristische Einschätzung vornehmen - dies ist auch nicht seine Aufgabe.
Wer das nicht wünscht lässt es bleiben - auch dies ist zu respektieren.
14:44
Was soll diese Show des BP. Welche Unterstüzung und welche Solidaritär wird er den
Opferfamilien geben ?. Es ist doch gar nicht sicher, daß unsere (geheimen) Geheimdienste nicht auch Ihre Finger im Spiel hatten. Ich persönlich würde solche
Mitleidsbekundgebungen nicht annhemen und auch nicht da hingehen und schon gar nicht
auch noch die Hände dieser Leute schütteln.
Mahlzeit
13:05
Wenn schon zitiert wird, dann bitte vollständig und ohne mit anderen Meldungen vermischen.
Vom mdr stammt dieser Auszug:
Nun kündigen weitere Angehörige ihr Fernbleiben an. Der NSU-Opferanwalt Yavuz Narin sagte MDR INFO, seine Mandanten würden dem Treffen ebenfalls fernbleiben. Sie hätten dies damit begründet, dass bei der Anwesenheit von etwa 70 Hinterbliebenen keine Möglichkeit gegeben sei, sich mit dem Bundespräsidenten detailliert auszutauschen. Ein Gespräch im kleineren Kreis wäre hilfreicher gewesen. In der jetzigen Form sei das Treffen vor allem symbolisch zu verstehen, trage aber nichts zur Aufarbeitung bei.
http://www.mdr.de/mdr-info/Gauck-trifft-Angehoerige-der-NSU-Opfer100.html
12:11
Gauck/Merkel wollen die Angehörige nur für eigene Interessen, für den Wahlkampf benutzen.