Nervenkitzel in Lausanne

Lausanne..  Kurz vor Ablauf der selbst gesetzten Verhandlungsfrist halten sich die USA eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran weiter offen. Die Gespräche im schweizerischen Lausanne könnten auch heute fortgesetzt werden, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest gestern Abend. „Wenn wir nahe der Ziellinie vorankommen, sollten wir weitermachen“, sagte Earnest. Zuvor hatte bereits Außenamtssprecherin Marie Harf die Tür für eine Verlängerung der Gespräche ohne Rahmenabkommen in Aussicht gestellt.

Die Frist lief gestern um Mitternacht ab. Bis dahin wollten die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland mit dem Iran eine Grundsatzeinigung im Streit um das umstrittene iranische Atomprogramm erzielen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Juli angepeilt.

Unterdessen hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erneut vor einer Einigung und ihren Folgen gewarnt. Irans technische Möglichkeiten würden es dann möglich machen, in weniger als einem Jahr Material für Atomwaffen anzureichern, sagte Netanjahu in Jerusalem. „Die größte Bedrohung für unsere Zukunft und Sicherheit ist und bleibt Irans Versuch, eine Nuklearmacht zu werden“, sagte Netanjahu an die Knesset gerichtet. Das Abkommen, das in Lausanne Form annehme, bereite den Weg dazu.

Im Kern des Konflikts geht es um die Frage, wie der Iran Atomkraft zivil nutzen, aber keine Atomwaffen erlangen kann. Der Westen fordert verlässliche Garantien. Teheran will die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Eine Einigung würde den Iran aus der internationalen Isolation holen und könnte unter anderem das Verhältnis zwischen den USA und der Islamischen Republik entspannen.

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