Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Krankheit

Nelson Mandela erneut mit Lungenentzündung im Krankenhaus

09.06.2013 | 14:18 Uhr
Nelson Mandela erneut mit Lungenentzündung im Krankenhaus
Der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela musste zum wiederholten Male wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus.Foto: afp

Johannesburg.  Südafrikas Nationalheld und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela muss sich zum zweiten Mal in diesem Jahr wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandeln lassen. Der 94-Jährige sei ernsthaft erkrankt, aber sein Zustand sei stabil, teilte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma mit.

Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela wird erneut wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. Der Gesundheitszustand des 94-Jährigen sei "ernst, aber stabil", teilte das Büro von Präsident Jacob Zuma am Samstag mit. Es ist bereits der vierte Klinikaufenthalt der Friedensnobelpreisträgers binnen sieben Monaten.

"In den vergangenen Tagen hatte der ehemalige Präsident Nelson Mandela einen Rückfall bei seiner Lungenentzündung", teilte Zumas Büro mit. In der Nacht zum Samstag habe sich sein Zustand gegen 01. 30 Uhr (Ortszeit und MESZ) dann so verschlechtert, dass er in eine Klinik in Pretoria gebracht worden sei.

Ganz Südafrika wünscht "rasche Genesung"

"Der frühere Präsident erhält die beste medizinische Betreuung, und die Ärzte unternehmen alles, damit es ihm bessergeht und er sich wohlfühlt", heißt es weiter. Der Sprecher des Präsidenten, Mac Maharaj, fügte in einem Gespräch mit dem Sender eNCA hinzu: "Die Situation ist diesmal ernst, aber die Ärzte haben uns versichert, dass er sich wohlfühlt." Zuma, seine Regierung und ganz Südafrika wünschten Mandela "eine rasche Genesung". Zudem wurden die Medien und die Öffentlichkeit gebeten, Mandelas Privatsphäre zu achten.

Zumas Sprecher Mac Maharaj sagte später der Nachrichtenagentur AFP, Mandela atme "ohne Hilfe". Er "glaube, dass dies ein gutes Zeichen ist". Mandela sei "ein Kämpfer". "In seinem Alter geht es ihm gut, so lange er noch kämpfen kann", sagte Maharaj. Mandelas Frau Graca Machel sagte eine Reise nach London ab.

Vierter Klinikaufenthalt in kurzer Zeit

Die südafrikanische Zeitung "Sunday Times" brachte am Sonntag unter der Überschrift "Es ist Zeit, ihn gehen zu lassen" ein großes Foto Mandelas aus früheren Zeiten. Das Blatt zitierte einen langjährigen Weggefährten Mandelas, den 87-jährigen Andrew Mlangeni, mit den Worten: "Sobald die Familie in gehen lässt, wird das Volk Südafrikas ihr folgen."

Seit Ende vergangenen Jahres befindet sich Mandela bereits zum vierten Mal im Krankenhaus. Nach einem Klinikaufenthalt im Dezember, bei dem er eine Lungenentzündung auskurierte, wurde er auf Anraten der Ärzte in seine Residenz in Johannesburg gebracht.

Im März war die Ikone der Anti-Apartheid-Bewegung über Nacht zu einer Nachsorgeuntersuchung für einen Tag im Krankenhaus. Nach einer weiteren Behandlung wegen einer Lungenentzündung wurde Mandela zuletzt Anfang April aus der Klinik entlassen.

Wegen seines Kampfs gegen das rassistische Apartheid-Regime verbrachte Mandela 27 Jahre seines Lebens im Gefängnis und kam erst im Jahr 1990 frei. Kurz zuvor wurde bei ihm eine Tuberkulose diagnostiziert. Seither hat Mandela immer wieder Lungenprobleme.

David Cameron sendet Anteilnahme über Twitter

In den Jahren 1994 bis 1999 war Mandela der erste schwarze Präsident Südafrikas. Im Jahr 2004 zog er sich endgültig aus der Politik zurück. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand im Jahr 2010 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt.

Mandelas Partei, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), übersandte dem 94-Jährigen am Samstag "gute Wünsche für eine schnelle Genesung". Der ANC rief in einer Mitteilung auf, für Mandela und seine Familie zu beten.

Über den Onlinekurzbotschaftendienst Twitter sandte der britische Premierminister David Cameron Grüße. "Meine Gedanken sind bei Nelson Mandela, der in Pretoria im Krankenhaus liegt", schrieb Cameron. Das Weiße Haus in Washington sandte ebenfalls Genesungswünsche. (afp/dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Ukrainische Rebellen verspotten Kiew
Krieg
Die Beschlüsse des ukrainischen Parlaments über einen Sonderstatus für den Donbass stößt fast überall auf Ablehnung. Ukrainische Nationalisten fühlen sich verraten, ostukrainische Separatisten lachen über die Entscheidungen in Kiew. Immerhin: Das Parlament hat ein klares Bekenntnis zur EU abgegeben.
Neues Gesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
Jagdgesetz
Das NRW-Kabinett hat den ersten Entwurf eines neuen Jagdgesetzes beschlossen. Wesentliche Änderungen: Jäger dürfen künftig keine streunenden Katzen mehr schießen, die Jagd mit Tötungsfallen wird verboten und die Dachsjagd mit Hunden ebenso. Naturschützer loben den Entwurf.
Experten fordern internationales Klon-Verbot für Menschen
Gentechnik
Die rechtlichen Regelungen halten mit den Fortschritten in der Stammzellforschung nicht Schritt. Nach Ansicht des Deutschen Ethikrats sollte sich die Bundesregierung für ein internationales Klon-Verbots für Menschen einsetzen. Technisch rücke die Möglichkeit zum Klonen von Menschen immer näher.
Zahl illegaler Einreisen nach NRW drastisch gestiegen
Grenzkontrollen
Die Zahl der illegaler Einreisen nach NRW ist 2014 dramatisch gestiegen. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Kleve hat sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien oder Eritrea. Deutschland ist für sie aber oft nur eine Durchgangstation.
EU und Ukraine verabschieden Partnerschaftsabkommen
Ukraine
Die Europäische Union und die Ukraine haben am Dienstag ein umstrittenes Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Vor allem der Handel zwischen den beiden Regionen soll ab 2016 deutlich erleichtert werden. Russland hatte Teile des Abkommens scharf kritisiert - und Änderungswünsche angemeldet.
Umfrage
Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?