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Nato erklärt erste Stufe der Raketenabwehr für einsatzfähig

21.05.2012 | 07:32 Uhr
Nato erklärt erste Stufe der Raketenabwehr für einsatzfähig
Nach mehr als zehn Jahren Militäreinsatz in Afghanistan will die NATO auf ihrem Gipfeltreffen in Chicago die nächsten Schritte ihres Abzugs aus dem Krisenland festlegen. Foto: afp

Chicago.  Erstmals in der Geschichte der Nato verfügt das weltgrößte Militärbündnis über eine eigene Raketenabwehr. Auf dem Nato-Gipfel in Chicago stellten die Staats- und Regierungschefs der 28 Bündnismitglieder die erste Stufe des neuen Raketenschilds in Dienst. Der Raketenschild ist als Antwort auf die Bedrohung von "Schurkenstaaten" wie Iran und Nordkorea zu sehen.

Die Nato-Staaten wollen in Zeiten klammer Staatshaushalte große Militärprojekte aus Gemeinschaftskassen finanzieren. Die Staats- und Regierungschefs vereinbarten auf ihrem Gipfel am Sonntag in Chicago rund 20 Vorhaben, die sie gemeinsam stemmen wollen. So sollen etwa ferngesteuerte Minenräumgeräte angeschafft oder Depots von Präzisionswaffenmunition aufgebaut werden. "Damit können wir uns die Fähigkeiten, die wir brauchen, zu Preisen anschaffen, die wir uns leisten können", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach der ersten Sitzungsrunde.

Nato will Ressourcen bündeln

Viele europäische Mitglieder des Militärbündnisses, aber auch die Vereinigten Staaten kürzen unter dem Druck der Finanz- und Schuldenkrise ihre Verteidigungsausgaben. Die stärkere Arbeitsteilung soll verhindern, dass wichtige Rüstungsausgaben dem Spardruck zum Opfer fallen. "In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten können wir zusammenarbeiten und unsere Ressourcen bündeln", sagte US-Präsident Barack Obama, der Gastgeber des Gipfels.

Ein wichtiges Gemeinschaftsprojekt mit großer deutscher Beteiligung ist die Anschaffung von Drohnen, die Truppenbewegungen am Boden verfolgen können. Die USA, Deutschland und weitere elf Nato-Staaten schaffen für das AGS genannte Projekt für etwa drei Milliarden Dollar fünf Flugzeuge an. Die Unterhaltskosten belaufen sich auf zwei Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Vereinigten Staaten tragen die Hälfte der Kosten, Deutschland übernimmt ein Drittel. Das muss allerdings noch vom Bundestag genehmigt werden.

Konsequenzen aus dem Libyen-Einsatz

Die Allianz unterzeichnete mit den Lieferanten, in erster Linie dem US-Hersteller Northrop Grumman den Vertrag dazu. Sie zieht damit auch Konsequenzen aus dem Libyen-Einsatz, bei dem die beteiligten Staaten auf die Ausrüstung der USA angewiesen waren, obwohl diese sich eigentlich heraushalten wollte.

Die Nato-Staaten erklärten außerdem die erste Stufe der Raketenabwehr in Europa für einsatzfähig. Der Abwehrschild soll aus see- und landgestützten Abwehrraketen im Mittelmeer beziehungsweise in Osteuropa sowie aus Radaranlagen in der Türkei bestehen. Es soll in vier Stufen bis 2020 aufgebaut werden. Die erste Stufe bedeutet, dass das Kommando über bereits vorhandene Elemente wie die Radaranlage oder Trägerschiffe an das Bündnis übergeht. Rasmussen erneuerte die Einladung an Russland, sich an dem Schild zu beteiligen. Die Regierung in Moskau müsse begreifen, dass auch ihre Bevölkerung Schutz brauche, sagte er. Russland fühlt sich von dem System, das Raketen aus feindlich gesonnenen Staaten wie dem Iran abfangen soll, bedroht.

Kommentare
21.05.2012
21:55
Nato erklärt erste Stufe der Raketenabwehr für einsatzfähig
von GregHouse | #9

Schön, daß die einzigen kriegführenden Länder sich verteidigen müssen. Dümmer gehts nimmer.

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2012-05-21 07:32
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