Nahles: Politik muss Digitalisierungs-Ängste ernst nehmen

Nahles sieht die digitale Entwicklung am Arbeitsplatz als Notwendigkeit.
Nahles sieht die digitale Entwicklung am Arbeitsplatz als Notwendigkeit.
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Was wir bereits wissen
Die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles spricht sich für die Digitalisierung am Arbeitasplatz aus und weist auch auf die Ängste der Betroffenen hin.

Berlin.. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will in den kommenden zwei Jahren mit konkreten Vorschlägen auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt reagieren. "Wir haben alle Voraussetzungen, diesen Transformationsprozess positiv und erfolgreich zu bestehen", sagte Nahles am Dienstag in Berlin. Digitalisierung schaffe aber auch Ängste - etwa dass der eigene Arbeitsplatz verschwinde oder die persönliche Qualifikation nicht mehr ausreiche. Die Politik müsse diese Sorgen ernst nehmen. Nahles sagte aber auch: "Flexibilität wird auf jeden Fall notwendig sein."

Digitale Wirtschaft Einer Studie im Auftrag des Ministeriums zufolge weisen derzeit zwölf Prozent der Arbeitsplätze ein Tätigkeitsprofil mit einer hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit in den kommenden 10 bis 20 Jahren auf. "Daraus folgt für mich: Der digitale Strukturwandel fordert uns neue Antworten ab. Aber er überfordert uns nicht", schreibt Nahles in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" .

Arbeiten 4.0 als Dialog zwischen Bürger und Experte

Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Nahles und andere Bundesminister wollen am Donnerstag in Meseberg bei Berlin mit den Spitzen von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt diskutieren. Dazu gehören ganz unterschiedliche Entwicklungen: Smartphones und Tablets machen Arbeitnehmer auch in der Freizeit permanent erreichbar, manche arbeiten im Homeoffice ganz von zu Hause aus, oder Unternehmen vergeben Aufträge digital an sogenannte Crowdworker.

Das Arbeitsministerium sucht derzeit unter dem Leitbegriff "Arbeiten 4.0" zu dem Thema den Dialog mit Bürgern und Experten. Die Erkenntnisse sollen Ende 2016 in ein sogenanntes Weißbuch einfließen. (dpa)