Nachtflug-Debatte braucht Ehrlichkeit

Lärmgeplagten Flughafen-Anwohnern sollte niemand weismachen, im umkämpften internationalen Luftfahrt-Wettbewerb ließen sich Beschränkungen ohne wirtschaftliche Folgekosten für die Region durchsetzen.
Lärmgeplagten Flughafen-Anwohnern sollte niemand weismachen, im umkämpften internationalen Luftfahrt-Wettbewerb ließen sich Beschränkungen ohne wirtschaftliche Folgekosten für die Region durchsetzen.
Foto: Oliver Berg/Archiv
Was wir bereits wissen
Millionen Menschen steigen täglich in Flugzeuge - auch NRW muss auf dieses Geschäft reagieren und Kompromisse mit lärmgeplagten Anwohnern finden.

Nein, man muss „nicht nachts um drei nach Mallorca fliegen“, wie es NRW-Verkehrsminister Groschek im Streit um Betriebsbeschränkungen in Köln-Bonn formuliert hat. Man muss auch nicht im Internet einkaufen oder beruflich durch die ganze Welt jetten. Doch Millionen tun es jeden Tag, und wenn dieses globalisierte Geschäft nicht in NRW gemacht wird, dann eben woanders.

Das entbindet den Gesetzgeber nicht von der Pflicht, lärmgeplagten Flughafen-Anwohnern beim Schallschutz zu helfen. Nur sollte ihnen niemand weismachen, im umkämpften internationalen Luftfahrt-Wettbewerb ließen sich Beschränkungen ohne wirtschaftliche Folgekosten für die Region durchsetzen. Köln-Bonn muss sich ehrlich machen: Die 24-Stunden-Betriebserlaubnis für Fracht- und Passagierjets ist hier nicht ein unerklärliches Ärgernis, sondern Teil der Existenzberechtigung des gesamten Airports.