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Bundeswehr

Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf

07.03.2011 | 18:44 Uhr
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
Noch fehlen tausende Freiwillige, die die wehrpflichtigen Rekruten ablösen sollen. Foto: dapd

Berlin.Nach dem Sturz von Ex-Verteidigungsminister Guttenberg mehren sich die Zweifel, ob die Bundeswehrreform nicht ins Stocken gerät. Soldaten beklagen schlechte Ausrüstung und geringen Sold. Tausende Freiwillige fehlen.

Mit vereinten Kräften preschten CSU-Chef Horst See­hofer und Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) nach vorn. An der ge­planten Bundeswehrreform wird im Groben nicht gerüttelt – so lautete deren klare Ansage für Neu-Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Dieser will sich bei der Reform Zeit lassen und gegebenenfalls „leichte Nachbesserungen“ am Konzept des gestrauchelten Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vornehmen.

Doch inzwischen werden die Zweifel immer größer, ob de Maizière die Reform der Bundeswehr wie geplant exekutieren kann.

Der Bundeswehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) sprach sich nun für eine „B-Option“ aus, falls die Re­form nicht im gewünschten Tempo vorankommt. Am 1. Juli soll die Wehrpflicht ausgesetzt werden. Doch noch fehlen tausende Freiwillige, die im Sommer die von 235 000 auf bis zu 185 000 Personen verkleinerte Armee auffüllen könnten. Das Verteidigungsministerium sieht pro Jahr 12  000 Freiwillige vor und 4000 freiwillige Soldaten auf Zeit.

„Keine attraktive Armee“

2155 Anwärter haben sich bisher für den freiwilligen Dienst bereiterklärt. Nun hofft das Verteidigungsministerium auf einen Ansturm, wenn das neue Wehrgesetz in trockenen Tüchern ist. „Solange gesetzliche Grundlagen nicht Gesetzeskraft entfalten, ist es schwie­rig, Leute mit vorläufigen Eckpunkten einzuwerben“, formulierte es ein Sprecher am Montag.

Königshaus fand am Wo­chenende deutlichere Worte. „Im Moment ist die Bundeswehr keine attraktive Armee“, sagte der FDP-Politiker. Sehr viele Soldaten klagen demnach über eine unsichere Laufbahnplanung. Zudem gebe es einen Beförderungsstau. Aus Königshaus’ Sicht müsse die Bundeswehr allen Interessenten nun „schnellstmöglich“ ei­ne konkrete Perspektive bieten, „damit die Nachwuchsförderung nicht völlig zum Erliegen kommt“.

Die unklaren Perspektiven sind nicht der einzige Grund, der die Bundeswehr als Arbeitgeber unattraktiv erscheinen lässt. Immer wieder klagen Soldaten über mangelhafte Ausrüstung, zu wenig Rückendeckung durch die Politik bei Auslandseinsätzen oder negative Schlagzeilen – zuletzt durch die Ereignisse auf der „Gorch Fock“.

Bessere Bezahlung

Jüngst hat der Bundeswehrverband einen Wutbrief ins Kanzleramt geschickt und ge­gen die anhaltende Kürzung des Weihnachtsgeldes protestiert. So hatte der Bund Ende 2010 beschlossen, an der Re­duzierung auch 2011 festzuhalten. Ursprünglich war der Einschnitt nur für vier Jahre – einschließlich 2010 – vorgesehen. Nach Angaben des Verbands bekommen die Solda­ten, Beamten und Ruheständler daher weiterhin 2,44 Prozent weniger Gehalt.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, spricht sich für ein „ganzes Maßnahmenbündel“ aus, um den Soldatenberuf wieder attraktiver zu machen. „Soldaten müssen so bezahlt werden wie Polizisten“, sagte Arnold der WAZ. Nötig seien auch flexiblere Arbeitszeitmodelle, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour spricht sich zudem für eine bessere Kinderbetreuung aus, für eine bessere Planbarkeit der Karrieren und Rückhalt für die Soldaten durch die Politik.

Abgesehen vom Ende der Wehrpflicht am 1. Juli sollte der Bund die Strukturreform des Heeres noch einmal grundlegend überarbeiten, findet Arnold. Dies lehnen führende Unionspolitiker wie Kauder oder Seehofer strikt ab. „Bei der Bundeswehrreform gibt es keinen Korrekturbedarf“, sagte Seehofer. Die Reform werde weder verwässert, noch ausgesetzt. Dies sieht auch Nouripour so: „Es macht keinen Sinn, die Bundeswehrreform jetzt auszusetzen.“

Daniel Freudenreich

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Kommentare
09.03.2011
19:18
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von hajori | #27

Neuester Spruch von Thomas de Maizier:

Es darf nicht Sache des Gehalts sein sich bei der Bundeswehr zu bewerben, es muß eine Sache der Ehre sein!

Diesen Spruch sollte er mal bei seinen Ministerkollegen und allen Parlamentariern anbringen!

08.03.2011
17:51
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von Sehrgut | #26

Ihre Überschrift: Nach Sturz von Gutenberg ist schlicht falsch, der Herr hat die Brocken hingeschmissen. Zwar waren unsere Kanzlerin und die Parteien mit dem C hocherfreut darüber, auch wenn sie etwas Anderes in der Öffentlichkeit gesagt haben, aber Tatsache ist und bleibt er hat fristlos gekündigt.

08.03.2011
16:42
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von janka.nbmv | #25

Wenn die Söldner mehr Geld kriegen sollen, müssen die im freiwilligen sozialen Jahr auch mehr Geld bekommen. Und dann gibt es wieder zu wenig Freiwillige...
Bundeswehr abschaffen - sofort!
Stärkung der Pflege- und Krankendienste - sofort!!

08.03.2011
16:17
Blockierter Kommentar.
von gruenenfresser | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.03.2011
15:26
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von Herold_Albert_Schincke | #23

PS:

Ich meine die Soldaten haben alle erkann, dass unsere Demokratie am Hindukusch NICHT verteidigt wird.

Dummer Spruch vom damaligen VT Struck.

08.03.2011
15:24
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von Herold_Albert_Schincke | #22

Zu kommentar 18 von Syndikus , am 08.03.2011 um 14:19

Ich gebe Ihnen Recht. Der Einsatz am Hindukusch ist sinnlos.

Es können aber weitere Einsätze folgen bei denen der Sinn auch nicht zu erkennen sein wird.

Die Berufsarmee soll ja deshalb eingeführt werden um Kriegseinsätze möglichst Problemlos zu ermöglichen.

SIND JA DANN ALLE FREIWILLIG IM KRIEG !!!
.

08.03.2011
14:42
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von rotezhora | #21

In allen Fragen der Sicherheit wird geschludert, bei der inneren und bei der äußerern Sicherheit ! Das Fatale, mit immer weniger Bundeswehr will man immer mehr Auslandseinsätze durchführen obwohl die Bundeswehr dort eigentlich nichts zu suchen hätte ! Das kann nur schief gehen !

08.03.2011
14:32
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von Loeffelrotz | #20

Eine Nation, ein Volk, eine Gemeinschaft muß sich verteidigen können gegen gewaltsame Einflüße von Außen.

Ein Deutschland mit über 80 Millionen Bürgern kann im Verteidigungsfall nur auf mittlerweile 150.000 Soldaten zurückgreifen? Ja, dann mal: Glück auf...

Das Merkel und ihre PolitgenossenInnen sollten aufpassen, daß das nicht einmal nach hinten losgeht...

08.03.2011
14:24
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von rotezhora | #19

Das wohlbestellte Haus der Bundeswehr scheint wohl doch nicht so gut aufgestellt zu sein wie es der Herr Guttenberg bei seinem Abgang verkündet hatte ! Fast könnte man meinen, sein Nachfolger hat einen Torso der BW -Reform von Herrn Guttenberg übernommen !

08.03.2011
14:19
Nach Sturz von Guttenberg muckt die Truppe auf
von Syndikus | #18

@12 Herold Schinke:

Die Verteidigung der Bundesrepublik ist mit Sicherheit ein sinnvoller Auftrag. Streiten kann man sich darum, ob unsere Freiheit wirklich am Hindukusch verteidigt werden muss. Ich glaube aber, dass die dort eingesetzten Sodaten ihre Aufgabe durchaus als sinnvoll ansehen. Das Problem sind traurige Gestalten wie Sie, die den Einsatz für unsere Gemeinschaft und Werte nicht anerkennen und schlecht reden!

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