Nach dem Limburg-Skandal werden Bistümer transparenter

Berlin..  Die katholische Kirche in der Transparenzoffensive: Nach dem Wirbel um den Finanzskandal von Limburg legen immer mehr Bistümer Rechenschaft über ihr Vermögen ab. Das gilt auch und gerade für – lange geheime – Schattenhaushalte wie die Bischöflichen Stühle oder Versorgungswerke. Viele versuchen auch, den genauen Umfang ihrer Besitztümer zu ermitteln und hinterfragen ihre Entscheidungsstrukturen in finanziellen Angelegenheiten. Noch liegen nicht alle Zahlen vor. Fest steht aber schon jetzt: Die katholische Kirche ist milliardenschwer, wie eine Übersicht der Deutschen Presse-Agentur mit Angaben aus den Diözesen zeigt. Hier eine Auswahl.

AACHEN: Im Frühjahr 2015 soll es erstmals einen Finanzbericht geben. Vorher könne zu Einzelaspekten keine Auskunft gegeben werden, hieß es.

AUGSBURG: Die Diözese verfügte Ende 2013 über 236,5 Millionen Euro Eigenkapital. Sach- und Finanzanlagen, also auch die Immobilienwerte, summierten sich auf 387,7 Millionen Euro. Das Haushaltsvolumen 2014 beträgt 331 Millionen Euro.

BERLIN: Das Haushaltsvolumen des Erzbistums betrug 2012 rund 206,5 Millionen Euro. Das Anlagevermögen summierte sich auf 383,7 Millionen Euro.

ESSEN: Das Ruhr-Bistum berichtete 2014 erstmals über das Vermögen des Bischöflichen Stuhls: Es beträgt rund 2,3 Millionen Euro, verfügbar ist aber nur ein Zehntel. 2015 sollen auch der Haushalt des Domkapitels und Rücklagen aus dem bistumseigenen Versorgungswerk offengelegt werden. Der Wert der Immobilien wird ermittelt.

FULDA: Das liquide Vermögen wurde vom Bistum zuletzt auf 456 Millionen Euro beziffert. 190 Millionen Euro davon sind für Verpflichtungen wie Pensionen eingeplant, 145 Millionen Euro stecken in einem Baufonds. Haushalt 2014: 131 Millionen Euro.

KÖLN: Das Erzbistum und Erzbischöflicher Stuhl verfügen über Immobilien im Wert von 612 Millionen Euro. Die Hälfte entfällt auf 31 Schulen. Der Finanzplan des mitgliederstärksten deutschen Bistums umfasst dieses Jahr rund eine Milliarde Euro. Anfang 2015 soll ein von Wirtschaftsprüfern bestätigter Jahresabschluss mit Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht werden.

LIMBURG: Als Konsequenz aus dem Skandal um Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst legte das Bistum im Juli erstmals sein Vermögen offen. Es umfasst unter anderem 730,2 Millionen Euro Finanzanlagen und 80,3 Millionen Euro Sachanlagen, vor allem Immobilien.

MÜNCHEN-FREISING: Das Gesamtvermögen ist unbekannt und soll erst in einigen Jahren beziffert werden können. Dem Erzbistum gehören allein 5000 Hektar Wald und rund 7000 Gebäude, darunter 1200 Kirchen. Der Etat 2014 hat ein Volumen von knapp 700 Millionen Euro.

MÜNSTER: Der Haushalt hat ein Volumen von 418,6 Millionen Euro. Das Geldvermögen des Bischöflichen Stuhls umfasst 3 Millionen Euro. Hinzu kommen Immobilien, deren Wert ermittelt und 2015 veröffentlicht werden soll.

PADERBORN: Das Erzbistum hat 496 Millionen Euro Haushaltsvolumen. Im Herbst 2015 sollen entsprechende Zahlen veröffentlicht werden.