Nach Anschlag will Tröglitz Asylbewerber aufnehmen

Tröglitz..  Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe „Kanister“ aus 17 Be­amten will den mutmaßlich rechtsextremen Brandstiftern von Tröglitz auf die Spur kommen. Hinweise, die den Anschlag auf das noch nicht bezogene Flüchtlingsheim im südlichen Sachsen-Anhalt aufklären, werden mit insgesamt 20 000 Euro belohnt.

Gegen alle Proteste der rechten Szene halten Sachsen-Anhalt und der Burgenlandkreis daran fest, in Tröglitz 40 Asylbewerber unterzubringen. Landrat Götz Ulrich (CDU) sagte: „Wir wollen am Zeitplan festhalten. Bis Ende Mai, Anfang Juni sollen an anderer Stelle in Tröglitz die ersten Asylbewerber untergebracht werden.“ Tröglitzer Bürger hätten Wohnraum angeboten.

Attacken auf Flüchtlingsheime wie das in Tröglitz sind nach Auffassung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) „ein bundesweites Problem“. „Die Zahl der Übergriffe steigt im gesamten Bundesgebiet deutlich an. Tröglitz ist überall.“ Claudia Luzar, die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in Brandenburg und in NRW aufbaute, kommentierte: „Im Westen gilt eher die Devise: Man schließt mit Neonazis keinen Pakt. In den neuen Ländern ist das anders. Pegida hat sich zum Beispiel nicht scharf von Rechtsaußen abgegrenzt.“