Mut zur Nische

Die Privatunis - beispielsweise die Hochschule Witten/Herdecke - leisten, was staatliche Hochschulen oft vernachlässigen.
Die Privatunis - beispielsweise die Hochschule Witten/Herdecke - leisten, was staatliche Hochschulen oft vernachlässigen.
Foto: Walter Fischer/WAZ Foto Pool

Man könnte es sich leicht machen und allein mit der Moral kommen: Privatuni ist was für die mit dem reichen Papa. Unsozial, was für Geldverdiener, für Schlips-Typen, nicht für ehrenwerte Forscher. Aber das wäre nicht redlich.

Die Privaten leisten, was staatliche Hochschulen oft vernachlässigen: Sie kümmern sich um jeden Studenten, sie sind nahe am Beruf, sie erschrecken sich nicht, wenn einer an ihre Türen klopft, der gar kein Abi und außerdem als Berufstätiger fast nie Zeit hat. Sie füllen nur den Raum, den andere ihnen lassen. Beeindruckend: das fast schon rührende Bekenntnis vieler Studis zu „ihrer“ Hochschule.

Privatunis sind derzeit noch Nischenfüller

Dieses Loblied können wir singen, so lange die Privaten die Ausnahme, die Nischenfüller sind. 100.000 (von zwei Millionen) studieren heute „privat“. Was, wenn es 500.000 wären? Wenn Private und Öffentliche sich auf Augenhöhe begegneten? Wenn es die bessere Bildung nur für gutes Geld gäbe? Dann, wir ahnen es, würde die Sache langsam unmoralisch.