Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Hass-Video

Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films

18.09.2012 | 10:37 Uhr
Funktionen
Muslime demonstrieren gegen den Anti-Islam-Film

Frankfurt/Berlin.  Auch unter Islamexperten und muslimischen Verbänden ist Aufführungsverbot des Anti-Islam-Films in Deutschland umstritten. Außenminister Westerwelle plädiert für eine gründliche rechtliche Prüfung. Derweil hat ein salafistischer Imam in Ägypten zur Tötung aller an dem Film beteiligten aufgerufen.

Ein mögliches Aufführungsverbot für das islamfeindliche Video "Die Unschuld der Muslime" ist auch unter Muslimen in Deutschland umstritten. Der Liberal-Islamische Bund lehnt ein Verbot des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" ab. "Je mehr man über ein Verbot redet und die Tabuisierung solcher Inhalte vorantreibt, desto mehr Schaden richtet man an" , sagte die Vorsitzende des Verbandes, Lamya Kaddor, der Tageszeitung "taz". Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) und der Zentralrat der Muslime sprachen sich dagegen für ein Verbot aus.

Diskussionen über Verbote und Sonderregelungen für Muslime würden die bestehende Islamfeindlichkeit in Deutschland schüren, sagte Kaddor. Aktionen wie die Vorführung des Films seien vom Demonstrationsrecht gedeckt.

Für ein Verbot plädierte dagegen der Sprecher des KRM, Ali Kizilkaya. "Es handelt sich um eine tiefgreifende Beleidigung" , sagte er der Zeitung. Von freier Meinungsäußerung könne keine Rede mehr sein.

Auch Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland plädierte für ein Verbot. "Ich denke, dass alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden sollten, um ein Verbot der Vorführung zu erreichen", sagte er dem Blatt. Es gebe verschiedene Tatbestände, die nun zu prüfen seien, "beispielsweise auch den der Volksverhetzung". Im Interview mit den Tagesthemen hatte Mazyek zuvor vor Straßenschlachten gewarnt.

Kommentar
Pro: Man muss Freiheit auch aushalten können

Wollen wir etwa zwei verschiedene Meinungsfreiheiten? Die eine hier, die von muslimischen Extremisten für ihre Hetz- und Propaganda-Videos gegen Juden...

Contra: Schmähfilm enthält keine Meinung

Das in den USA produzierte Schmäh-Video ist nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt, weil es keine Meinung enthält. Stattdessen geht es in dem...

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, warnte vor negativen Auswirkungen auf die Arbeit seiner Organisation, sollte das Video in Deutschland aufgeführt werden. Die Arbeit des DRK würde mit Sicherheit beeinträchtigt, wenn dieser "unsägliche und unverantwortliche Film" in Deutschland gezeigt würde, sagte Seiters der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das DRK sei die Hilfsorganisation in Deutschland, die über seine Partnerorganisationen des Roten Halbmondes über den besten Zugang zu den islamischen Ländern verfüge.

Kommentare
18.09.2012
22:44
Hooligans
von Riffralf | #71

Es ist doch völlig wurscht, wer hier wen womit provoziert, diese fanatischen Religions-Hooligans nehmen sowieso jeden fadenscheinigen Grund zum Anlass, um Randale zu machen, mehr steckt nicht dahinter, die angeblichen Schmähungen ihres Religionsstifters sind doch nur Ausreden und Rechtfertigungen. Dazu werden diese scheinbar leicht beeinflussbaren Gruppen von interessierten Kreisen ferngesteuert und durch Profidemagogen angeheizt. Wer von diesen Leuten hat das Video wohl ganz oder nur in Teilen gesehen, ich tippe mal die wenigsten und damit stehen sie allerdings unseren Berufsbetroffenen in nichts nach, insofern wäre eine Aufführung des gesamten Films durchaus hilfreich, denn dieser 15minütige zusammenhanglose, schlecht gemachte und übelst nachsynchronisierte YouTube Clip ist es kaum wert, darüber zu streiten, es sei denn, man möchte es unbedingt.

18.09.2012
20:18
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von dummmberger | #70

Ich hätte mit einem Verbot auch ein Problem. Vor allem, wenn es durch Drohungen zustande kommt.
Ich hätte gehofft, dass man im Vorfeld so vernünftig gewesen wäre, so einen Sch***-Film erst gar nicht zu zeigen.

Wenn die Lage dann wirklich eskaliert, können wir uns dann zufrieden zurücklehnen und sagen: Seht Ihr? So sind die Moslems nun mal. Toll!

Im übnrigens ist es ja nicht so, wie hier viele suggerieren, dass die Meinungsfreiheit alles deckt.
Es gibt eine Menge Dinge, die man nicht sagen darf. Es gibt Paragraphen gegen Beleidigungen, gegen Volksverhetzung und vieles mehr.

Gegen Dummheit allerdings leider nicht.

18.09.2012
19:41
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von OmenEstNomen | #69

Hier kann man abstimmen: http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/specials/164800/index.htm

18.09.2012
16:43
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von mit_offenen_Augen | #68

Jeder, der hier die Meinungsfreiheit hoch hält, will doch nur stänkern,
die Meinungsfreiheit, das höchste Gut, ich lach mich mal eben aus. Soziale Demokratie, Frieden, ... watt iss damit?
Der Film wurde nicht aus irgendwelchen künstlerischen Erwägungen oder sowas gedreht,
er hat nur den einen Sinn, zu hetzen!
Was will dann wohl der, der ihn auch zeigen will?

3 Antworten
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von Islazi | #68-1

Sie sind auch einer von der Sorte, der nicht verstehen will worum es geht. Es geht nicht um den Film oder irgendwelche Pro Gruppen. Es ist auch sche...egal ob der Film nur der Provokation dienen will.
Es geht um grundsätzliche Fragen. Ein Friedrich und eine Merkel machen einen großen Fehler. Diese müssten sich hinstellen und klar und deutlich machen, dass die Rede- und Meinungsfreihet bestand hat (allein die Debatte darum ist eines Rechtsstaates unwürdig). Jedem dem der Film oder Ähnliches nicht passt kann das auf friedliche Art zum Ausdruck bringen. Wer jedoch in unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft mit Gewalt reagiert ist hier fehl am Platz und muss die volle Härte des Staates zu spüren bekommen. Ganz einfach. Die Politik muss ein für alle mal ein Zeichen setzen und darf sich von Gewalttäter nicht einschüchtern lassen.

Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von Ergonomy | #68-2

"Jeder, der hier die Meinungsfreiheit hoch hält, will doch nur stänkern,
die Meinungsfreiheit, das höchste Gut, ich lach mich mal eben aus."

Das mit dem Vorführen in einem Kino , den Film hat doch wohl jeder schon auf youtube gesehen, ein Feuerchen angesteckt werden soll, ist hier wohl jedem klar.
Aber das offene Auge ist wohl ziemlich trübe was Demokratie angeht, wenn man sie mit stänkern verwechselt.

#68 mit-offenen-Augen
von taosnm | #68-3

Auch Sie wissen, dass es eine verschwindend kleine Gruppe Rechtsverwirrter ist, die mit dem Film provozieren will. Sie wissen auch, dass sich die Gesamtgesellschaft von dieser Gruppe weit distanziert hat. Deutschland insgesamt hat damit nichts zu tun. Wo kommen wir denn hin, wenn wir uns erstens von den Rechtsidioten und zweitens von den Muslimen dazu hinreissen lassen, unsere verfassungsmässig garantierten Rechte einzuschränken? Und diejenigen, die für sich beschliessen, unsere Gesetze nicht zu achten, müssen dann eben auf der Grundlage dieser Gesetze die Konsequenzen tragen.

Bisher nicht distanziert haben sich die muslimischen Gesellschaften, sondern mit eventuellen Ausschreitungen gedroht. Ebenso wenig ist mir bekannt, dass es Aufrufe an die Muslime gibt, sich gesetzestreu zu verhalten und besonnen zu bleiben. Die Muslime, die gegen ein Verbot des Filmes sind, gehören wahrscheinlich zu denen, deren Stimme weniger wahrgenommen wird.

18.09.2012
16:23
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von taosnm | #67

Die Politiker, die über ein Verbot nachdenken, verwechseln die Fakten. Die tumben Rechten wollen natürlich provozieren, tun dies aber im Rahmen der geltenden Gesetze. Die sensiblen Muslims, die sich mit Terror dagegen wehren könnten, sind die Kriminellen, die sich eben gegen unsere Gesetze verhalten und deshalb entsprechend bestraft gehören.

Grundsätzlich ist die Empfindlichkeit der Muslime sehr fragwürdig. Ich gehe sogar davon aus, dass diejenigen, die nun aufgrund verletzter Gefühle Terror ausüben, wahrscheinlich identisch sind mit denjenigen, die laufend und ungehemmt Schmäh- und Hetzvideos gegen Christen und Juden ins Netz stellen. Über all diese Dinge sollte auch Herr Mazyek einmal nachdenken und alle Muslime zur Besonnenheit aufrufen. Zwischenfälle in Deutschland sind brandgefährlich, denn sie würden die ohnehin mageren Integrationserfolge mit einem Schlag zunichtemachen und die Integrationsbereitschaft der Deutschen auf null zurückfahren.

18.09.2012
15:52
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von 1932 | #66

Das Problem liegt doch Jahrzehnte zurück und der Westen hat es einfach verpennt
sich wie in anderen Ländern auch um diese Menschen zu kümmern,plötzlich wird man davon überrascht.Dafür hatte man ja den Schah-Gadaffi und andere Schergen
Lest mal den Scholl-Latour.

Man kann nur dumm gehaltene Menschen so manipulieren.
Kennt man doch in Deutschland,wie so etwas geht.

18.09.2012
15:46
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von Calenurion | #65

Wie viele Beiträge vor mir, bin ich ebenfalls der Meinung, dass das Video überflüssig ist. Aber eines zeigt die Reaktion der Politik, wer gewaltbereit ist und diese auch ausübt, kann anscheinend die Meinung durchsetzen. Das bedeutet, immer wenn mir irgendetwas nicht passt, dann muss ich Gewalt ausüben! Um dem etwas Nachdruck zu verleihen, muss man noch eine Botschaft niederbrennen. Also, bei der nächsten Aufstockung des Gelds für Griechenland heisst das, griechische Botschaft stürmen und randalieren!!! Dann wird die Politik unseren Interessen nachkommen. Hier mal etwas Sarkasmus zum Nachmittag!!!

18.09.2012
15:41
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von Islazi | #64

Man hört und staunt. Die Meinungsfreiheit (und die Freiheit der Kunst) werden bei uns nur noch dann verteidigt, wenn sie nicht die „öffentliche Sicherheit“ beeinträchtigen. Deshalb setzt sich die Bundesregierung – unterstützt von einem Großteil der Opposition – für ein Aufführungsverbot des Films „Die Unschuld der Muslime“ ein. Das heißt in der Praxis: Je aggressiver sich jene aufführen, die sich durch Wort, Ton, Bild oder Schrift beleidigt fühlen, desto eher können sie ein Verbot des beleidigungsverursachenden Mediums bewirken. Gewalt wird belohnt. Steine siegen.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-meinungsfreiheit-gleiches-recht-fuer-alle/7144110.html

18.09.2012
15:24
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von ME4U | #63

Das Video geht gar nicht, trotzdem sollten wir uns von dem mittelalterlichen Denken religiöser Fanatiker nicht unsere Freiheit beschneiden lassen.

18.09.2012
15:21
Islazi | #60
von dummmberger | #62

Ein "hervorragender" Kommentar ist immer einer, der dieselbe Meinung vertritt wie man selber. Das ist alles relativ.

Es ist ja keine Frage, dass die gewalttätigen Reaktionen nicht zu rechtfertigen sind.

Aber es ist auch keine Frage, dass diese Reaktionen genau das sind, was von den Machern des Films beabsichtigt war. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit wird hier provoziert, um genau die Reaktionen hervorzurufen, die die eigene Meinung über Muslime bestätigen.

WIr hatten auf dem Gymnasium einen Mitschüler, der ganz leicht auf 180 zu bringen war.
Und natürlich gab es genügend Mitschüler, die ihn immer solange provoziert haben, bis es zum Ausbruch kam.
Dann war er natürlich am Ende immer der Dumme.
Aber waren die anderen wirklich unschuldig?

1 Antwort
Muslime und Politiker streiten über Verbot des Anti-Islam-Films
von Islazi | #62-1

Sie verstehen die Tragweite nicht die sich aus dem "provozierenden Film" ergiebt. Es geht nicht nur um "böser Film bringt bösen Menschen auf die Palme", sondern um grundsätzliche Fragen wie Meinungsfreiheit, Einknicken vor Gewalt(androhung), Verbote zugunsten religiöser Fanatiker etc. Normalerweise müsste jeder Politiker der die freiheitliche Grundordnung verteidigt, die aufgebrachten Muslime und auch einen Herr Mazyek zurechtweisen, dass wir in einem Land leben in dem es keine Rechtfertigung für Gewalt gibt, sein der Film, die Karrikatur oder die Meinung noch so böse. Wer hier lebt hat sich daran zu gewöhnen. Wem das nicht passt der kann dort hingehen wo Blasphemie unter Strafe gestellt ist.

„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin

Aus dem Ressort
Pakistan will mit Hinrichtungen von Terroristen beginnen
Konflikte
Pakistan bereitet nach dem Schulmassaker der Taliban in Peshawar die Hinrichtung von verurteilten Terroristen vor. Sechs Befehle sind unterzeichnet.
Dortmunder Hauptbahnhof wird für 107 Millionen ausgebaut
Rhein-Ruhr-Express
Bahn, NRW und Bund helfen dem Schnellzug-Projekt RRX aufs Gleis. Wichtig fürs Revier: Dortmund bekommt Geld für den Umbau des Schmuddel-Bahnhofs.
Sebastian Edathy bezichtigt Karl Lauterbach der Lüge
Edathy
Sebastian Edathy hat bei Facebook noch einmal nachgelegt und eine brisante SMS veröffentlicht. Die CSU sieht keine Gefahr für die Bundesregierung.
Bundesrat billigt Gesetz gegen pornografische Kinderbilder
Kinderpornografie
Das Anfertigen von Aufnahmen nackter Kinder und Jugendlicher ist strafbar, wenn die Bilder zum Verkauf oder Tausch vorgesehen sind.
Kurden befreien im Irak tausende Jesiden von Terrormiliz IS
Militärschlag
Mit Hilfe von Luftschlägen der US-Armee eroberten Kurden ein großes Gebiet von der Terrormiliz IS zurück und befreiten damit tausende Jesiden.
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Familie Al Sari floh in den Libanon
Bildgalerie
Spendenaktion