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Extremismus

Seit 2000 elf Anschläge in Deutschland vereitelt

29.03.2016 | 17:45 Uhr
Dezember 2012: Im Bonner Hauptbahnhof wird in einer Sporttasche ein Sprengsatz gefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund aus. 2013 werden vier Verdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Splittergruppe "Pro NRW" geplant haben sollen. Einer soll die Bombe in Bonn deponiert haben. Den mutmaßlichen Terroristen wird seit September 2014 in Düsseldorf der Prozess gemacht.
Dezember 2012: Im Bonner Hauptbahnhof wird in einer Sporttasche ein Sprengsatz gefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund aus. 2013 werden vier Verdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Splittergruppe "Pro NRW" geplant haben sollen. Einer soll die Bombe in Bonn deponiert haben. Den mutmaßlichen Terroristen wird seit September 2014 in Düsseldorf der Prozess gemacht.Foto: Meike Böschemeyer/Archiv/dpa
Dezember 2012: Im Bonner Hauptbahnhof wird in einer Sporttasche ein Sprengsatz gefunden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund aus. 2013 werden vier Verdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Splittergruppe "Pro NRW" geplant haben sollen. Einer soll die Bombe in Bonn deponiert haben. Den mutmaßlichen Terroristen wird seit September 2014 in Düsseldorf der Prozess gemacht.
Im April 2015 wurde im Oberursel ein Ehepaar mit mutmaßlich militant-islamistischem Hintergrund festgenommen, das einen Anschlag geplant haben soll. Ziel soll ein Radrennen gewesen sein, das vorsichtshalber abgesagt wurde. Im Keller des Ehepaars fanden Ermittler eine funktionsfähige Rohrbombe.
April 2011: Ermittler nehmen in Düsseldorf drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder fest, die einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant hatten. Im Dezember 2011 wird in Bochum ein viertes mutmaßliches Mitglied der "Düsseldorfer Zelle" gefasst.
September 2007: Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. 2010 werden die vier Mitglieder wegen geplanter Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland zu bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.
Juli 2006: Im Kölner Hauptbahnhof platzieren zwei Männer in Koffern versteckte Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz. Die Zeitzünder-Bomben explodieren jedoch nicht.

Berlin/Wiesbaden.  Seit der Jahrtausendwende sind nach Angaben von BKA-Chef Holger Münch elf Terroranschläge in Deutschland vereitelt worden. Derzeit gibt es keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag.

"Wir können aus der Vergangenheit schon sehen, der Islamismus ist auch hier präsent. Aber es ist nicht nur Glück, sondern auch ein gutes Zusammenwirken der Sicherheitsbehörden", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) am Dienstag im Bayerischen Rundfunk.

Zwar gebe es aktuell keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag. Aber: "Wir sind sehr wachsam." Generell sieht Münch auch in Deutschland eine erhöhte Terrorgefahr: "Wir können festhalten, dass Europa, und damit auch Deutschland, im Zielspektrum des islamistischen Terrorismus steht. Damit gehen wir hier ein Deutschland von einem erhöhten Anschlagsrisiko aus", erklärte der BKA-Chef.

Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern stehen nach Angaben des Bundeskriminalamtes in ständigem Austausch untereinander. Auch mit den ausländischen Partnern erfolge eine enge Zusammenarbeit, erklärte eine Sprecherin. Bei den elf vereitelten Terroranschlägen handelte es sich nach ihren Angaben um folgende Vorkommnisse:

Im Jahr 2000 sei ein Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt geplant gewesen, bei dem die Haupttätergruppe aus Frankfurt/Main kam. 2002 seien das Jüdische Gemeindezentrum in Berlin sowie zwei Lokale in Düsseldorf, ein Jahr später israelische und US-amerikanische Ziele betroffen gewesen. 2004 sei ein Anschlag auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi in Berlin und 2005 ein Selbstmordattentat verhindert worden. Das BKA listete auch die 2006 geplanten Anschläge auf Regionalzüge nach Hamm und Koblenz auf, die jedoch daran scheiterten, dass die bereits in den Zügen deponierten Kofferbomben nicht explodierten.

Im Jahr 2007 wurden laut BKA rechtzeitig geplante Anschläge der "Sauerland-Gruppe" bekannt, 2011 ein Sprengstoff- und ein Schusswaffenattentat. In den Jahren 2012 und 2013 seien der Bonner Hauptbahnhof sowie der Vorsitzende der Partei pro NRW im Visier der Terroristen gewesen.

Das BKA prüft laut Münch laufend mögliche Verbindungen zu den Attentätern von Brüssel. Bislang könne seine Behörde aber nur feststellen, "dass Deutschland als Transitland genutzt wurde und keine direkten Verbindungen bestehen". Allerdings habe man auch in Deutschland relevante Personen, die gefährlich seien. "Wir zählen aktuell 470 solcher Gefährder, und die Zahl ist in den letzten Jahren stark gestiegen."

(dpa)

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Seit 2000 elf Anschläge in Deutschland vereitelt
Seit 2000 elf Anschläge in Deutschland vereitelt
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http://www.derwesten.de/politik/muench-seit-2000-elf-anschlaege-in-deutschland-vereitelt-id11687474.html
2016-03-29 17:45
Extremismus, Terrorismus, Deutschland
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