Müller fordert Einstieg des Staates bei Atomkonzernen

Dortmund/Essen..  Angesichts milliardenschwerer Kosten für den Atom-Ausstieg und der Krise der Energiekonzerne wird der Ruf nach einer politischen Lösung lauter. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, heute Aufsichtsratschef des Essener Konzerns Evonik, warnt vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit der Kraftwerksbetreiber und bringt eine Teil-Verstaatlichung der Unternehmen ins Gespräch.

Bei einem Symposium der Universität Duisburg-Essen will sich Müller am heutigen Freitag ausführlich zum Atom-Ausstieg äußern. Laut Redemanuskript, das der WR vorliegt, spricht Müller von einem „Existenzproblem“ der Atomkraftwerksbetreiber, zu denen auch die NRW-Konzerne Eon und RWE zählen: „Die unternehmerische Entwicklung des Nicht-Kernenergie-Geschäftes wird zunehmend erschwert durch die Haftung für das Kernenergie-Geschäft.“

Müller mahnt: „Wie bedenkenswert die Lage geworden ist, mag man daran erkennen, dass der Börsenwert der RWE AG nicht viel über dem Wert der RWE-Kernenergie-Rückstellungen liegt.“ Er hält eine Stiftung ähnlich der für die Kosten des Kohleausstiegs für hilfreich, denn nach einer denkbaren Insolvenz komme die öffentliche Hand „zwangsweise in Haftung“.