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Moskau: Syrien garantiert Verzicht auf C-Waffeneinsatz

23.08.2012 | 20:44 Uhr
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Die syrische Regierung hat offenbar auf die Androhung einer militärischen Intervention der USA reagiert: Der russische Syrien-Beauftragte Gennadi Gatilow teilte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP mit, Damaskus garantiere, diese Massenvernichtungswaffen im Bürgerkrieg nicht einzusetzen.

Beirut/Moskau (dapd). Die syrische Regierung hat offenbar auf die Androhung einer militärischen Intervention der USA reagiert: Der russische Syrien-Beauftragte Gennadi Gatilow teilte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP mit, Damaskus garantiere, diese Massenvernichtungswaffen im Bürgerkrieg nicht einzusetzen. Russland sei sich mit den USA darin völlig einig, dass Chemiewaffen in dem Bürgerkrieg nicht eingesetzt werden dürfen, sagte der stellvertretende Außenminister weiter.

US-Präsident Barack Obama hat eine militärische Intervention in Syrien für den Fall angekündigt, sollte das Regime Chemiewaffen einsetzen. Gatilow sagte, seine Regierung arbeite eng mit Damaskus zusammen, um sicherzustellen, dass das syrische Chemiewaffenarsenal an sicheren Orten verbleibe und nicht in die Hände von Terroristen fallen könne.

Unterdessen lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen erbitterte Gefechte um die nahe der irakischen Grenze gelegene Ortschaft Al Bukamal in der ölreichen Provinz Deir el Sur. Die Rebellen hätten mehrere Kontrollposten, die Polizeiwache und die örtliche Vertretung eines Geheimdienstes erobert, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. "Die Freie Syrische Armee versucht, die Stadt zu befreien und zu säubern", sagte der Aktivist Abu Omar al Diri per Telefon aus der Provinzhauptstadt Deir al Sur.

Sollte es den Aufständischen gelingen, ganz al Bukamal zu erobern, wäre das ein großer strategischer Erfolg. Noch kontrollieren die Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten allerdings weite Teile der Stadt sowie den Grenzübergang in den Irak.

Die letzten Beobachter der beendeten UN-Mission verließen am Donnerstag Damaskus. Bei einem Treffen mit deren Leiter Babacare Gaye wies der stellvertretende Außenminister Fajsal Mekdad eine Schuld am Tod der japanischen Journalistin Mika Yamamoto zurück. Yamamoto kam am Montag als erste ausländische Journalistin seit Beginn der Kämpfe in Aleppo ums Leben.

Rebellen haben erklärt, sie sei bei einer Einheit der Freien Syrischen Armee gewesen, als sie von Gewehrkugeln von Regierungssoldaten getroffen worden sei. Mekdad wies das zurück: Yamamoto sei von "bewaffneten Gruppen" getötet worden. Er fügte hinzu: "Jeder Journalist, der sich unverantwortlich verhält, sollte diese schwierigen Probleme erwarten."

Amnesty weist auf Leid der Zivilbevölkerung hin

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden immer mehr Unbeteiligte zu den Leidtragenden des Bürgerkriegs in Syrien. Die Zivilbevölkerung zahle in den Kämpfen zwischen der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition einen hohen Preis, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Amnesty-Krisenbeauftragten Donatella Rovera.

Häufig würden Unbeteiligte zur Zielscheibe von Luft- und Artillerieangriffen durch die syrischen Streitkräfte, teilte Rovera mit. Sie war für zehn Tage in die umkämpfte Handelsmetropole Aleppo gereist, um sich ein Bild von der Lage dort zu machen. Amnesty-Mitarbeiter untersuchten in der Zeit rund 30 Angriffe, bei denen mindestens 80 Menschen getötet wurden, die nicht in die Kämpfe verwickelt waren.

Zwar gingen die meisten Angriffe auf das Konto der Regierungstruppen. Doch auch die Opposition nutze gelegentlich unpräzise Waffen, und es könne nicht immer genau geklärt werden, von wem die Gewalt ausgehe.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos mahnte mehr internationale Hilfe für die Menschen vor Ort an. Wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte, sind in Syrien 2,5 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen, 1,2 Millionen von ihnen sind auf der Flucht.

UN versorgen mehr als 800.000 Menschen mit Lebensmitteln

UN-Nothilfekoordinatorin Amos forderte weitere Hilfe, um die humanitäre Lage der Menschen in Syrien und der Flüchtlinge in den Nachbarländern zu lindern. Behörden der Vereinten Nationen hätten im vergangenen Monat landesweit mehr als 820.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt, teilte sie am Mittwoch in New York mit. "Aber mit Blick auf die rund 2,5 Millionen Betroffenen müssen wir viel mehr tun", fügte sie hinzu.

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dapd

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