Moskau: Kritik an rechtem Marsch in Kiew

Kiew/Moskau..  Nach einem Fackelmarsch rechter Kräfte in Kiew hat Russland erneut vor einem Erstarken rechtsextremer Tendenzen in der Ukraine gewarnt. Der Gedenkmarsch zum 106. Geburtstag des Nationalisten Stepan Bandera zeige, dass sich das Nachbarland „auf den Spuren der Nazis“ bewege, meinte der Menschenrechtsbeauftragte des Außenministeriums in Moskau, Konstantin Dolgow, gestern. Seit dem Umsturz Anfang 2014 hatte Russland mehrfach rechtsextreme Gruppen in der Ukraine kritisiert.

Mehrere 1000 Anhänger rechter Parteien hatten am Donnerstag an dem Fackelzug in Kiew teilgenommen. Der Nationalist Bandera (1909-1959) ist im aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eine besondere Reizfigur. Im Zweiten Weltkrieg hatte er einen von der Sowjetunion unabhängigen ukrainischen Staat ausgerufen. Viele der am jüngsten Umsturz in Kiew beteiligten Kämpfer sehen ihn als Vorbild. In der Ostukraine und in Russland gilt Bandera indes als Verräter und Nazi-Kollaborateur.

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