Mittelmeer-Fähre brennt: Dramatische Rettungsaktion

Fähre in Flammen: Brennend treibt die „Norman Atlantic“ im Mittelmeer. Die stürmische See erschwert die Rettungsaktion.
Fähre in Flammen: Brennend treibt die „Norman Atlantic“ im Mittelmeer. Die stürmische See erschwert die Rettungsaktion.
Foto: AFP/Getty Images
Verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit: Fast 500 Menschen wurden auf der Autofähre „Norman Atlantic“ auf der Fahrt von Griechenland nach Italien von einem Feuer überrascht.

Athen..  Die Flammen auf der Autofähre „Norman Atlantic“ vor Korfu griffen schnell um sich. Unter den knapp 500 Passagieren machten sich Angst und Verzweiflung breit. Rettungshubschrauber versuchten nach Tagesanbruch, die Passagiere in Sicherheit zu bringen. Bis zum späten Sonntagnachmittag konnten erst etwa 150 Menschen gerettet werden. An Bord des Schiffes waren auch 14 Deutsche.

Erschwert wurden die Rettungsversuche durch das Wetter: In dem Seegebiet rund 80 Kilometer nordwestlich der griechischen Insel Korfu tobte ein Sturm mit Windstärke neun, Regen und Hagel nahmen den Rettern die Sicht.

„Wir werden verbrennen wie die Mäuse“

Auf der brennenden Fähre spielten sich dramatische Szenen ab: „Wir sind völlig hilflos“, berichtete ein Passagier per Handy im Radio. „Die Menschen schreien, alle sind verzweifelt“, schilderte ein anderer Reisender. „Keiner weiß, wie lange wir noch aushalten.“ Die Hitze an Deck sei so stark, dass seine Schuhsohlen geschmolzen seien, so ein Passagier. „Wir werden verbrennen wie die Mäuse.“

Rettungsflöße wurden zwar zu Wasser gelassen, einige trieben aber sofort ab. Fernsehbilder zeigten Menschen, die im kalten Wasser trieben und sich verzweifelt an Gegenstände klammerten.

Erst kürzlich wurden Sicherheitsmängel festgestellt

Über dem Schiff stand eine schwarze Rauchwolke. Flammen schlugen aus den Luken des Fahrzeugdecks. Nach dem Ausfall der Maschine und der Ruderanlage trieb die „Norman Atlantic“ führerlos in der stürmischen See.

Acht Schiffe eilten zur Unglücksstelle. Die griechische Luftwaffe schickte zwei Hubschrauber und ein Hercules-Transportflugzeug zur Hilfe. Bis zum Sonntagnachmittag konnten 56 Menschen, die sich in Rettungsflößen befanden, von den Besatzungen anderer Schiffe in Sicherheit gebracht werden. Weitere 150 Passagiere befanden sich noch in anderen Rettungsbooten. Der griechische Marineminister Miltiadis Varvitsiotis sagte: „Es ist eine der schwierigsten Rettungsaktionen, die wir je durchgeführt haben.“

Wie griechische Medien berichteten, waren erst am 19. Dezember bei einer Inspektion der Fähre Sicherheitsmängel festgestellt worden.