Misstrauen tut not

Eigentlich bin ich ja kein misstrauischer Mensch. Einmal erhielt ich ein Arbeitszeugnis, in dem stand: „Er hat sich bemüht, die Ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.“ Und: „Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“ Mit anderen Worten: Allumfassendes Lob.

Ich war mächtig stolz. Für so viel Lob hatte ich mich nicht einmal sonderlich anstrengen müssen. Eigentlich war ich sogar recht faul gewesen. Der Chef hatte es aber wohl nicht gemerkt. Erst später erfuhr ich, dass man solch lieben Worten nicht immer trauen darf. Der Chef hatte einen ganz hinterhältigen Code benutzt.

Als ich nun eine Mail voller lieber Worte erhielt, war ich also vorgewarnt: „Wie geht es Ihnen?“, fing die Mail einer gewissen Olga sehr nett an. Und weiter: „Wir treffen konnte? Ich mochte lernen Sie dir naher, was du daran denkst? Wenn du nichts dagegen haben, Dating, dann kannst du schreiben. So kann ich senden dir mehr von meinen Fotos. Ich werde deinen Brief warten.“ Die kann lange warten! Ich kenne nämlich gar keine Olga.