Ministerium wirft Laschet Pflichtverletzung vor

Düsseldorf..  In der „Noten-Affäre“ fährt das NRW-Wissenschaftsministerium schwere Geschütze auf und wirft CDU-Landeschef Armin Laschet Pflichtverletzung vor. Als ehrenamtlicher Dozent der RWTH Aachen hatte Laschet die Noten für verschwundene Klausuren anhand seiner privaten Notizen rekonstruiert. Das Ministerium beklagt aber in einer rechtlichen Beurteilung, dass „keinerlei für die Bewertung der Prüfungsleistung ausreichend aussagekräftige Unterlagen existieren“. Im Klartext: Der Uni liegen keine Notizen von Laschet vor, mit denen der die Richtigkeit der Klausurnoten belegen könnte.

Insgesamt kommt das Ministerium zum Ergebnis, dass die Klausur im Master-Europastudiengang neu geschrieben werden muss. Der Vorschlag des Rektorats, die Klausurnoten zu streichen, lasse „keine Rechtsfehler erkennen“. Das Prüfungsamt der Hochschule hatte zunächst akzeptiert, dass Laschet Noten rekonstruieren durfte. Der CDU-Politiker hat mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich mit der Uni abgestimmt habe.

Aus Sicht des Ministeriums kann vom Wiederholen einer verlorenen Klausur aber nur abgewichen werden, „wenn die Bewertung außerhalb der Klausurarbeiten zuverlässig festgehalten wurde“ und die Teilnehmer das Ergebnis freiwillig akzeptieren. Weil keine Notizen vorliegen, hat das Prüfungsamt offenbar gegen geltende Bestimmungen verstoßen. Laschet hat nach dem Fehler seinen Lehrauftrag niedergelegt.

Im Wissenschaftsausschuss wird Rot-Grün jetzt nachhaken, warum 35 Klausurnoten erteilt wurden, obwohl nur 28 Studenten mitgeschrieben haben. Als Konsequenz aus der „Noten-Affäre“ müssen künftig Klausuren vor einem Postversand an Lehrbeauftragte kopiert und elektronisch gesichert werden.