Ministerin wirbt für Hochschulstudium ohne Abitur

Düsseldorf..  In Nordrhein-Westfalen beginnen immer mehr Berufstätige ohne Abitur ein Studium. Im vergangenen Wintersemester waren es 1260 Männer und Frauen, wie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Montag mitteilte. Seit dem Wintersemester 2010/11 hat sich die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur an den Universitäten und Fachhochschulen in NRW damit fast verdoppelt.

Besonders beliebt sind die Fachhochschulen, wo sich im Wintersemester 2014/15 knapp 850 Frauen und Männer ohne Abitur eingeschrieben haben. In den Zahlen ist nicht die Fernuniversität Hagen enthalten. Dort gibt es laut Schulze eine vierstellige Zahl von Studienanfängern ohne Abitur.

Schulze will die Zahl der Studierende ohne Abitur weiter steigern. „NRW braucht alle Talente“, sagte sie. Studieren ohne Abi müsse daher „schlicht eine Selbstverständlichkeit werden“.

Wer eine Meisterprüfung oder eine vergleichbare Fortbildung bestanden hat, hat in Nordrhein-Westfalen einen direkten Zugang zu allen Studiengängen an Universitäten und Fachhochschulen. Bei einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung und drei Jahren Berufspraxis im erlernten Beruf können ohne Zugangsprüfung verwandte Fächer an Hochschulen studiert werden.

Wollen sie fachfremde Fächer studieren, ist dies auch möglich – mit einem Probestudium in nichtzulassungsbeschränkten Studiengängen oder einer Zugangsprüfung an der jeweiligen Hochschule.